Hattingen – Ein Leserbrief von Cecilia Bingöl (19) hat die RuhrkanalNEWS Redaktion zum diesjährigen Hattinger Altstadtfest erreicht. Darin schildert sie die Veranstaltung aus Sicht vieler Jugendlicher, spricht über fehlende Treffpunkte, ein aus ihrer Sicht wenig passendes Musikangebot und formuliert klare Wünsche für die Zukunft.
Sehr geehrte Redaktion von RuhrkanalNEWS,
das diesjährige Altstadtfest hat erneut gezeigt, wie lebendig Hattingen ist und wie sehr solche Veranstaltungen Menschen aller Generationen zusammenbringen. Doch bei aller positiven Stimmung bleibt für uns Jugendliche eine zentrale Frage offen: Wo ist eigentlich unser Platz?
Seit dem Wegfall der Bunker-Bühne fehlt ein fester Treffpunkt für junge Menschen. In Gesprächen mit vielen Jugendlichen aus Hattingen wurde deutlich, dass genau dieser Ort schmerzlich vermisst wird. Die Mehrheit empfindet das Angebot auf dem Altstadtfest als wenig auf ihre Interessen zugeschnitten. Während die Stände und Programmpunkte vor allem ein älteres Publikum ansprechen, bleiben wir oft außen vor.
Zwar gab es auch positive Aspekte
Besonders der DJ wurde von vielen als Highlight wahrgenommen, da er moderne Musik spielte und zum Mitmachen einlud. Auch die geöffneten Kneipen boten Gelegenheit, sich zu treffen und bekannte Gesichter wiederzusehen. Dennoch fehlte insgesamt ein vielfältiges, jugendgerechtes Programm. Viele Jugendliche verbrachten ihre Zeit eher am Rand des Geschehens, da es an gezielten Angeboten mangelte. Uns ist bewusst, dass Musikgeschmäcker unterschiedlich sind – dennoch entspricht das derzeitige Musikangebot größtenteils nicht den Interessen vieler Jugendlicher. Viele können damit wenig anfangen, da es schlicht nicht für sie gemacht ist. Für zukünftige Veranstaltungen, insbesondere im nächsten Jahr, wäre es daher wichtig, die musikalische Gestaltung stärker an die junge Generation anzupassen und sie aktiv einzubeziehen.

Cecilia (rechts) mit ihren Freundinnen Rrita (links) und Fatou (Mitte) auf dem Altstadtfest 2026 (Foto: privat)
Hinzu kamen organisatorische Probleme wie die unzureichende Ausschilderung. Oft war nicht klar erkennbar, wo welche Veranstaltungen stattfinden. Auch das Fehlen frei zugänglicher Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten wurde mehrfach kritisiert. Wer sich unterhalten wollte, musste meist etwas konsumieren. Dadurch verlagerten sich Treffpunkte an Orte wie den Steinhagen oder das Krämersdorf, was von außen teilweise negativ wahrgenommen wird – obwohl es lediglich an Alternativen fehlt.
Im Austausch mit anderen Jugendlichen, aber auch mit Eltern, wurde deutlich: Es mangelt in Hattingen generell an Räumen und Angeboten für junge Menschen – nicht nur während des Altstadtfests, sondern ganzjährig.
Unser Fazit fällt daher gemischt aus
Das Altstadtfest bleibt ein wichtiges Ereignis für die Stadtgemeinschaft, doch die Bedürfnisse der Jugend werden bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Wir möchten nicht kritisieren um der Kritik willen, sondern konstruktiv zur Verbesserung beitragen.
Deshalb unser Appell an die verantwortlichen des Marketing, der Stadtverwaltung und Bürgerschaft: Schaffen Sie Orte und Angebote, die Jugendliche aktiv einbinden – sei es durch moderne Bühnenprogramme, klare Treffpunkte oder konsumfreie Aufenthaltsbereiche. Nur so kann Hattingen langfristig eine Stadt bleiben, in der sich alle Generationen gleichermaßen wohlfühlen.
Mit freundlichen Grüßen
Cecilia Bingöl (19)


























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