Nebenbei bemerkt…
… geht mich das Ganze ja irgendwie nichts an. Aber: Haben Sie in Hattingen auch schon einmal das Gefühl gehabt, dass die Parkplatzsuche eine Art höhere Lebensprüfung ist, je näher Sie der schönen Altstadt kommen? Ich jedenfalls stehe jedes Mal wieder staunend vor der Frage, ob die Stadtplanung heimlich von einem besonders verschmitzten Philosophen betrieben wird.
Es ist noch gar nicht lange her, da war man noch der festen Überzeugung, man könne sich mit etwas Glück, einer Prise Geduld und dem berühmten Hattinger Improvisationstalent irgendwo in Alt-Hattingen hinstellen und dann entspannt, aber dennoch zügig seinen Weg zur schnellen Besorgung antreten. Heute hingegen gleicht die Parkplatzsuche eher einer Mischung aus Schatzsuche, Geduldsspiel und stiller Selbsterniedrigung. Man macht sich auf den Weg in der vagen Hoffnung, dass der liebe Gott, der Zufall oder wenigstens ein wegfahrender Kleinwagen einem die Gunst eines freien Platzes zuteilwerden lässt. Meistens aber nicht.
Denn natürlich sind die begehrten Flächen stets schon belegt. Von wem? Niemand weiß es genau. Vielleicht von Menschen, die dort arbeiten. Vielleicht von Menschen, die dort wohnen. Vielleicht von Menschen, die einfach nur ihr Fahrzeug mit der innigen Zuneigung eines Haustiers abgestellt haben. Und dann kommt immer dieser eine Moment, in dem man glaubt, endlich eine Lücke entdeckt zu haben. Doch nein: Halteverbot. Baustelle. Lieferzone. Oder noch besser: Ein Schild, das so viele Zusatztafeln trägt, dass man am Ende nicht mehr weiß, ob man dort parken, beten oder sich entschuldigen soll.
Also rollt man die Augen, murmelt etwas Unflätiges ins Lenkrad und fährt dann eben noch mindestens weitere dreimal um den Block. Das ist ja auch eine Form von Bewegung, wenn auch nicht die eleganteste und umweltschonendste. Vielleicht ist aber genau das das stille Hattinger Trainingsprogramm: Wer hier vor allem in Altstadtnähe einen Parkplatz findet, hat ihn sich redlich verdient. Wer keinen findet, bekommt immerhin frische Luft, Zeit zum Nachdenken und mit etwas Glück eine neue Beziehung zu seinem Fahrzeug. Man lernt schließlich, im Auto zu sitzen, ohne wirklich irgendwo anzukommen, meint genervt Ihr und euer Schorsch vom Kirchplatz!














Parken in Hattingen – schwieriges Thema
Besuchern empfiehlt man schon Bunkerparkplatz oder Altstadtparkhaus – da parken im „Einzugsgebiet“ der Innenstadt ansonsten unmöglich erscheint.
Hinter dem alten Nieland am Steinhagen kann man regelmäßig das Ordnungsamt beim Flanieren beobachten, leider besuchen diese die Stadt nur in der Woche am Vormittag/Mittag.
Die wirklich schwierige Zeit für die Anwohner, die extra einen Anwohnerparkausweis besitzen, beginnt am Nachmittag und Wochenende, wenn Auswärtige die Stellplätze besetzen, teils in 2.Reihe – und diejenigen die für das „Recht“ dort zu parken zahlen, teilweise mehrere Straßen weit aus der Innenstadt ausweichen müssen.
Manchmal erwischt man auch den einen oder anderen Unerschrockenen, der sich mit seinem KFZ einfach wie unsere Problemradfahrer verhält und die Karre mitten in den Gassen der Altstadt stehen lässt.