NIKLAS FRANK IN HATTINGEN

Niklas Frank, der Sohn von Hitlers Stellvertreter und Generalgouveneur in Polen; Hans Frank, zu Gast in der Stadtbibliothek (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen – Im Rahmen der Aktionswoche „Hattingen hat Haltung“ fand am Donnerstag (11. November 2021) eine Lesung in der Stadtbibliothek mit anschließender Diskussionsrunde statt. Niklas Frank, der Sohn von Hitlers Stellvertreter und Generalgouveneur in Polen; Hans Frank, las aus seinem Buch „Der Vater – eine Abrechnung!“.

Dr. Martina Przygodda von „Ein KICK für Hattingen – Eine Initiative des Bürgerschaftlichen Engagements“ und RuhrkanalNEWS trafen den Journalisten und Buchautor nun zu einem ausführlichen Gespräch im Hotel Zur Krone wo Sätze zu hören waren wie: „…ich liebe Deutschland, aber ich misstraue den Deutschen“, oder „Obwohl ich gegen die Todesstrafe bin – meinem Vater gönne ich sie zu Recht bis heute“.

Stadthalter in Polen Hans Frank neben Adolf Hitler (Foto: Niklas Frank privat)

Der im Volksmund genannte „Der Schlächter von Polen“ Hans Frank, wurde bei den Nürnberger Prozessen am 1. Oktober 1946 zum Tod durch den Strang verurteilt. Als Generalgouverneur war Frank mitverantwortlich für die Ermordung Hunderttausender Polen, für die Beschlagnahmung ihres Eigentums und die Deportation etwa einer Million polnischer Zwangsarbeiter in deutsche Fabriken sowie für die Einweisung der polnischen Juden in Ghettos. 

Hans Franks Sohn Niklas Frank publizierte 1987 ein erstes Buch mit dem Titel „Der Vater: Eine Abrechnung“. Frank rekonstruierte das Leben seines Vaters aufgrund jahrelanger Recherchen, in deren Verlauf er erkennen musste, welch ungeheuren Ausmaßes die Verbrechen des Vaters waren. Niklas Frank ist mittlerweile 82 Jahre alt und die Aufarbeitung seiner Biografie beschäftigt ihn bis heute. Auch sein neustes Buch „Die Familie und ihr Henker“ (August 2021) zeigt der Welt, wie verlogen, sentimental, berechnend, kalt, grausig, aber auch liebevoll, verzweifelt, grotesk und auf schaurige Weise komisch Hans, Brigitte und ihre gemeinsamen fünf Kinder, dazu Omas, Opas und sonstige Verwandte mit den Folgen des Holocausts umgingen – und ihn verdrängten. 

Dr. Martina Przygodda und Niklas Frank in der Hattinger Altstadt (Foto: RuhrkanalNEWS)

„Ein KICK für Hattingen“ ist eine Initiative des Bürgerschaftlichen Engagements und hat das Ziel, Senior*innen zu gesellschaftlichen, politischen und persönlichen Themen zusammen und ins Gespräch zu bringen. Viele Senior*innen vermissen die Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Themen zugeschnitten für ihre Generation. Diese Lücke möchte „Ein KICK für Hattingen“ füllen.

Unterstützt werden sie durch Mittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Das Programm fördert Engagierte, die sich für demokratische Strukturen und gesellschaftliche Vielfalt einsetzen und sich so gegen Extremismus und Menschenfeindlichkeit wenden.

„Ein KICK für Hattingen“ finden sie im Bürgerzentrum Holschentor in der Talstraße 8. Weitere interessante Interviews und Literaturgespräche sind zu sehen auf dem YouTube Kanal von „Ein KICK für Hattingen“.

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