MEHR SICHERHEIT FÜR RADFAHRER*INNEN

Gekennzeichnete Fahrradstraße in Hattingen (Foto: Stadt Hattingen)

Offener Brief des ADFC Ennepe-Ruhr an den Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises Olaf Schade von Robert Dedden (ADFC-EN)

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Viele Personen, die grundsätzlich bereit wären, im Alltag mit dem Rad zu fahren, haben Angst. Dazu gehört besonders die Angst, zu dicht von PKW überholt zu werden und zu Schaden zu kommen.

Seit dem Jahr 2020 gilt, dass der motorisierte Verkehr gegenüber RadfahrerInnen innerorts einen Überholabstand von mindestens 1,5 Metern, außerorts von mindestens 2,0 Metern einzuhalten hat.

In Hannover, Hamburg, Magdeburg, Freiburg, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Baden-Baden, Leipzig oder auch in Hamm und im Kreis Mettmann wird bereits seitens der Polizei der Überholabstand kontrolliert.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es viele Straßen, die zu wenig Breite aufweisen, um mit ausreichendem Abstand zu überholen. In diesen Fällen dürfe nicht überholt werden, die meisten tun es doch und gefährden dann andere Verkehrsteilnehmende und insbesondere RadfahrerInnen. Diejenigen, die sich gegenüber RadfahrerInnen sehr rücksichtsvoll verhalten, müssen immer wieder erleben, dass sie von anderen, dahinter befindlichen AutofahrerInnen angehupt und aufgefordert werden, verkehrswidrig zu überholen.

Es gibt im Ennepe-Ruhr-Kreis diverse Stellen, an denen es wegen engen, unübersichtlichen Kurven und teilweise auch regem motorisiertem Verkehr es häufig zu kritischen Situationen kommt:

  • die Wittener Straße von Haus Kemnade hinauf nach Hattingen Blankenstein (Radverkehrsnetz NRW)
  • die Bredenscheider Straße von Hattingen in Richtung Sprockhövel insbes. zwischen evangelischem Krankenhaus und Bredenscheid
  • die Bochumer Straße von Haus Kemnade hinauf in Richtung Niedersprockhövel im Bereich der links abzweigenden Uhlenbruchstraße
  • die Wuppertaler Straße von Niedersprockhövel in Richtung Sprockhövel Schee in Höhe Haus-Nr. 241
  • die Schevener Straße von Niedersprockhövel in Richtung Haßlinghausen
  • die Sprockhöveler Straße von Hattingen nach Niedersprockhövel kurz vor der Abzweigung Heierberg
  • die Kölner Straße (B7) in Ennepetal in Fahrtrichtung Schwelm von Haus-Nr. 124 – Haus-Nr. 180
  • die gesamte Hattinger Straße In Schwelm von der B7 bis zum Kreuz Wuppertal Nord
  • die L699 im gesamten Ennepetal von Ennepetal in Richtung Ennepetalsperre. Die meisten dieser Straßen befinden sich außerorts, d.h. hier gelten nicht nur die 1,5 Meter, sondern sogar mindestens 2,0 Meter Überholabstand.

Der ADFC-EN fordert, dass mittels geeigneter Maßnahmen an neuralgischen Stellen die Überholabstände gemessen werden (s.o.) um die FahrerInnen von Kraftfahrzeugen und auf dieses gefährliche Fehlverhalten aufmerksam zu machen.

Um auch weiter Verkehrsteilnehmende auf das Thema aufmerksam zu machen, sollte auf diese Kontrollen im Vorfeld hingewiesen werden und im Nachgang auch darüber in den Medien berichtet werden.

Angesichts der kritischen Personalsituation bei der Polizei wäre es zu begrüßen, wenn wenigstens ein oder zweimal pro Jahr entsprechende Schwerpunktaktionen stattfinden würden. Das dies auch ohne großen technischen Aufwand möglich ist, zeigt folgendes Beispiel:

  • „Die Überwachung des Seitenabstandes beim Überholen von Radfahrenden wird seitens Polizei NRW durchgeführt, ist jedoch personalaufwändig und orientiert sich daher maßgeblich an der jeweiligen Verkehrsunfalllage einer Kreispolizeibehörde (KPB). Um u. a. diesem Aspekt Rechnung zu tragen, kommt eine rechnerische Methode zum Einsatz mit der man prüfen kann, ob auf einer Fahrbahn grundsätzlich eine ausreichende Breite vorhanden ist, damit ein gefahrloses Überholen gemäß § 5 (4) StVO möglich ist.“

Mit freundlichen Grüßen, Robert Dedden (ADFC-EN

1 Kommentar zu "MEHR SICHERHEIT FÜR RADFAHRER*INNEN"

  1. Wolfgang Glöckner | 25. März 2024 um 0:12 |

    Tja, was soll ich jetzt dazu sagen? Ich lese in diesem Artikel nur von Forderungen die Radfahrer gegenüber Autofahrern stellen. Solche Forderungen habe ich schon des öfters gelesen. Natürlich hat der ADFC hier voll und ganz Recht. Doch es gibt auch andere Seiten.
    Gerne würde ich Herrn Robert Dedden (ADFC-EN) einmal einladen mit mir einen Spaziergang über die Bahntrasse von Sprockhövel Richtung Hattingen, oder eine Runde um den Baldeney-See in Essen. Hier sind es ein großer Teil der Radfahrer die die Fußgänger gefährden. Ich lese immer das die Autofahrer die bösen sind…. . Klar das Auto ist stärker als der Fahrradfahrer, doch wie sieht es aus rasender Fahrradfahrer, Mountinbike, noch nicht ausgepowert, muss noch viele Km schaffen, hatte 1.500 und mehr für das Bike bezahlt… tja da war die Klingel um Fußgänger zu warnen nicht mehr im Budget nicht mehr drin. Ich bin ja Radfahrer.
    Anderes Beispiel: die Bundesstraße ist toll asphaltiert, der Radweg(wie der Name sagt für Radfahrer gedacht) nicht ganz so eben… ach fahre ich eben auf der Straße, die Autofahrer müssen ja auf mich Rücksicht nehmen.
    Tja, soll sich jeder selbst seine Meinung bilden, ich bin Autofahrer, war längere Zeit Radfahrer und wie oben geschildert ich mache auch gerne Spaziergänge, jedoch nicht am Wochenende wenn die Rudi Altigs unterwegs sind.

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