UPDATE: SACHSTAND ZUM NEUBAU BUSBAHNHOF-NIEDERSPROCKHÖVEL

Der derzeitige Busbahnhof in Niedersprockhövel auf der Hauptstraße (Foto: Höffken)

Sprockhövel – 29 Ausschussmitglieder aus zwei Ausschüssen wurden heute (07. März 2022) in der Glückaufhalle über den aktuellen Sachstand des zukünftigen Standortes des Busbahnhofes in Niedersprockhövel informiert. Per Live-Stream im Internet konnten Bürgerinnen und Bürger die Vorträge bequem von zuhause aus verfolgen oder können sich diese noch einmal ansehen.

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Der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) Niedersprockhövel/Kirche entspricht nicht mehr heutigen Standards und soll zukünftig barrierefrei ausgebaut und attraktiver gestaltet werden, ggfs. auch an einem anderen Standort.

Planung seit 2018 – Vier Jahre sind schon vergangen

Ein barrierefreier Umbau ist demnach am vorhandenen Standort aufgrund der Topographie und der begrenzten Platzverhältnisse schwierig. Als Alternativstandort bietet sich die Grünfläche parallel zum Freibad an der Bochumer Straße an. Die Ergebnisse einer Voruntersuchung wurden dem Ausschuss bereits in einer Sitzung am 18. Juni 2018, also vor über 3 ½ Jahren, vorgestellt.

Für die Verlagerung des Busbahnhofes an die Bochumer Straße war zunächst die Klärung der verkehrlichen Voraussetzungen erforderlich. Von daher war eine Verkehrsuntersuchung zu beauftragen, um die verkehrliche Belastungs- und Funktionsfähigkeit nachzuweisen und die Folgen der verkehrlichen Abläufe zu belegen, schrieb die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Sitzung (07. März 2022).

Bürger-Informationsveranstaltung am 09. Februar 2019

Die Standortfrage des Busbahnhofes wurde bereits in einer von vielen Bürgern gut angenommenen Bürger-Informationsveranstaltung der SPD am 09. Februar 2019 diskutiert. In der damaligen Veranstaltung auf der Hauptstraße wurden auch erste Modelle der damaligen drei Standortvarianten vorgestellt. Viele Teilnehmer der damaligen Veranstaltung sprachen sich für den Erhalt des bisherigen Standortes des Busbahnhofes aus.

Anfang Februar 2019 informierte die SPD auf der Hauptstraße über die Veränderungen beim Busbahnhof Niedersprockhövel (Foto: Höffken)

Natürlich, und das wissen alle, sind die derzeitigen Verkehrsverhältnisse am Busbahnhof beengt und nicht optimal. Zu jeder vollen Stunde, wenn zahlreiche Busse anfahren wird es eng, die Autofahrer müssen sich schon an das 20 km/h Tempo-Limit halten und Vorsicht walten lassen, zumal wenn auch die Schulbusse dort halten. Aber es funktioniert jeden Tag, rund um die Uhr. Auch der Weg vom derzeitigen Busbahnhof zu den Geschäften auf der Hauptstraße ist kurz.

Im letzten Jahr griff die Politik das Thema wieder auf. Im Rahmen einer Voruntersuchung durch ein Ingenieurbüro wurde die Machbarkeit des barrierefreien Umbaus am bisherigen Standort sowie die Möglichkeit der Verlagerung des ZOB an alternative Standorte untersucht. Ein barrierefreier Umbau ist demnach am vorhandenen Standort aufgrund der Topographie und der begrenzten Platzverhältnisse schwierig.

Standort Bochumer Straße

Als Alternativstandort bietet sich die Grünfläche parallel zum Freibad an der Bochumer Straße an. Die Ergebnisse der Voruntersuchung wurden dem Ausschuss schon in seiner früheren Sitzung am 18. Juni 2018 vorgestellt. Die Ergebnisse der verkehrstechnischen Untersuchung wurden nach Abstimmung mit den Fachbehörden dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Denkmalschutz sowie dem Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung in einer gemeinsamen Sitzung im letzten Jahr, am 20. Mai 2021, präsentiert.

Ein möglicher Standort des neuen Busbahnhofes an der Bochumer Straße (Foto: Höffken)

Die Ausschüsse beauftragten dann die Verwaltung, die Planung für beide Varianten umfassend weiter zu führen und erneut darüber zu berichten. Das Ingenieurbüro Planungsgruppe MWM aus Aachen hat die Ausschreibung gewonnen und wurde im Oktober 2021 mit der Planung beauftragt. Nach einer Bestandsuntersuchung durch das Ingenieurbüro fand am 03. November 2021 ein erstes Auftaktgespräch statt, in dem bereits erste Skizzen besprochen wurden. Als erster Schritt soll ein ausführlicher Variantenvergleich in enger Abstimmung mit den Verkehrsbetrieben, den Fachbehörden und der Verwaltung erarbeitet werden.

Weitere Untersuchungen und Gutachten erforderlich

Seit November 2021 findet eine stetige Rückkopplung zwischen der Verwaltung und dem Ingenieurbüro statt und es gab mehrere Abstimmungstermine mit den Verkehrsbetrieben (VER, BOGESTRA und WSW) zur Klärung der unterschiedlichen Anforderungsprofile. Die Planung wurde auf Basis dieser Gespräche kontinuierlich angepasst. Da für die Standortentscheidung jedoch nicht nur räumliche, verkehrstechnische und städtebauliche Anforderungen relevant sind, sondern ebenso beachtet werden muss, welche Auswirkungen der zukünftige Standort zum Beispiel auf den Einzelhandel hat, sind hierzu vertiefende Untersuchungen und Gutachten erforderlich.

Dies wurde auch durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalenbei einer Innenstadtbegehung am 28. Juni 2021 in Niedersprockhövel unterstrichen, bei der auch der aktuelle Busbahnhof sowie der alternative Standort an der Bochumer Straße besichtigt und diskutiert wurde. Es wurde in diesem Kontext angeregt, „die Innenstadt, den Busbahnhof sowie den Einzelhandel als Gesamtkomplex zu sehen“. Zudem wies sie auf ein Bundesprogramm u.a. für derartige Untersuchungen hin.

Jan Siebenmorgen, Geschäftsführer der MWM Planungsgruppe, erläuterte heute den Ausschussmitgliedern und im Live-Stream anschaulich die Vor-, Nachteile, Chancen und Risiken der beiden untersuchten Standorte, einmal am bisherigen Busbahnhof und an dem neuen möglichen Standort an der Bochumer Straße. Unter Abwägung aller planungsumfassenden Aspekte scheint der Standort an der Bochumer Straße mehr Vorteile zu bieten als am bisherigen Standort, dem Platz neben der Zwiebelturmkirche.

Hier das Planungsmodell eines neuen Busbahnhofes an der Bochumer Straße (Plan MWM, Foto:Höffken)

Ortskern Niedersprockhövel gesamt betrachten – Bürgerbeteiligung

Des Weiteren soll eine Handlungsstrategie erarbeitet werden, die den Ortskern Niedersprockhövel im Gesamtkontext betrachtet und auch den derzeitigen Standort sowie den potenziellen Alternativstandort des ZOB miteinbezieht. Auch entsprechende Bürgerbeteiligungen sind vorgesehen.

Da die Stadt auf Grundlage der Interessenbekundung für das weitere Auswahlverfahren zugelassen wurde, erarbeitet die Verwaltung derzeit den entsprechenden Zuwendungsantrag. Im Falle eines positiven Förderbescheides ist mit einem möglichen Projektbeginn Mitte des Jahres 2022 zu rechnen. Als eine der ersten Maßnahmen des Projektes soll das für die Standortentscheidung des ZOB erforderliche Gutachten zu möglichen Auswirkungen der potenziellen ZOB-Standorte auf den Einzelhandel in Niedersprockhövel erstellt werden. Des Weiteren werden bei dem Standort an der Bochumer Straße die Auswirkungen auf das Freibad weiter untersucht.

Im weiteren Planungsprozess sollen die bisherigen Planungsvarianten weiter an die verschiedenen Anforderungen angepasst und Anregungen eingearbeitet werden. Insofern werden zunächst die Anregungen aus der gemeinsamen Sitzung aufgenommen und danach mit den Verkehrsbetrieben und den Fachbehörden abgestimmt. Zudem sind belastbare Kostenschätzungen für beide Standortvarianten zu erstellen, um die erforderlichen Finanzmittel abschätzen zu können. Anschließend werden die Planungsvarianten für beide Standorte visuell aufbereitet, um auf dieser Basis unter Beteiligung der Bürger*innen und der Politik eine endgültige Standortentscheidung zu treffen.

Umfangreiche Beteiligungsprozesse sollen, sofern möglich, voraussichtlich im Sommer 2022 erfolgen. Nach Rücksprache mit dem VRR können entsprechende Fördermittel erst dann beantragt werden, wenn die endgültige Entscheidung für einen Standort gefallen ist und eine Kostenschätzung vorliegt.

Fazit: Der Umbau des bisherigen bzw. der Bau eines neuen Busbahnhofes an einem neuen Standort wird noch einige Jahre dauern.

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