LANGZEITARBEITSLOSIGKEIT IM BLICK

Jobcenter EN (Screenshot: RuhrkanalNEWS)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Noch bis Freitag (8. April 2022) läuft in den 53 Jobcentern in Nordrhein-Westfalen die „Fokuswoche Langzeitarbeitslosigkeit“. Auch das Jobcenter EN nutzt diese Gelegenheit, um Ansätze und Programme vorzustellen, die Betroffenen den Weg zurück in Arbeit ebnen. Im Blickpunkt stehen damit Projekte für diejenigen, die mindestens seit einem Jahr ohne Beschäftigung sind.

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Wie in vielen anderen Bereichen hat Corona seine Spuren auch im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit hinterlassen. Lag die Zahl der Betroffenen im Ennepe-Ruhr-Kreis im Dezember 2019 noch bei 2.936, waren es im Dezember letzten Jahres 4.420.

„Dieser deutliche Anstieg“, so Heinrich Dürwald, Leiter des Fachbereiches Jobcenter EN der Kreisverwaltung, „darf aber nicht über Folgendes hinwegtäuschen: Allein 2021 ist es den Kolleginnen und Kollegen gelungen, knapp 4.000 Personen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder in eine Ausbildung zu vermitteln. Gute Chancen dafür gab es unter anderem in Handwerks, Pflege- und Sozialberufen, im Transport- und Logistikbereich sowie in den Bau- und Baunebenberufen.“

Mit Förderinstrumenten und -programmen, Einstiegsqualifizierungen und Eingliederungszuschüssen haben die Mitarbeiter des Jobcenters EN unzählige Möglichkeiten, um die Betroffenen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zum einen sehr gezielt zu unterstützen. Zum anderen öffnen sie auch Türen und Betriebe sind bereit, Langzeitarbeitslose einzustellen, die auf ihrem Weg noch begleitet werden müssen.

„Mit anderen Worten“, so Dürwald, „eine fehlende Ausbildung und geringe Berufserfahrung, gesundheitliche Einschränkungen oder Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden als Herausforderungen, aber nicht als unüberwindbare Hindernisse gesehen. Davon profitieren unter dem Strich alle Beteiligten.“

Als Beispiel für ein inzwischen bewährtes Förderprogramm nennt er das vor drei Jahren eingeführte Teilhabechancengesetz. Mit ihm sind besondere Chancen für Menschen verbunden, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Wer sie einstellt und ihnen zumindest einen Vertrag über zwei Jahre gibt, erhält im ersten Jahr einen Lohnkostenzuschuss von 75 Prozent, im zweiten sind es dann noch 50.

„Grundsätzlich“, so Dürwald, „ist es unser großes Anliegen persönlich und passgenau zu beraten.“ Als Beispiel hierfür nennt er das Projekt „Durchstarter“. Dieses individuelle Berufscoaching richtet sich an alle Arbeitsuchenden, die am Anfang oder am Neubeginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen.

Je nach Bedarf werden mit ihnen beispielsweise spezielle Bewerbungsstrategien entwickelt, ihre Bewerbungsunterlagen optimiert und Vorstellungsgespräche geübt. Auch Corona und die damit grundsätzlich weniger möglichen persönlichen Kontakte konnten diese Aktivitäten übrigens nicht bremsen. Um mit den Bewerbern beispielsweise für sie erreichbare und sinnvolle Berufsziele zu erarbeiten, setzten die Durchstarter-Coaches erfolgreich digitale Alternativen ein.

Gesundheitlich eingeschränkten Langzeitarbeitslosen hilft das Projekt „Pro aktiv“.  Hand in Hand mit der Deutschen Rentenversicherung Westfalen arbeiten so genannte Lotsen daran, den Teilnehmern die Förderung zu geben, die sie benötigen, um mittelfristig – wieder – Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen zu können. Zunächst geht es dabei insbesondere darum, die Gesundheit zu stabilisieren, wiederherzustellen und zu erhalten.

„Ähnlich individuell arbeiten wir im spezialisierten Fallmanagement. Zielgruppe hier sind Langzeitarbeitslose mit so genannten multiplen Problemlagen. Hierzu gehören Suchtprobleme und drohende Wohnungslosigkeit oder auch eine unklare gesundheitliche Situation“, erläutert Dürwald.

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