Hattingen – Der Kulinarische Altstadtmarkt geht zwar noch einen Tag und endet heute Abend am Sonntag (21. Juni 2026), doch schon jetzt zeigt er, wie sich ein Sommer anfühlen kann. Schon beim ersten Schritt auf den Kirchplatz lag er in der Luft: dieser Mix aus warmem Pflaster, Gewürzen, gebratenem Fleisch und süßen Noten, der sofort klarmacht – hier geht es nicht nur ums Essen, hier geht es ums Erleben. Seit mehreren Tagen ist die Hattinger Altstadt Bühne für Genuss, Begegnung und dieses besondere Gefühl, dass der Sommer genau jetzt und genau hier stattfindet – und heute bietet sich die letzte Gelegenheit, das alles noch einmal zu erleben.
Zwischen historischen Fassaden, dicht gefüllten Tischen und dem leisen Klirren von Gläsern entstand eine Atmosphäre, die gleichermaßen lebendig und entspannt war. Man blieb stehen, kam ins Gespräch, probierte hier, kostete dort – und ließ sich treiben.
Kulinarisch zeigte sich der Markt so vielfältig wie selten. Bei Diergardts Kühler Grund traf die salzige Frische von Matjes und Austern auf die süße Leichtigkeit eines Erdbeertörtchens, das nach Sonne und Sommer schmeckte. Nur wenige Schritte weiter zog das Gasthaus Weiß mit intensiven Aromen die Aufmerksamkeit auf sich: knusprig gebratene Ente, kräftiger Wasserbüffel, zartes Fleisch vom irischen Weideochsen – Gerichte, die nicht nur sättigten, sondern Eindruck hinterließen.
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Mediterrane Leichtigkeit wehte vom Stand des Las Olas herüber. Tapas wurden gereicht, geteilt, kombiniert – würziger Manchego, feines Iberico-Filet, dazu ein Glas Wein, das in der Abendsonne funkelte. Es waren genau diese Momente, in denen die Zeit ein wenig langsamer zu laufen schien.
Das Hotel-Restaurant Eggers setzte auf vertraute Klassiker, die mit Sorgfalt und Können zubereitet wurden: goldbraune Schnitzel, außen knusprig, innen saftig, daneben ein fein abgestimmtes Vitello tonnato, das mit seiner Frische überzeugte. Die Burgstuben Kemnade überraschten mit einem spannenden Mix aus edlen Krustentieren, herzhaften Rindgerichten und kreativen Ideen, die neugierig machten.
Und dann war da noch An der Krüpe, wo kräftige Wildgerichte auf süße Verlockungen trafen. Vor allem der karamellisierte Kaiserschmarrn blieb vielen in Erinnerung – warm, duftend, leicht knusprig und doch luftig, ein Dessert, das man nicht einfach nur aß, sondern genoss.
Zwischendurch lag immer wieder der Duft frisch gebackener Crêpes und Waffeln in der Luft, der die Besucher fast automatisch zum Stand der Bäckerei Löscher zog. Dazu ein kühler Aperitif, ein Glas Wein oder etwas Prickelndes von der Sprudel-Bar – und der Moment war perfekt.
Es waren diese vielen kleinen Szenen, die den Kulinarischen Altstadtmarkt ausmachten: lachende Gruppen, klirrende Gläser, zufriedene Gesichter, das Murmeln von Gesprächen, das bis in die warmen Abendstunden anhielt. Ein Fest, das nicht laut sein musste, um zu wirken.
Und doch gehört zur ganzen Wahrheit auch eine andere Perspektive. So sehr der Markt begeistert, so deutlich zeigen sich auch die Grenzen eines solchen Formats – vor allem für die Menschen, die mitten im Geschehen leben. Fragen nach Dauer, Rücksicht und Organisation lassen sich nicht einfach wegfeiern.
Genau dieser Blick wird in unserem begleitenden Kommentar aufgegriffen – als bewusster Gegenpol zur Begeisterung und als Einladung, das Fest nicht nur als Erfolg zu feiern, sondern auch weiterzudenken.



















































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