JOBCENTER: VERMITTELN STATT VERWALTEN

Homepage der Kampagne "Kommunale Jobcenter – Menschen vor Ort" (Screenshot: RuhrkanalNEWS)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Das Jobcenter des Ennepe-Ruhr-Kreises schaut bei der Vermittlung auf den ganzen Menschen, nicht nur auf den Bildungsabschluss – so wird schon mal aus einem arbeitslosen Wirtschaftswissenschaftler ein leidenschaftlicher Bootsbauer und aus einem Arbeitssuchenden ein Arbeitgeber. Als Teil der Kampagne „Kommunale Jobcenter – Menschen vor Ort“ stellt das Team in einem Video-Portrait seinen bewerberorientierten Ansatz vor.

„Wir sanktionieren nicht, wir motivieren“, fasst Arbeitsvermittler Andreas Georgi das Motto des Teams im Video zusammen. Häufig geht es zunächst darum, das Selbstvertrauen der Arbeitssuchenden wiederaufzubauen und ihnen aufzuzeigen, worin sie gut sind. Sind die eigenen Interessen, Erfahrungen und Begabungen reflektiert, setzen sich die Bewerber eigene Berufsziele, bei deren erreichen sie vom Jobcenter unterstützt werden.

Wie Georgi weiter erklärt, spielt auch die Perspektive der Unternehmen bei der bewerberorientierten Vermittlung eine wichtige Rolle – denn ohne freie Stelle bringt auch die größte Motivation keinen Bewerber weiter. So regen die Mitarbeiter aus dem Arbeitgeberservice bei den Firmen etwa innovative Personalentwicklungskonzepte an oder überzeugen von neuen Wegen der Mitarbeitergewinnung.

Um erfolgreich zu vermitteln, sorgt das Jobcenter für eine enge Wechselbeziehung zwischen Bewerbern und Arbeitgebern: Die Rückmeldungen der Betriebe fließen in die Beratung ein, aus den Beratungen heraus erfahren die Unternehmen von den Potentialen der Bewerber.

Die Geschichte von Bernd Möbius hat im fünfminütigen Video zwar keinen Platz gefunden, zeigt aber, wie wirksam dieser Ansatz ist. Als bei einer Gruppenschulung Vorstellungsgespräche geübt wurden, hat Herr Möbius die Rolle des Personalverantwortlichen übernommen und war dabei sehr überzeugend. Kurz darauf hat sich bei einem Arbeitgebergespräch mit der Firma e-systems GmbH & Co. KG Witten herausgestellt, dass dort dringend ein Personalchef benötigt wird. Kurzerhand hat ein Arbeitsvermittler Herr Möbius für die Aufgabe vorgeschlagen – erfolgreich. So wurde aus dem Arbeitssuchenden ein Arbeitgeber.

Ein ähnlicher Fall ist der von Efkleidis Kitsikidis. Im Coaching stellte sich heraus, dass der studierte Wirtschaftswissenschaftler ein besonderes Talent für Holzschnitzereien hat. Andreas Georgi hat ihn daraufhin an den Yachtbauer FELLERyachting aus Wetter (Ruhr) vermittelt, bei der Kitsikidis nun zum technischen Produktdesigner ausgebildet wird. Für Inhaber Uwe Feller, der für den komplexen Beruf ebenfalls eine Ausbildung und ein Studium absolviert hat, ist die Einstellung von Kitsikidis ein „absoluter Volltreffer“. Da die Wetteraner Firma neben dem Bootsbau auch Start-Ups in der hauseigenen Innovationswerkstatt berät und mit maritimen Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie privaten Investoren zusammenarbeitet, sind Kitsikidis’ Wissen über Produktionsabläufe und Kostenkalkulationen für die Firma ein großer Gewinn.

Kampagne „Kommunale Jobcenter – Menschen vor Ort“

Die vom Deutschen Landkreistag und Deutschen Städtetag koordinierte Kampagne ist online abrufbar. Dort findet sich unter dem Titel „Stillstand ist nicht unser Ding – vermitteln statt verwalten“ auch das Video des Jobcenters EN. Ziel der Kampagne ist es aufzuzeigen, dass die kommunalen Jobcenter Unterstützung aus einer Hand bieten und den Menschen dabei helfen, schwierige Phasen zu überwinden.

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