IMPFKAPAZITÄT VERDOPPELT – ZWEITES IMPFZENTRUM IN SCHWELM

40 Ehrenamtler aus allen THW Ortsverbänden im Ennepe-Ruhr-Kreis benötigten nur wenige Stunden, um die Impfstraßen aufzubauen (Foto:; UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis/Schwelm Fast 9.000 zusätzliche AstraZeneca Dosen, die ab Ostermontag (5. April 2021) innerhalb von zwei Wochen an Menschen über 60 Jahren im Ennepe-Ruhr-Kreis verimpft werden sollen – diese Ankündigung von NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwochmittag hatte bei den für das Impfen Verantwortlichen unmittelbar zu Aktivitäten geführt. Wochenende  und Ostern  hin oder her.

Das Ergebnis ist seit Samstagmittag an der Schwelmer Dreisporthalle (Milsper Str. 35) zu sehen, Mitarbeiter der Abteilung Bevölkerungsschutz und 40 Ehrenamtliche aus allen THW Ortsverbänden im Kreis haben dort eine Impfstation aufgebaut, die mit dem Auto durchfahren werden kann. Zunächst geplante Betriebszeit sieben Tage, Verlängerung um weitere sieben Tage denkbar.

„Aus unserer Sicht die naheliegenste Option. Wir konnten sie in Eigenregie planen und so schnell  wie nötig umsetzen. Die Nähe zum Impfzentrum ist dabei nicht nur ein Plus, sondern mit Blick auf das sehr enge Zeitfenster sowie das Anliefern des Impfstoffes, vorhandene Ressourcen und die Abläufe sogar ein Muss“, berichtet Bevölkerungsschützer Christian Zittlau.

Das Impfzentrum hatte die Kreisverwaltung Ende letzten Jahres in einem ehemaligen Aldi-Markt eingerichtet. Vorgegeben und gewünscht waren vom Land 7.000 Impfmöglichkeiten pro Woche, um ein wenig Spielraum nach oben zu haben, waren 8.400 realisiert worden. Derzeit wird so viel Impfstoff für Menschen über 80 Jahren sowie chronisch Kranke geliefert, dass trotz bereits erweiterter Öffnungszeiten kein Spielraum für weitere Termine, geschweige denn für eine mehr als kurzfristige Verdoppelung der Kapazitäten von 8.400 auf 16.000 Impfungen pro Woche gegeben war.

THW und Feuerwehr unterstützen im Impfzentrum

„So viele Menschen durch das Impfzentrum zu schleusen war ja aber auch nie die Vorgabe. Dennoch mussten wir im Interesse der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger natürlich auf das ebenso unerwartet plötzliche wie positive Plus von mehr als 8.000 Impfdosen reagieren“, so Zittlau.

Gesagt, gedacht, gebaut. Am Ostermontag können sich die ersten über 60-jährigen um 14 Uhr im Auto sitzend ihre Corona-Schutzimpfung abholen. In zwei Impfstraßen werden sich die Fahrzeuge ab dann täglich von 8 bis 20 Uhr um die Turnhalle herum Richtung AstraZeneca Spritze schieben. Nach Aufklärung und Pieks durch von der Kassenärztlichen Vereinigung gestelltes medizinisches Fachpersonal findet auch die Beobachtung im Fahrzeug statt. In den Betrieb eingebunden sind neben den für das Impfzentrum Verantwortlichen auch THW und Feuerwehr.

„Alle an Planung und Bau dieser Impfstation Beteiligten haben ein weiteres Mal unterstrichen, wie wir hier im Ennepe-Ruhr-Kreis zusammenarbeiten und zusammenhalten, wie wir in der Lage sind, die uns von anderen kurzfristigst gestellten Aufgaben anzunehmen und zu lösen“, betonte Landrat Olaf Schade (SPD) als Augenzeuge der Aufbauaktion, die nur 72 Stunden nach der Ü60 Aktions-Ankündigung durch Minister Laumann erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

AstraZeneca Impfdosen für Menschen über 60

Bürger im Alter zwischen 60 und 79 Jahren haben noch bis Montag, 5. April, die Chance, AstraZeneca Impftermine zu buchen (0800/116 117 02, oder online). Hierfür stellt das NRW-Gesundheitsministerium landesweit 434.000 Impfdosen zur Verfügung. 8.770 davon werden in den Ennepe-Ruhr-Kreis geliefert.

Einen grundsätzlichen Anspruch auf einen Termin haben im Kreis mehr als 70.000 Bürgerinnen und Bürger. Bis zum Samstagabend war es mehr als 4.000 von ihnen gelungen, sich eine Impfung mit AstraZeneca zu sichern.

Das Online-Terminportal der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe akzeptierte für die notwendige Registrierung offenbar nicht die E-Mails aller Anbieter (gmx.de, web.de).

Weiteres Problem: Alle Erfolgreichen erhielten von der KV den Hinweis, zum Impfzentrum kommen zu müssen. Sofern die E-Mail Adresse bekannt ist, werden sie jetzt von der Kreisverwaltung auf ihre richtige Anlaufstelle hingewiesen. „Diese Chance haben wir bei allen Online-Buchern. Wer telefonisch erfolgreich war –  einer von zehn – wird beim Erreichen des Impfzentrums gebeten, die wenigen Meter bis zur Sporthallen weiterzufahren“, heißt es aus dem Schwelmer Kreishaus.

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