„Ihr gehört dazu“ – Erster CSD in Hattingen wird zum emotionalen Signal für Vielfalt

CSD in Hattingen (Foto: Holger Grosz)
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Hattingen – Hattingen hat Geschichte geschrieben – und dabei Herz gezeigt. Beim ersten Christopher Street Day (CSD) der Stadt wurde am Samstag (11. Juli 2026) nicht nur gefeiert, sondern ein kraftvolles Zeichen für Offenheit, Mut und Zusammenhalt gesetzt. Rund 600 Menschen nahmen laut Polizeiangaben am Demonstrationszug teil, doch entlang der Strecke wuchs die Gemeinschaft spürbar weiter. Es waren deutlich mehr, die diesen Tag zu etwas Besonderem machten.

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Schon der Start am Bunkerparkplatz war geprägt von sommerlicher Leichtigkeit und spürbarer Vorfreude. Über die August-Bebel-Straße zog die bunte Parade Richtung Rathaus – begleitet von Musik, Farben und einer Energie, die sich kaum in Worte fassen lässt. Mittendrin: Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD).

Was dann folgte, war mehr als eine Rede. Es war ein Moment, der vielen unter die Haut ging. Mit hörbarer Emotion und teils feuchten Augen sprach die Bürgermeisterin zu den Menschen vor dem Rathaus – ehrlich, nahbar und voller Überzeugung. Immer wieder brandete Applaus auf, unterbrach ihre Sätze und ließ Raum für das, was viele in diesem Augenblick fühlten.

Rede von Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing in voller Länge (Filmbeitrag: RuhrkanalNEWS)

„Mut braucht man beim Bungeespringen – aber nicht, wenn zwei Männer Hand in Hand durch Hattingen gehen oder zwei Frauen sich in der Öffentlichkeit küssen“, sagte sie. Ein Satz, der sich spürbar in die Menge einprägte.

Im Publikum standen viele mit glänzenden Augen. „Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so trifft“, sagte eine junge Besucherin und wischte sich über das Gesicht. „Man hört oft schöne Worte – aber das hier fühlt sich echt an. Als würde endlich jemand wirklich verstehen, worum es geht.“

Ein Mann mittleren Alters, der den gesamten Zug begleitet hatte, zeigte sich tief bewegt: „Ich bin ehrlich – ich hatte Gänsehaut. Das war keine typische politische Rede. Das war persönlich, das war mutig. So etwas bleibt hängen.“

CSD in Hattingen „no comment“ Filmbeitrag (RuhrkanalNEWS)

Auch für viele queere Besucherinnen und Besucher war dieser Moment besonders. „Ich bin in Hattingen groß geworden“, erzählte eine Teilnehmerin, „wohne aber jetzt in Düsseldorf und ich hätte mir früher nie vorstellen können, so etwas hier zu erleben. Dass die Bürgermeisterin sich hinstellt und so klar sagt: Ihr gehört dazu. Ihr seid willkommen. Das bedeutet mir unglaublich viel.“

Neben ihr nickte ihre Lebenspartnerin: „Man fühlt sich heute einfach sicher. Und gesehen. Das ist ein Gefühl, das man nicht überall hat.“

Eine ältere Hattingerin brachte es mit leiser Stimme auf den Punkt: „Ich bin heute einfach nur dankbar. Für die Menschen hier, für die Stimmung – und für diese Worte. Die haben wirklich etwas in mir bewegt.“

Man konnte spüren, dass diese Rede mehr war als ein Programmpunkt. „Das war kein Pflichttermin“, sagte ein junger Besucher. „Die steht da wirklich dahinter. Das merkt man in jedem Satz.“

Fotostrecke Erster CSD in Hattingen (Fotos: Holger Grosz)

Nach der Kundgebung, bei der auch weitere Rednerinnen ihre Stimmen erhoben, setzte sich der Demonstrationszug erneut in Bewegung. Durch die Altstadt, über die Heggerstraße und die Talstraße zog die Parade weiter bis zum Bürgerzentrum Holschentor. Dort klang der Tag aus – mit Musik, Begegnungen und einer bunten, offenen Atmosphäre, die viele noch lange in Erinnerung behalten werden.

„Das war nicht einfach nur ein CSD“, sagte eine Teilnehmerin zum Abschluss. „Das war ein Anfang.“ Ein anderer ergänzte: „Und genau so muss es weitergehen – lauter, sichtbarer, gemeinsam.“

Dieser erste CSD war mehr als ein Auftakt. Er war ein Versprechen. Und Hattingen scheint bereit, dieses Versprechen mit Leben zu füllen.

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5 Kommentare zu "„Ihr gehört dazu“ – Erster CSD in Hattingen wird zum emotionalen Signal für Vielfalt"

  1. Vielen Dank für den großartigen Querschnitt der Veranstaltung und die umfangreiche Bilderstrecke

  2. Einige Teilnehmende haben gestern kein Demogeld abgeholt. Die Zahlbarmachung ist natürlich weiterhin über Antifa GmbH | Professioneller Widerstand seit 1945. https://share.google/GYEWc25PpocAWamTI möglich. Mit eurer Antifacard nehmt ihr übrigens automatisch an der Verlosung des iPhone 17 teil.

  3. Martina Przygodda | 12. Juli 2026 um 18:48 | Antworten

    Liebe Ruhrkanal Kollegen, ein super Bericht über einen gelungenen CSD! Ich war total angetan von der bunten Vielfalt in Hattingen. Und Spitzenklasse unsere Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing mit ihrer Rede: empathisch, authentisch, kraftvoll und BUNT!

  4. immanuel kant | 12. Juli 2026 um 21:49 | Antworten

    Und damit es nicht an Fülle mangelte, mussten Parteikader die Reihen auffüllen.

  5. Mensch Wagner, dass ich Dir mal applaudiere ist ja ein Ding. Musste herzlich lachen, aber im Ernst: die Antifa war da….und wie hieß es noch bei den Montagsdemos? „Wer mitläuft mit….“ Gilt das nicht auch für die vom Verfassungsschutz beobachteten linken Krawallbrüder und Schwestern?
    [Ohne die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu kennen, die sich der Antifa zugehörig fühlen und da mitmarschiert sind. Es gibt nicht DIE Antifa. Es gibt lokale Gruppen, manchmal auch mehrere in einer Stadt, die sich so nennen und sich organisieren. Insofern wird DIE Antifa auch nicht vom Verfassungsschutz beobachtet, sondern einzelne Gruppen oder Personen und die wahrscheinlich zurecht. FS
    https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/linksextremismus/die-antifa-antifaschistischer-kampf-im-linksextremismus.html
    ]

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