Hattingen – Irgendetwas stimmte nicht in Hattingen. Ein Schurke namens Giganto hatte zugeschlagen und den Schatz der Stadt gestohlen. Im Rathaus war ein geheimnisvoller Brief aufgetaucht, die Polizei wurde eingeschaltet – und selbst Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) wandte sich per Videobotschaft an eine ganz besondere Gruppe von Ermittlern.
Zum Glück hatte sich die Stadt auf diesen Fall gewissermaßen eine ganze Woche lang vorbereitet. Im Jugendzentrum Rauendahl waren im Rahmen des Ferienspaßes aus Kindern nämlich frisch ausgebildete Detektive geworden.
Was zunächst wie eine Ferienaktion mit Rätseln, Fingerabdrücken und Geheimschriften begonnen hatte, entwickelte sich zu einer Geschichte, bei der die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit ganz bewusst verschwammen.
Bevor die jungen Ermittler auf Gigantos Spur angesetzt werden konnten, mussten sie allerdings lernen, was ein Detektiv können muss. Fuß- und Fingerabdrücke wurden genommen und untersucht, Reliefs angefertigt und Münzen als Übungsobjekte verwendet. Für erfolgreich absolvierte Aufgaben gab es Mini-Diplome.
Dann stand geheime Kommunikation auf dem Ausbildungsplan. Die Kinder probierten unterschiedliche Codes aus, lernten eine Geheimsprache und beschäftigten sich unter anderem mit Möglichkeiten, Informationen mit Lego zu übermitteln. Natürlich durfte auch die Tarnung nicht fehlen: falsche Bärte und Hüte gehörten ebenso zur Ausbildung wie der richtige Umgang mit Walkie-Talkies.
Wer alle Bereiche erfolgreich durchlaufen hatte, bekam schließlich das, was einen richtigen Ermittler ausmacht: einen offiziellen Detektivausweis.
Sie hatten einen echten Auftrag bekommen, wurden von Bürgermeisterin und Polizei als Teil der Geschichte ernst genommen und hatten gemeinsam einen Fall gelöst. (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Und dann wurde es ernst.
Giganto meldete sich. Der Schurke hatte im Rathaus einen Brief hinterlassen und offenbar den Schatz der Stadt Hattingen gestohlen. Für die frisch ausgebildeten Detektive war klar: Jetzt mussten sie zeigen, was sie gelernt hatten.
Die Geschichte wurde dabei konsequent weitergesponnen. Polizeihauptkommissar Müller wurde informiert, Hinweise wurden gesammelt und an die Polizei weitergegeben. Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing unterstützte die Kinder mit Videobotschaften und motivierte sie, ihre Ermittlungen fortzusetzen.
Einfach machte Giganto es seinen Verfolgern allerdings nicht. Am Donnerstag blieb der Schurke verschwunden. Am nächsten Tag begann eine neue Spurensuche – und die verlangte den Kindern einiges ab.
Ein Hinweis führte zunächst zu einem großen „A“ und schließlich zu Aldi. Von dort ging die Suche weiter zu einem Pflegedienst, dessen Name „ABC“ den nächsten entscheidenden Hinweis lieferte. Schließlich landeten die jungen Detektive beim Schlüsseldienst Brand. Dort war zuvor ein anonymer Auftrag eingegangen.
Die Kinder fertigten einen Schlüssel an.
Nur: Wo passte er?
Wieder gab es einen verschlüsselten Hinweis. Diesmal spielte ein Fußballplatz eine Rolle. Die jungen Ermittler kombinierten – und kamen schließlich auf einen Ort, den sie eigentlich bestens kannten: den Fußballplatz direkt in ihrem Umfeld.
In einem Häuschen fanden sie schließlich tatsächlich den verschwundenen Schatz.
Damit war der Fall gelöst.
Wer an diesem Tag ins Jugendzentrum Rauendahl kam, erlebte allerdings noch etwas anderes. Mitten zwischen Detektivausweisen, Hinweisen, Walkie-Talkies und aufgeregten Kindern stand Sozialarbeiterin Daniela Risse. Sie musste nicht laut werden, um die Gruppe zusammenzuhalten. Sie sprach mit den Kindern auf Augenhöhe, ließ sie erzählen, erinnerte sie an das gemeinsam Erlebte und gab ihnen immer wieder den Raum, selbst die Antworten zu finden.
Vor allem aber war ihr anzumerken, dass diese Schatzsuche für sie nicht einfach irgendein Programmpunkt des Ferienspaßes war. Risse war mit einer Begeisterung dabei, die sich auf die Kinder übertrug. Sie motivierte, fragte nach, lobte und freute sich mit ihnen. Die Kinder hörten ihr zu – und sie hörte den Kindern zu. Ein Zusammenspiel, das bemerkenswert gut funktionierte.
Auch die Polizei ließ ihre jungen Kollegen nach dem erfolgreichen Einsatz nicht einfach allein feiern. Polizeihauptkommissarin Alexandra Kovàcs kam persönlich vorbei, bedankte sich für die Unterstützung und lobte die gute Zusammenarbeit.
Und natürlich ging es auch um den Finderlohn.
Denn Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing hatte in ihrer Videobotschaft eine wichtige Nachricht übermittelt: Die erfolgreichen Detektive durften den gefundenen Schatz behalten.
Also wurde geteilt. Große und kleine „Diamanten“ wechselten ihre Besitzer, und zwischendurch wurde sogar augenzwinkernd darüber diskutiert, wie hoch der übliche Finderlohn eigentlich ausfällt.
Zum Abschluss sollten die frisch ausgezeichneten Detektive noch einmal gemeinsam für ein Foto antreten – natürlich mit ihren Detektivausweisen. Schließlich musste Polizeihauptkommissarin Kovàcs ihren Kollegen auch beweisen können, mit welcher schlagkräftigen Ermittlergruppe sie es im Rauendahl zu tun gehabt hatte.

































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