Hattingen – Mit rund 300 Angeboten und etwa 5.000 Unterrichtsstunden startet die Volkshochschule Hattingen in das Herbst- und Wintersemester 2026/2027. Und diese Zahl ist durchaus bemerkenswert, denn die Unterrichtsstunden der Integrationskurse sind darin noch gar nicht enthalten.
Das neue Programmheft liegt ab Freitag, 21. August, aus. Zu finden ist es unter anderem in den Hattinger REWE-Lenk-Märkten, bei der Sparkasse und in der Stadtbibliothek. Am Samstag, 22. August, gibt es dort von 11 bis 13 Uhr zusätzlich einen Infostand der VHS. Wer Fragen zum Programm hat, eine Beratung benötigt oder vielleicht auch eine eigene Idee für ein künftiges Angebot mitbringt, kann direkt mit den Mitarbeitern der Volkshochschule ins Gespräch kommen.
Richtig ernst wird es eine Woche später: Am Samstag, 29. August, um Punkt 10 Uhr wird die Anmeldung freigeschaltet. Dann können die Kurse über die Internetseite der VHS gebucht werden. Gleichzeitig ist die VHS telefonisch erreichbar. Außerdem kann weiterhin die Anmeldekarte genutzt werden, die sich im Programmheft befindet.
Einen wichtigen Hinweis gab es beim Pressegespräch gleich mehrfach: Eine Anmeldung per E-Mail ist nicht möglich. Anmeldungen, die per E-Mail bei der VHS eingehen, werden nicht bearbeitet und können deshalb bei der Platzvergabe nicht berücksichtigt werden. Gerade bei den erfahrungsgemäß besonders begehrten Angeboten kann das entscheidend sein. Aqua- und Yogakurse gehören beispielsweise zu den Kursen, bei denen in den ersten Minuten nach Freischaltung besonders viel los ist.
Bewährtes bleibt – Neues kommt hinzu
Die Volkshochschule ist längst mehr als ein Ort, an dem man eine Sprache lernt oder einen bestimmten Kurs besucht. Sie ist auch ein Treffpunkt. Menschen kommen über Jahre immer wieder, besuchen ihren bisherigen Kurs oder probieren etwas Neues aus. Beim Pressegespräch fiel dazu eine interessante Zahl: Schätzungsweise 80 Prozent der Teilnehmer kommen wieder oder suchen sich ein anderes Angebot aus.
Und Auswahl gibt es reichlich.
Eine Besonderheit des neuen Programms ist beispielsweise gar kein einzelner Kurs. Der VHS war aufgefallen, dass inzwischen zahlreiche Angebote aus ganz unterschiedlichen Bereichen speziell für Frauen existieren. Bislang waren diese allerdings über das gesamte Programm verteilt. Im neuen Heft werden sie unter dem Titel „Frauenzeit“ erstmals gemeinsam auf einer Doppelseite präsentiert.
Das Spektrum reicht von Gesundheit und Kreativität über Angebote für alleinerziehende Frauen bis zu digitaler Sicherheit. Auch intuitives Bogenschießen wird ausschließlich für Frauen angeboten. Die VHS möchte ausprobieren, ob solche Lerngruppen Frauen erreichen, die bestimmte Themen lieber unter sich behandeln. Mit einem neuen digitalen Teilnehmerfragebogen soll anschließend ausgewertet werden, wie die Angebote angenommen werden. Funktioniert das Konzept, könnte es in kommenden Semestern weiter ausgebaut werden.
Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft
Aktuelle gesellschaftliche Fragen greift die VHS ebenfalls auf. Unter dem Titel „Geteilte Geschichte, gemeinsame Zukunft“ gibt es eine kostenlose Online-Vortragsreihe zur deutschen Wiedervereinigung und ihren Folgen.
Dabei soll der Blick nicht nur zurück ins Jahr 1990 gehen. Es geht auch um die Frage, welche Entwicklungen ihren Ursprung in der Zeit der Wiedervereinigung haben und wie sie bis in die Gegenwart wirken. Die drei Online-Veranstaltungen werden über den Volkshochschulverband angeboten. Interessierte melden sich bei der VHS Hattingen an und erhalten anschließend den entsprechenden Zugang.
Energie sparen, Feuchtigkeit und Schimmel
Sehr handfest wird es bei der Zusammenarbeit mit der Klimaschutzbeauftragten der Stadt Hattingen und der Verbraucherzentrale NRW.
Unter dem bekannten Themenbereich „Hattingen hat Energie“ geht es im Herbst unter anderem um Feuchtigkeit und Schimmel in Wohnungen. Wie entsteht Schimmel? Was kann man selbst dagegen tun? Und welche Möglichkeiten haben Mieter?
Ein zweites Thema dürfte angesichts steigender Kosten ebenfalls viele Haushalte interessieren: Energiesparen im Alltag. Dabei geht es nicht nur um die großen Maßnahmen am Gebäude, sondern gerade um die kleinen Dinge des täglichen Lebens – Geräte ausschalten statt Stand-by, unnötigen Stromverbrauch vermeiden und herausfinden, wo im eigenen Haushalt Energie verloren geht.
Die VHS und die Künstliche Intelligenz
An einem Thema kommt inzwischen auch die Volkshochschule nicht mehr vorbei: Künstliche Intelligenz.
Die VHS hat diesen Bereich für das neue Semester deutlich erweitert und bietet sowohl Präsenz- als auch Onlinekurse an. Dabei geht es nicht nur darum, einmal ChatGPT auszuprobieren. Teilnehmer können lernen, wie man sinnvolle Anweisungen – sogenannte Prompts – formuliert, mit KI Texte erstellt und die Ergebnisse so beeinflusst, dass am Ende möglichst das herauskommt, was man eigentlich erreichen wollte.
Auch die musikalische Seite der Künstlichen Intelligenz findet sich im Programm. Ein Einsteigerkurs beschäftigt sich mit Suno, einer KI-Anwendung zur Erstellung von Musik.
Das passt zum Grundgedanken der Volkshochschule: Neue Entwicklungen nicht nur beobachten, sondern Menschen die Möglichkeit geben, sie kennenzulernen, auszuprobieren und besser zu verstehen.
Gleichzeitig gehört zur digitalen Welt auch die Frage nach der Sicherheit. Neue Tagesseminare beschäftigen sich deshalb mit digitaler Souveränität und der Sicherheit im Heimnetzwerk. Welche Daten gibt man eigentlich preis? Welche Einstellungen sollte man kennen? Und wie schützt man Computer, Tablet, Smartphone und das eigene Netzwerk besser vor unerwünschten Zugriffen?
Was mache ich eigentlich im Ruhestand?
Ein weiteres neues Angebot beschäftigt sich mit einem gesellschaftlichen Wandel, der gerade erst richtig Fahrt aufnimmt. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen nach und nach das Rentenalter.
Der Ruhestand klingt zunächst nach viel freier Zeit. Doch genau daraus können ganz neue Fragen entstehen: Was mache ich eigentlich mit dieser Zeit? Welche Interessen habe ich? Was wollte ich schon immer einmal ausprobieren? Und wie gestalte ich den Übergang vom jahrzehntelang durch Arbeit bestimmten Alltag in einen völlig neuen Lebensabschnitt?
Der Wochenendworkshop „Den Übergang in den Ruhestand aktiv gestalten“ soll dabei helfen, eigene Ideen zu entwickeln und den neuen Lebensabschnitt bewusst anzugehen.
Vom Häkeln bis zum Upcycling
Und dann gibt es natürlich noch die Dinge, die eine Volkshochschule seit jeher ausmachen: etwas ausprobieren, das man vielleicht noch nie gemacht hat.
Neu im Kreativbereich ist beispielsweise ein Häkelkurs für Anfänger. Ebenfalls neu ist „Upcycling kreativ“. Dinge, die zu Hause eigentlich schon ausgedient haben – eine Vase, die man nicht mehr sehen kann, ein alter Stuhl oder andere Gegenstände – bekommen dabei eine zweite Chance. Statt Sperrmüll sollen daraus gemeinsam neue Dinge entstehen.
Auch bei den Sprachen gibt es neue Wege. Ein English Book Club verbindet Lesen und gemeinsames Gespräch, bei Writing in English wird vom beruflichen E-Mail-Text bis zur kleinen Geschichte das Schreiben trainiert. Spanischlernende können ihre Kenntnisse bei einer Tertulia, einer geselligen Gesprächsrunde, anwenden. Für Mai 2027 ist außerdem eine Studienreise nach Rom geplant, bei der Italienisch nicht nur im Unterricht, sondern mitten im italienischen Alltag gesprochen werden soll.
Das Herbst- und Winterprogramm zeigt damit ziemlich gut, was Volkshochschule heute sein kann. Bewährte Kurse bleiben, gleichzeitig kommen Themen hinzu, die gerade erst unseren Alltag verändern. Künstliche Intelligenz steht neben Häkeln, digitale Sicherheit neben Gesundheit, gesellschaftliche Geschichte neben der Frage, wie das eigene Leben nach dem Berufsleben weitergehen soll.


























Eine Anmeldung per E-Mail ist nicht möglich. Der Grund ist welcher??
Und dass, wo doch in Berlin extra ein Digitalminsterium geschffen wurde.