Handy

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Nebenbei bemerkt…

… geht mich das ja eigentlich nichts an. Aber sagen Sie mal: Seit wann ist der Kirchplatz nachts eigentlich ein Großraumbüro für Telefonate?

Kaum wird es ruhig in der Altstadt, übernimmt die Lautsprecher-Fraktion. Handy vor der Nase, Lautstärke auf „Marktplatz“, und los geht die nächtliche Live-Übertragung aus dem Privatleben. Man sitzt da, will den Abend genießen – und steckt plötzlich mitten in einer Beziehungskrise, die man weder kennt noch bestellt hat.

Auf der Heggerstraße setzt sich das Ganze tagsüber fort. Zwischen Eisdiele und Schaufenster wird gebrüllt, was das Mikro hergibt. „ICH BIN JETZT HIER!“ – Ja, wir auch. Alle. Danke für die Durchsage.
Und im Ladenlokal? Da wird’s dann beinahe gemütlich. Während man noch überlegt, ob man eigentlich nur kurz schauen wollte, ist man längst Teil einer Familienkonferenz geworden. Onkel, Termine, Paketdienste – es fehlt eigentlich nur noch, dass man gebeten wird, kurz mitzuschreiben.
Nun gut, vielleicht ist das der neue Bürgerservice: Informationen frei Haus, ungefiltert und in Zimmerlautstärke plus. Früher nannte man so etwas Gespräch unter vier Augen. Heute reicht offenbar ein Lautsprecher.

Ich für meinen Teil bleibe da lieber altmodisch. Ich halte mir das Handy ans Ohr. Ganz leise. Fast schon diskret. Man will ja schließlich nicht auffallen.

Was in Hattingen inzwischen gar nicht mehr so einfach ist.
Meint, leicht genervt und bestens informiert, Ihr und euer Schorsch vom Kirchplatz.

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3 Kommentare zu "Handy"

  1. Eine fragwürdige Entwicklung, auch am Steinhagen bestätigt sich das Bild.

    Speziell in den Abendstunden und in der Nacht brüllen die Leute in ihre Handys als wären sie im Stadion, mit dem Gerät am Ohr – wie vom Hersteller angedacht – wären die Gespräche dann auch etwas „privater“.

  2. Danke für den Kommentar. Du sprichst mir aus dem Herzen. Diese laute Kommunikation findet sich auch gerne in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ärgerlich ist es, wenn man die Sprache nicht versteht und noch nicht einmal weiß, worum es in dem Telefonat geht. Könnte ja interessant für alle Zuhörer sein. 😉 Gruß Walli S.

  3. … in der Stadtbücherei das gleiche Erlebnis: es wird ins Handy gebrüllt zB auf Russisch….
    Inzwischen spreche ich diese Mitmenschen an und bitte darum außerhalb der Bibliothek weiter zu telefonieren, weil andere Menschen eben ungestört lesen möchten.

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