GOTTESDIENST AN EINEM UNGEWÖHNLICHEN ORT

Hochfest zu Christi Himmelfahrt auf RuhrkanalNEWS (Foto: Pielorz)

Hattingen- Wie beginnt man einen Gottesdienst an einem ungewöhnlichen Ort in einer besonderen Zeit? Diese Frage stellt Dr. Martin Patzek (75), römisch-katholischer Theologe, Priester im Bistum Essen, Ruhestandsgeistlicher in St. Peter und Paul Hattingen und Buchautor. Er stellt diese Frage in der Lourdesgrotte im Naturgarten des Katholischen Klinikums in Blankenstein, gemeinsam mit Pfarrer Andreas Lamm und einem Team von St. Peter und Paul. Ein Ort, öffentlich zugänglich, für jeden Menschen. Ein passender Ort für die Heilige Messe zu Christi Himmelfahrt, die in Zeiten der Corona-Krise erneut morgen auf RuhrkanalNEWS anzusehen ist.

Frank Strohdiek an der Lourdesgrotte (Foto: Pielorz)

Die Errichtung dieser Grotte geht auf den Blankensteiner Pfarrer Johannes Wächter zurück, der im Jahre 1910 eine Pilgerreise nach Lourdes unternahm. Nach seiner Rückkehr ließ er die Höhle von Massabielle, die mit ihrer Heilquelle Mittelpunkt des französischen Wallfahrtsortes Lourdes ist, nahezu originalgetreu im Garten des damals im Besitz der Blankensteiner Pfarrgemeinde stehenden Krankenhauses nachbilden. Bis heute wird diese Mariengrotte im frei zugänglichen Klinik-Garten von Menschen aus dem gesamten Hattinger Stadtgebiet aufgesucht.

Die Lourdesgrotte hinter der Klinik Blankenstein (Foto: RuhrkanalNEWS)

Der Garten ist mit seiner Grotte die Genesungsoase des Krankenhauses. Die naturheilkundliche Komplexbehandlung ermöglicht es, alle klassischen Naturheilverfahren – Heilpflanzen, Ernährung, Massage, Wasser-Wärme, Ernährung – beim Patienten anzuwenden, viele davon in Kombination. Das Ambiente des Gartens und der Lourdesgrotte verzaubert auch den Gottesdienst und verwandelt ihn in eine besondere Kraftquelle. Der Blick geht in die Ferne, streift Heilpflanzen und die Täler von Maasbecke und Hesselbecke. Er verweilt auf der Mariengrotte und die Sinne werden empfänglich für den Duft von Weihrauch. 

Martin Patzek erinnert in seinen Worten an die Tradition der Himmelfahrtsprozession in Blankenstein. Nachweislich gibt es sie seit mindestens 1774. „Heute stehen wir an der über hundert Jahre alten Lourdesgrotte der Olper Franziskanerinnen des noch älteren Krankenhauses. Aber nicht die Krankenheilungen, nicht die ,Wunder‘ von Lourdes sind das Wichtigste. Bedeutsam sind die dort und hier möglichen Wunder von der Unzufriedenheit zur Zufriedenheit, von der Skepsis zum Glauben zu kommen.“

Im Vorfeld des Osterfestes hat RuhrkanalNEWS seine digitale Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirche begonnen. Durch die gemeinsame Arbeit entstand die Überzeugung, den Menschen in einer Zeit physischer Kontaktvermeidung und Versammlungsverbote eine stabile geist(ig)lich-digitale Brücke zu bauen. Beim RuhrkanalNEWS-Einsatz mit moderner Technik spielt der Ort der Begegnung keine Rolle – ob es nun eine traditionelle Kirche für die Heilige Messe ist oder ob das Team an der Ruhr inmitten einer Schafherde aufkreuzt. Oder, wie jetzt, im Natur- und Kräutergarten an der Lourdesgrotte der Katholischen Klinik Blankenstein, die mit Karl-Heinz Leibold (katholisch) und Wilfried Ranft (evangelisch) als Klinikseelsorger auch vor Ort Patienten und Angehörigen zur Seite steht. 

Aufzeichnung der Heiligen Messe in St. Peter und Paul (Foto: RuhrkanalNEWS)

Dr. Martin Patzek formuliert es so: „Heil und gesund sein an Leib und Seele sind auch die Therapieziele dieser Klinik.“ Und das Verbindende gerade in diesen Zeiten beschreibt er mit einem Song der rheinischen Kultband „De Höhner“: „Wenn die Welt sich scheinbar nicht mehr dreht und keiner weiß, wie’s mit uns weiter geht, alle gemeinsam gegen Einsamkeit – jetzt ist die Zeit für Menschlichkeit.“

Dreharbeiten zum „Kreuzweg 2020“ an der Ruhr (Foto: RuhrkanalNEWS)

Anmerkung der Redaktion: Das Hochfest zu Christi Himmelfahrt ist am Sonntag, ab 9.00 Uhr hier auf RuhrkanalNEWS zu sehen. Alle bisherigen Gottesdienste und Kreuzwege finden sie in der Kategorie Kirche.

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