GOLDENES PRIESTERJUBILÄUM FÜR DR. MARTIN PATZEK

Dr. Martin Patzek (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Dr. Martin Patzek wurde vor 50 Jahren zum Priester geweiht. In den Jahren danach war er an vielen Stationen unterschiedlichster Art im Einsatz: in Gemeinden, als Militärseelsorger oder geistlicher Begleiter der Caritas im Bistum. In Hattingen war der heute 76-Jährige in der Pfarrei St. Peter und Paul Pastor im besonderen Dienst und saß bis 2020 im Stiftungsrat der Theresia-Albers-Stiftung. Seit vielen Jahren lebt und wirkt er in und aus Blankenstein. Dort ist er inzwischen fest verwurzelt, hat hier einen großen Freundeskreis, in dem er nicht „der Pfarrer“ ist, sondern einfach ein Mensch mit dem man gerne ein Glas Wein trinkt und sich unterhält. Grund genug für RuhrkanalNEWS die Kamera ins Auto zu packen und für ein ausführliches Interview ins Blankensteiner Pfarrhaus zu fahren.

Dr. Martin Patzek im Gespräch mit Frank Strohdiek (Foto: RuhrkanalNEWS)

Seelsorger in Kirchengemeinden, für Soldaten und Studenten, geistlicher Begleiter der Caritas im Bistum Essen, Dozent für Caritaswissenschaft am Diakonieinstitut Köln, das sind nur einige Stationen im Leben von Dr. Martin Patzek. Der Geistliche, der in diesen Tagen sein Goldenes Priesterjubiläum hätte feiern können, wenn die Pandemie nicht wäre, hat immer noch sehr gerne viel zu tun. So gern, dass ihm der Ruhestand ab Oktober 2014 gar nicht recht kam. „Ich betrachte mich nicht als im Ruhestand“, sagt der 76-Jährige und ergänzt, wie schade er es findet, dass „coronabedingt wenig zu tun ist“.

Das Buch von Dr. Martin Patzek (Foto: RuhrkanalNEWS)

Gerne hätte Patzek das 50-Jährige seiner Priesterweihe im Januar mit einer Eucharistiefeier begangen. „Vielleicht lässt sich das ja noch nachholen“, hofft der gebürtige Niedersachse, der seit 2007 in Blankenstein wohnt und im Ruhestand beispielsweise bis zum Herbst 2020 zum Stiftungsrat der Hattinger Theresia-Albers-Stiftung (TAS) gehörte. Die TAS kümmert sich um Alte, Kranke Die Sorge um andere Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, die christliche Nächstenliebe sind für Martin Patzek immer wichtiger Teil seines Lebens und seiner geistlichen Arbeit gewesen. Liturgie als Gesamtheit der religiösen Zeremonien christlicher Gottesdienste und Caritas im Sinne von Wohltätigkeit gehören in seinem „Verständnis von Kirche fest zusammen“.

Seine Religiosität, das Theologiestudium, die Entscheidung für einen Lebensweg als Priester und sein Engagement für die Caritas sind für den Doktor der Theologie, der in Freiburg in Caritaswissenschaften promovierte, schnell erklärt. „Mein Lebensraum, was man heute Community nennen würde, das alles war sozusagen ein Mistbeet, auf dem Priester entstehen können“, sagt er schmunzelnd.

Die Familien mütterlicher- und väterlicherseits seien beide religiös geprägt gewesen. Als er im Alter von zwei Jahren seine Mutter verlor, lebte er zunächst bei seiner „Omma in Vechta in Oldenburg, die sehr sehr wichtig für mich war und mir von Zachäus oder anderen biblischen Figuren erzählte“. In den späteren Jahren in Mülheim an der Ruhr war er eng mit seiner katholischen Heimatgemeinde St. Engelbert verbunden. „Als Kommunionkind, Firmjugendlicher, Messdiener, Lektor.“ Aber auch sein Religionslehrer am Collegium Leonium in Bochum hatte seinen Einfluss auf den jungen Katholiken.

Dr. Martin Patzek im RuhrkanalNEWS-Interview

„Er hat mit uns über Gott und die Welt diskutiert und Glauben lebendig gemacht.“ Was den Caritas-Gedanken angeht, seinen „zweiten Lebenskreis“, das Soziale, sei ihm das nicht nur sprichwörtlich in die Wiege gelegt worden, berichtet der Träger des päpstlichen Ehrentitels „Päpstlicher Ehrenkaplan“. Seine Tante Elisabeth Denis über die er promovierte, war wichtige Wegbereiterin der Mädchensozialarbeit bundesweit. Er selbst kümmerte sich seit den 1960erJahren um Kinder aus den Obdachlosensiedlungen im Ruhrgebiet, organisierte mit Mitstreitern für die Mädchen und Jungen Ferien in der Schweiz. „Das hat sich in meinem Leben Stück für Stück aufgebaut. Die Caritas war wie ein roter Faden, an dem ich mich auch langehangelt habe“, so Patzek. „Für mich gehören im Glauben drei Bereiche zusammen: Reden über Gott kann nicht für sich alleine stehen, wenn die Caritas nicht dabei ist. Und das Spenden der Sakramente von der Wiege bis zur Bahre nicht ohne Eucharistie.“

Bei all seinen beruflichen Stationen habe er immer versucht „das Höchste zu erreichen“. Allerdings habe er es „nie geschafft, bevor er wieder weiterzog oder weitergezogen wurde“, sagt der Monsignore, der ab 2014 als Pastor im besonderen Dienst in St. Peter und Paul Hattingen tätig war.

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