GEFAHRENABWEHRZENTRUM KÖNNTE GRÖSSER WERDEN

Kreishaus in Schwelm (Foto: Strohdiek)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Mit 10.000 Quadratmetern für Büros und Besprechungsräume, Leitstelle und Lager, Hallenstellplätze und Technikräume wäre das vom Ennepe-Ruhr-Kreis am Strückerberg in Ennepetal geplante Gefahrenabwehrzentrum weder gesetzeskonform noch zukunftssicher. Im Vergleich zur vier Jahre alten Machbarkeitsstudie muss daher größer gedacht werden. Dies ist die Kernbotschaft einer Vorlage, über die der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 3. Dezember, beraten wird.

Wie im Mai im Kreisausschuss angekündigt, ist das Raumprogramm für das Gefahrenabwehrzentrum in den letzten Monaten vollständig überarbeitet und aktualisiert worden.  Die Gründe für den zusätzlichen Flächenbedarf sind nach Angaben der Kreisverwaltung vielfältig. Hauptsächlich begründet ist er in neuen Gesetzen sowie notwendigen zusätzlichen Fahrzeughallen und Räumlichkeiten zur Pandemievorsorge.

Im Einzelnen: Die Vorgaben und Unfallverhütungsvorschriften für Leitstellen und Feuerwehren haben sich in den letzten vier Jahren deutlich verändert. Gleiches gilt für die Technik, hier muss inzwischen alles Systemrelevante doppelt vorgehalten werden. Dies wirkt sich ebenso auf den Platzbedarf aus wie Erkenntnisse, die die Kreisverwaltung seit Ende Februar im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gesammelt hat und sammeln musste.

Um schnell, nachhaltig und zielgerichtet einsatzfähig zu sein, sind aus Sicht der Kreisverwaltung Lager für Schutzkleidung, Impfstoffe und Desinfektionsmittel inklusive Kühl- und Abfüllmöglichkeiten sowie Material zum Aufbau mobiler Abstrichstellen und auch Fahrzeuge samt Stellplätzen unumgänglich.

Zudem gelte es, eine gewisse Anzahl von Besprechungsräumen so großzügig zu bauen, dass sie auch während einer Pandemie von der ursprünglich gedachten Teilnehmerzahl genutzt werden können. Es müsse in solchen Lagen auch möglich sein, Mitarbeitern Einzelbüros zuzuweisen beziehungsweise Mitarbeitern anderer Fachbereiche, beispielsweise des Fachbereiches Soziales und Gesundheit, Arbeitsplätze im Gefahrenabwehrzentrum bieten zu können.

Weiterer Flächenbedarf wird in der Vorlage für das Unterbringen von Sonderfahrzeugen für den Katastrophenschutz reklamiert. Hier habe das Land in den letzten Jahren neue Konzepte aufgelegt. Konzepte, die so vor vier Jahren noch nicht absehbar gewesen sind. Auf den Wunsch der Feuerwehren im Kreis gehen die Überlegungen zurück, Fahrzeuge für den Ausbildungsbetrieb sowie Spezialfahrzeuge zentral vorzuhalten. Hierzu könnte beispielsweise eine Mulde zum Löschen von Elektrofahrzeugen ebenso gehören wie Fahrzeuge, die mit Blick auf Waldbrände oder die Trinkwasserversorgung große Wassermengen transportieren.

Auf der Grundlage dieser Fakten stellt die Kreisverwaltung in der Vorlage drei Varianten dar. Sie weisen ein Plus bei den benötigten Quadratmetern von 4.731, 6.014 und 8.024 auf. Auch wenn die quadratmetergrößte Version – 18.032 – die ist, die das Maximum an Zukunftssicherheit bietet, schlägt die Kreisverwaltung der Politik den Mittelweg vor und spricht sich dafür aus, mit einer Größe von 16.022 Quadratmetern zu planen. Die hierfür im Vergleich zur Ideallösung notwendigen Abstriche bei Reserve-, Lager- und Stellflächen seien hinnehmbar und gefährdeten die Funktionalität nicht.

Zu den Kosten heißt es in der Vorlage: „Eine erste Kostenschätzung zu der zu wählenden Variante ist erst nach Abschluss der Vorplanung im Sommer 2021 möglich. Hierbei ist zu beachten, dass der vom Kreis beauftragte Planer eine ´vertiefte Kostenschätzung´ liefern wird. Dies bildet die Baukosten mit einer Spannbreite von ± 25 Prozent ab.“

Auswirkungen auf die Kosten werden zudem die Ergebnisse der Baugrund- und Bodengutachten sowie Fragen der Zusammenarbeit mit der Polizei haben. Die Kreispolizeibehörde plant am Strückerberg ja den Bau eines zentralen Dienstgebäudes für den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die Vorplanungen für das Gefahrenabwehrzentrum will die Kreisverwaltung bis Mitte 2021 abgeschlossen haben. Dann soll auch die Kostenschätzung vorliegen. Der Kreistag könnte dann weitere Beschlüsse fassen. Als Datum der Inbetriebnahme nennt die aktuelle Vorlage Ende 2025. Parallel zu den Aktivitäten von Kreisverwaltung und -politik arbeitet die Stadt Ennepetal am Bebauungsplan.

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