„Free Rojava“: 350 Kurden demonstrieren in Hattingen

„Free Rojava“: 350 Kurden demonstrieren in Hattingen © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – Die anfangs noch kleine Anzahl an Demonstranten war im Fahnenmeer trotzdem nicht zu übersehen. Doch das änderte sich schnell. Aus allen Richtungen kamen immer mehr Menschen dazu. Die Sicherheitskräfte schauten genau auf die Fahnen und die darauf gezeigte Symbolik – verbotene PKK-Symbole oder Parolen waren jedoch weder zu sehen noch zu lesen. Vorsichtshalber wurde der Veranstalter gebeten, per Durchsage darauf hinzuweisen, dass verbotene Symbole nicht öffentlich gezeigt werden dürfen. Die Kommunikation zwischen Veranstalter und Polizei wirkte respektvoll: freundlich zu der Person, bestimmt in der Sache – so, wie es sein sollte, wenn viele Menschen mit viel Emotion zusammenkommen, aber trotzdem ein gemeinsamer Rahmen gilt.

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„Free Rojava!“ – und warum vorne nur Frauen stehen
Schnell wird klar: Das ist keine „deutsche“ Demo. Hier gibt es mehr Emotionen, hier wird nicht nur versucht, etwas kundzutun – hier wird um etwas gekämpft. Die Schlachtrufe gehen nahtlos ineinander über: „Free Rojava!“ und „Zan, Zendegi, Azadi“ – Frau, Leben, Freiheit. Dazu werden Fahnen geschwenkt, Plakate hochgehalten oder auch Fotos gezeigt. Das von Churchill bekannt gewordene Victory-Zeichen ist ständig präsent. Es wird nicht einfach die Hand gehoben – es wird mit Kraft entgegengestreckt. Es ist keine TikTok-Show, es geht hier um eine Botschaft. Und es ist nicht die Botschaft von Hausfrauen mit einem Pappschild. Gestik und Entschlossenheit wirken wie Freiheitskämpferinnen.

„Free Rojava“: 350 Kurden demonstrieren in Hattingen © ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)

Es geht um Nord- und Nordostsyrien
Viele der Menschen, die heute in Hattingen auf der Straße stehen, verbinden mit Rojava nicht einfach einen Ort, sondern eine Idee: eine Gesellschaft, in der Frauen sichtbar sind, Verantwortung tragen, gleichberechtigt kämpfen und entscheiden. Dass ausgerechnet Frauen den Zug anführen, ist keine Inszenierung. Es ist ein Statement. Es geht nicht um einen Konflikt, der weit weg ist, sondern um Heimat – ums nackte Überleben. Es geht um Familie, um Freunde. Es geht aber auch um ein Land, das vom IS befreit wurde und aus dem heute wieder Kurden mit Waffengewalt vertrieben werden.

Laut, entschlossen – aber friedlich
Auch wenn zwischendurch die Lautsprecherboxen ausgefallen sind: egal. Dann wurde lauter geschrien, bis die Stimme versagt. Kämpferisch und entschlossen, mit einer klaren Vision: Free Rojava.

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3 Kommentare zu "„Free Rojava“: 350 Kurden demonstrieren in Hattingen"

  1. Auf mich wirkte die Demonstration zunächst befremdlich. Dieses Gefühl ist jedoch kein Argument gegen die Demo, sondern eher eine Erkenntnis darüber, wie selten Politik für uns noch eine Frage des Überlebens ist.

    Ob so eine leidenschaftliche Demonstration in Hattingen die Welt verändert? Für mich hatte sie dennoch einen Aha-Effekt, eine existentielle Problematik ist dadurch überhaupt erst in mein Bewusstsein gerückt.

  2. Auf mich wirken Demonstrationen von Kurden, Syrern, Palästinensern und ähnlich sozialisierten Menschen nicht nur befremdlich! Ich frage mich, was das hier soll, denn es bewirkt neben befremdlichen Gefühlen eher Ablehnung in mir! Warum? Weil diese Emotionalität und das kämpferische Auftreten so aggressiv und teilweise irre rüberkommt, dass es mich graust! Im Gegensatz zum Autor, der die Schlachtrufe anscheinend mit Freude zur Kenntnis nimmt, sind Schlachtrufe für mich der Appell zu Gewalt. Und mit Gewalt und Krieg überziehen diese Länder sich seit Jahrhunderten…eventuell auch, weil sie emotional und nicht mit Verstand agieren?

  3. Mir kommen bei dem Artikel die Tränen, echt jetzt.

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