ES WIRD WIEDER WEIHNACHTSMÄRKTE GEBEN – WIE GEWOHNT UND DOCH GANZ ANDERS

Nostalgischer Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz (Archivfoto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Es ist schon einige Tage her, als sich auf dem Kirchplatz andeutet, dass der Weihnachtsmarkt aufgebaut werden wird. Chef Alfred Schulte-Stade höchstpersönlich ist zu sehen, als er mit einem Maßband einige Flächen erfasst und mit planendem Blick um die St. Georgs-Kirche geht. Auf Nachfragen sagt er freundlich, dass „noch nichts spruchreif“ sei. Das hat sich inzwischen geändert.

Eigentlich ist RuhrkanalNEWS mit Alfred Schulte-Stade und Stadtmarketingchef Georg Hartmann heute (21. Oktober 2021) zu einem Interview verabredet. Doch die stürmische Nacht und die damit verbundenen Aufräumarbeiten auf dem Schultenhof, sorgen für eine kurzfristige Absage des Organisators des nostalgischen Weihnachtsmarktes.

Aber Georg Hartmann kann gekonnt in die Bresche springen, da er sowieso die traditionelle Schnittstelle zwischen den beiden Weihnachtsmärkte der Altstadt ist. Dem auf dem Kirchplatz und dem auf den Straßen und Plätzen drumherum. „Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr endlich wieder alle drei beliebten Weihnachtsmärkte Hattingens anbieten können. Die beiden in der Hattinger Kernstadt und natürlich den in Blankenstein“, ist Georg Hartmann sichtlich zufrieden. Auf allen Weihnachtsmärkten werden die 3G-Regeln gelten, wobei sich das nicht durchgängig kontrollieren lässt. Die Organisatoren setzen dabei einerseits auf die Vernunft der Besucherinnen und Besucher, wollen andererseits durch das Ordnungsamt oder Security-Mitarbeiter stichprobenartig den Status der Gäste prüfen. „Glücklicherweise ist ja inzwischen ein Großteil der Bevölkerung geimpft, das macht die Sache etwas entspannter.“

Bei den Händlern und den Buden setzt Georg Hartmann auf Bewährtes und Neues. So wird in diesem Jahr der Franzosenmarkt im Krämersdorf wieder aufgebaut, der inzwischen fast zu einer Art Markenzeichen geworden ist. Aber es sollen auch einige wenige neue Händler kommen. Genauer will der Stadtmarketingchef noch nicht werden. „Wir sind noch in Verhandlungen.“

Am Steinhagen und im St-Georgsviertel wird wieder ein Kunst und Kunsthandwerkermarkt aufgebaut. Dieser liegt in den bewährten Händen von Peter Lihs. Hier gibt es langfristige Verträge, die das Stadtmarketing gerne weitergeführt hat. Ein anderer Anziehungspunkt des Weihnachtsmarktes wird in diesem Jahr ausfallen. „Frau Holle wird nicht mit einer Parade in das Alte Rathaus einziehen. Demzufolge werden in der Weihnachtszeit abends dort keine Märchen zu hören sein und auch keine Lieder mit den Kindern gesungen“, bedauert Georg Hartmann. „Aber es wäre unmöglich, dort die nötigen Abstände einzuhalten.“ Ein Hygienekonzept für alle Weihnachtsmärkte der Stadt wird zur Zeit geschrieben und bei der Stadt zur Genehmigung eingereicht

Nostalgischer Weihnachtsmarkt 2021 ohne singenden Weihnachtsbaum

Für die (kleinen) Kinder gibt es trotzdem eine gute Nachricht: Das beliebte Karussell wird wieder auf dem Kirchplatz aufgebaut und an zentraler Stelle stehen. Auch die bewährten Gerichte aus der Produktion des Schultenhofes werden angeboten (Stichwort „Die Wilde Bratwurst“). Doch der singende Weihnachtsbaum fällt 2021 aus. Insgesamt soll auch auf dem Kirchplatz alles etwas „luftiger“ werden. „Wir wollen nicht, dass unsere Gäste im Gedränge stehen müssen“, sagt Alfred Schulte-Stade am Telefon. Außerdem wird es auf dem nostalgischen Weihnachtsmarkt keinen „Krippenweg“ geben. Dafür wird die St-Georgskirche richtig ins Szene gesetzt. Mit einem professionellen Konzept wird das Gebäude illuminiert. Es wird damit in der Vorweihnachtszeit zu einer weithin sichtbaren Landmarke der Hattinger Altstadt.

Georg Hartmann im Vorweihnachstmarkt-Interview mit RuhrkanalNEWS

Genau wie Georg Hartmann ist sich auch Alfred Schulte-Stade nicht sofort sicher, wie sie unter den Zeichen der Corona-Pandemie einen erfolgreichen Weihnachtsmarkt definieren wollen. „Die Besucherzahlen können es in diesem Jahr auf keinen Fall sein,“ so der Stadtmarketingchef. „Wir machen deshalb auch nur wenig Werbung und verzichten, wie bereits gesagt auf die größten Publikumsmagneten.“ Und nach kurzem Überlegen wird klar, es wird ein guter Weihnachtsmarkt, wenn wieder alles friedlich bleibt, die Hattingerinnen und Hattinger dort schöne Stunden genießen und anschließend alle gesund bleiben. „Und etwas(!) Schnee für die Stimmung wäre auch schön“, sind sich die Organisatoren einig.

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