ERFOLGREICHER START DER KAMPAGNE „KEINE GEWALT AN FRAUEN UND KINDER“

Die Frauen verteilten Flugblätter (Foto: Caroline Schreer)

Hattingen- Am Dienstag (18. August 2020) konnte die Kampagne „Covid-19 Pandemie – Keine Gewalt an Frauen und Kinder“ mit einem Informationsstand am Untermarkt erfolgreich beginnen.  Die ehrenamtlichen Frauen der Frauengruppe Courage und die Fachkraft der Frauenberatungsstelle EN konnten viele Gespräche und kontroverse Diskussionen führen. 

Die Kampagne will durch Informationsstände an die Öffentlichkeit sensibilisieren, um die Dunkelziffer der Zunahme an häusliche Gewalt seit Covid19 zu thematisieren. Von August 2020 bis November 2020 werden die Frauen sich immer wieder damit an die Öffentlichkeit wenden.

Das Banner mit Text „Covid-19 Pandemie – Keine Gewalt an Frauen und Kinder“ wird am Bürgerzentrum Holschentor angebracht und anschließend weiter an Betrieben, Schulen und Sportvereine, Kirchen, städtischen Einrichtungen u.a.. Gewalt hat viele Gesichter und seit der Corona Pandemie hat sich Belastungssituation der Frauen in den Familien verschärft. Das trifft besonders hart Familien, die Zuhause wenig Raum und Sorgen um die Existenz haben. Beides belastet die Menschen allgemein mehr als vor der Pandemie. Kurzarbeit, Entlassungen oder den Verlust der Arbeit verunsichert die Gesellschaft. Die große Herausforderung alles organisieren zu müssen, bringt Frauen an den Rand ihrer Kräfte. Viele sagen, „ich funktioniere nur noch und die Zeit für mich ist noch knapper als vor der Pandemie“. Männer sind als Väter ebenso sehr herausgefordert mit dieser Situation fertig zu werden, Beziehungen und Partnerschaften leiden seit der Pandemie enorm.

„Die Resonanz der Menschen in Hattingen war positiv und viele sind interessiert aktiv zu werden“, lautet das Fazit euner Sprecherin der Initiative. „Aber vor allem sind die Menschen sehr empört, weil sexuelle Gewalt an Kindern stark zugenommen hat und, weil die Frauen stärker belastet werden.“ Diese gesellschaftliche Entwicklung wollen die Frauen der Frauengruppe Courage weiter entgegentreten und sie wollen Forderungen an Politik und Gesellschaft stellen. Ängste, Sorge, um noch mehr Gewalt und Unterdrückung zu erleben dürften nicht verharmlost werden,so die Courage-Frauen. Sie fordern bereits seit 29 Jahren eine Gesellschaft ohne Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung für Frau und Mann. Die Opfer sollen schneller Hilfe und sichere Betreuung bekommen. Die Täter und Täterinnen härter bestraft werden als bis bisher, so eine zentrale Forderung. Die Frauen der Couragegruppe und die Frauenberatungstelle fühlen sich herausgefordert zu handeln und freuen sich über mehr Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Referentinnen können in den Betrieben, Schulen und Vereinen eingeladen werden, um aufzuklären. Themen sind u.a., die Ursache der Gewalt und Gewaltformen, die Gewaltverherrlichung im Netz, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und sexistische Werbung. Die Frauenberatungsstelle EN bietet speziell Vorträge an und gibt vor allem Hinweise darauf, wo schnell Hilfe zu finden ist.

Zum Stand kamen die zukünftige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hattingen, eine Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Hattingen, Frauen aus dem Internationalen Frauencafé Holschentor, der Vertreter des Kinderschutzbundes, eine Vertreterin der Partei die Linke, ein Vertreter der MLPD, eine Mitarbeiterin des LWL Museums und Flüchtlingsfrauen aus Irak, Syrien und ehrenamtlich aktive Menschen.

Die Kampagne wird durch Demokratie Leben gefördert.

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