Eine neue Eskalationsstufe in Hattingen

Der RuhrkanalNEWS-Kommentar
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Zum „Böller-Anschlag“ auf den Briefkasten des AfD- Stadtverordneten Stephan Thomas ein Kommentar von RuhrkanalNEWS-Redakteur Frank Strohdiek.

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Unabhängig davon, ob es sich bei dem Böller im Briefkasten eines Stadtverordneten um einen gezielten Anschlag oder ein zufällig ausgewähltes Ziel handelt: Die Sache an sich ist immer falsch. Und Sachbeschädigung ist sie in jedem Fall. Ob politisch motiviert oder nicht.

Angesichts der zunehmenden verbalen und körperlichen Gewalt gegen Politikerinnen und Politiker kann man den Vorgang gar nicht zu schlimm bewerten. In diesem Fall ist niemand verletzt worden, die Beschädigungen am Briefkasten sind wohl überschaubar. Aber darum geht es nicht. Es ist für Hattingen eine neue Eskalationsstufe. Bisher beschränkten sich die Anfeindungen gegen Mitglieder der örtlichen Parteien und der Stadtverwaltung auf öffentliche geäußerte Beschimpfungen und Verleumdungen. Meistens in den sogenannten sozialen Medien, oft aber auch zum Beispiel bei Demonstrationen, wie sie zu Corona-Zeiten gerne montags in Hattingen veranstaltet wurden. Diese verbalen Drohungen waren schon schlimm genug und für Demokratinnen und Demokraten nicht akzeptabel

Die Verurteilung des Böllers im Briefkasten eines Stadtverordneten hat Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) sofort im Namen des gesamten Stadtrats ausgesprochen. Damit hat sie nicht nur den Politikerinnen und Politikern aus der Seele gesprochen, sondern wohl jeder demokratisch denkenenden Bürgerin und jedem demokratischen Bürger.

Aber eine Binsenweisheit wurde deutlich: Aus Worten werden oft Taten. Und vielleicht sollten bei den Redebeiträgen (nicht nur) im Stadtparlament die Rednerinnen und Redner sich vorher selbst prüfen. Ein kleiner Faktencheck der eigenen Behauptungen und die Kenntnis der rechtlichen Grundlagen, auf der eigene Forderungen basieren, sollten vor Stimmungsmache gehen. Das würde mancher Debatte, egal ob im Rat oder privat, eine unnötige Schärfe nehmen, die dann in Böllern oder Schlimmerem münden.

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2 Kommentare zu "Eine neue Eskalationsstufe in Hattingen"

  1. „Pass auf, was du in der politischen Debatte sagst, dann wirft dir auch keiner Böller in den Briefkasten“?
    Ernsthaft, Ruhrkanal?!
    [Wer was unbedingt missverstehen will, wird es immer tun. (FS)]

  2. @Helga L.: polilitische Debatten sollten immer faktenbasiert und frei von Lügen und Diffamierungen sein. Wer aber unser politisches System ersetzen will und menschenfeindliche Ansichten verbreitet (u.a. Remigration, Geschichtsunterricht nationalisieren,… ) bereitet den Boden für undemokratische Aktionen. Zur Zeit gibt es nur Vermutungen: politischer Gegner, Kinderstreich, Parteifreund, gezielt, zufällig – wer weiss es genau. Solange nicht klar ist wer den Briefkasten „gesprengt“ hat sollte man den Ball „flachhalten“.
    Ich erinnere an einen Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Hattingen nach Solinger Muster mit anschließender großen Demonstration. Später stellte man überraschend fest das ein fremdenfeindlicher Anschlag nicht die Ursache des Brandes war…

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