Ein Blick hinter dicken Beton

Fast jeder kennt den Hochbunker in Hattingen (Foto: Lars Friedrich)
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Hattingen – Jahrzehntelang blieb der Hochbunker am Reschop der Öffentlichkeit weitgehend verschlossen – nun öffnet sich eine seltene Gelegenheit: Bevor das markante Bauwerk zu Wohnraum umgestaltet wird, können Interessierte das Innere des Bunkers im Rahmen geführter Rundgänge erkunden

HATTINGEN ZU FUSS lädt gemeinsam mit dem Hattinger Architekten Joachim Stiller am Sonntag, 20. September 2026, zu zwei kostenfreien Führungen durch Hattingens einzigen zivilen Luftschutz-Hochbunker ein. Die Rundgänge beginnen um 14.00 Uhr und um 16.00 Uhr. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich. Am Ende der Führungen wird um eine freiwillige Hutspende zugunsten der Leselernhelfer von MENTOR Hattingen gebeten.

Führungen durch Hattingens Hochbunker vor dem Umbau

Vor genau 85 Jahren, am 1. September 1941, begann der Bau des Schutzbauwerks nach den Plänen des Hattinger Architekten Georg Knaup. Ursprünglich für 2.000 Menschen ausgelegt, wurde die Kapazität noch während der Bauphase auf bis zu 4.000 Schutzsuchende erhöht. Stadtführer Lars Friedrich ordnet die Dimensionen ein: „Die Baukosten beliefen sich auf rund 600.000 bis 700.000 Reichsmark – nach heutiger Kaufkraft entspricht das etwa 2,6 Millionen Euro. Mitte 1944 wurde der Bunker erstmals als Luftschutzanlage genutzt, vollständig fertiggestellt wurde er jedoch nie.“

Im Fokus der Führungen steht neben der Entstehungsgeschichte auch die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. „Nach einer Phase der Nichtnutzung von 1945 bis 1986 wurde versucht, den Bunker wieder als Luftschutzanlage herzurichten. Eine Inbetriebnahme erfolgte jedoch aus politischen Gründen nicht“, erläutert Architekt Joachim Stiller.

Seit 2020 befindet sich das Gebäude im Besitz einer Immobiliengesellschaft. Geplant ist ein umfassender Umbau zu 26 barrierefreien Eigentumswohnungen. „Dabei wird ein innovatives und nachhaltiges Energiekonzept ohne fossile Brennstoffe umgesetzt“, so Stiller.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass die Führungen nicht barrierefrei sind. Zudem werden im Rahmen der Rundgänge auch Themen des Zweiten Weltkriegs behandelt, die für einige Teilnehmende belastend sein können.

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1 Kommentar zu "Ein Blick hinter dicken Beton"

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