DISKUSSIONEN UM STANDORT FEUERWEHR-HAUS OBERSPROCKHÖVEL

Feuerwehrhaus Obersprockhövel der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel. (Foto: Höffken)

Sprockhövel – Die Teilnehmenden des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung tagten gestern (29. Februar 2024) im Rathaus. 20 Tagesordnungspunkte wurden sachlich, teils intensiv – aber auch kontrovers erörtert. Die Sitzung war öffentlich.

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Neuer Standort Feuerwehrhaus Obersprockhövel für rund 15 Einsatzkräfte

Ein längerer Diskussionsbedarf ergab sich beim Tagesordnungspunkt 11, bei dem es um die Festlegung eines Standortes für das neue Feuerwehrhaus der Löschgruppe Obersprockhövel ging.

Der Ausschuss hatte bereits in seiner Sitzung am 18. August 2022 über den Standort für einen Neubau des Feuerwehrgerätehauses Obersprockhövel beraten. Vorgesehen war ein Standort an der Löhener Straße neben dem Gebäude Löhener Straße 7.

Dieser Standort war damals für einen Neubau gemäß Brandschutzbedarfsplan befürwortet worden. Die Verhandlungen über den Kauf des Grundstücks wurden durch die ZGS allerdings nicht abgeschlossen. Gründe dazu wurden nicht veröffentlicht.

Standortvorschlag der Verwaltung für das neue Feuerwehrhaus der Löschgruppe Obersprockhövel. (Foto: Höffken)

Zwischenzeitlich hat die Stadt ein Grundstück an der Wuppertaler Straße gegenüber dem Haus Wuppertaler Straße 110 erworben. Um zu prüfen, ob das Grundstück als Standort für die Feuerwehr Obersprockhövel geeignet ist, wurde zunächst durch die Verwaltung das Büro, das den Brandschutzbedarfsplan erstellt, mit einer Standortanalyse beauftragt.

Dabei wurde festgestellt, dass das Grundstück an der Wuppertaler Straße gegenüber dem bisherigen Standort bessere Werte hinsichtlich der Erreichbarkeit des Stadtgebietes, sowie bei der Erreichbarkeit des Standortes durch die Einsatzkräfte innerhalb der ersten fünf Minuten hat.

Da sich dieses Grundstück bereits im Eigentum der Stadt Sprockhövel befindet, hält die Verwaltung laut Vorlage für den Ausschuss den Standort grundsätzlich für geeignet und sinnvoll.

Viele Bedenken gegen den vorgeschlagenen Standort der Verwaltung

Sowohl SPD-Ratsherr Markus Gronemeyer, als auch Stadtbrandinspektor Frank Welling als Vertreter der Feuerwehr äußerten sehr sachlich zahlreiche begründete Bedenken zu diesem vorgeschlagenen Standort an der Wuppertaler Straße gegenüber Hausnummer 110.

„Dieser Standort wäre nicht unsere erste Wahl gewesen“, sagte Frank Welling und Markus Gronemeyer (SPD) ergänzte „Wir haben Bauchschmerzen bei diesem vorgeschlagenen Standort“.

Gronemeyer, der ebenfalls bei der Feuerwehr Sprockhövel aktiv ist, zeigte dann detailliert die Schwachstellen des neuen Grundstückes auf. Er bewertete die Grundstücks-Hanglage, die Zufahrt, die erforderliche Beleuchtung, die dortige Bushaltestelle und äußerte Bedenken wegen der dort im angrenzenden Umfeld dichten Wohnbebauung.

Der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Frank Welling bewertete dann die sich bei einem Einsatz- und Übungsbetrieb zwangsweise ergebenden Lärmemissionen für das benachbarte (Wohn-)Umfeld. „Lärm wird für die Anwohner immer mehr zu einem größeren Problem, wenn ein solches Gebäude im Bereich eines Wohnumfeldes errichtet wird“, sagte der stellv. Leiter der Feuerwehr.

Feuerwehr wurde gar nicht beteiligt

Für alle und auch für die Öffentlichkeit vollkommen unverständlich war, dass der Eindruck entstand, der von der Verwaltung vorgeschlagenen und vom Gutachter befürwortete Vorschlag des neuen Grundstück-Standortes war überhaupt nicht mit der Feuerwehr im Vorfeld abgesprochen.

Auf die Frage von Ratsherr Lars Brögelmann (CDU) nach möglichen Alternativen wurden dann noch einmal alle drei bisherigen geplanten Standorte bewertet.

„Der Neubau des Feuerwehrhauses Obersprockhövel ist alternativlos“, sagte Christian Zittlau, Leiter der Feuerwehr und ergänzte, wir wollen einen Standort finden, der für die nächsten 40 Jahre geeignet ist“.

Nach längerer Diskussion erfolgte dann die einstimmig geänderte Befürwortung und die Verwaltung wurde anders als vorgeschlagen beauftragt, die Planung der drei Standorte weiter voranzutreiben und darüber dann erneut zu berichten.

Kommentar: Die Vorlage im gestrigen Ausschuss über den von der Verwaltung vorgeschlagenen neuen Standort für das Feuerwehrhaus Obersprockhövel war keine Meisterleistung. Man muss kein Sachverständiger sein um am vorgeschlagenen Grundstück zu erkennen, dass dieses keine geeignete Lage für ein neues zukunftweisendes Feuerwehrhaus ist. Und die Kräfte der Feuerwehr im Vorfeld nicht zu beteiligen und deren Meinung einzuholen, erscheint ein „No-Go“. Schade ist, dass die hoch engagierten ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Löschgruppe Obersprockhövel weiterhin auf ihr neues Feuerwehrhaus warten müssen, denn das haben sie nicht verdient.