DIGITALKONFERENZ: HÄNDLER TAUSCHEN IDEEN AUS

Katja Kamlage von der EN-Agentur moderierte die Premiere der Digitalkonferenz (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Geschlossene Ladenlokale, leere Geschäfte, verwaiste Innenstädte – die Corona Pandemie und der damit verbundene Lockdown hatten auch auf die Händler aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis große Auswirkungen. Um diesen standzuhalten, sind viele Vor-Ort-Händler kreativ geworden. Vor allem Internetauftritte und eigene Kanäle in den sozialen Medien entpuppten sich dabei als hilfreich.

Über ihre Erfahrungen und Erfolgserlebnisse tauschten sich die Händler aus dem Kreis vor kurzem in der ersten Digitalkonferenz, organisiert von der Wirtschaftsförderungsagentur Ennepe-Ruhr (EN-Agentur), aus.

Bücher oder Wein – durchaus Produkte, die Kunden gelegentlich im Netz kaufen. Beides aber auch Produkte, bei denen eine persönliche Beratung, das Stöbern im Ladenlokal oder eine Kostprobe den Einkauf erst zu einem Erlebnis machen.

Inka Beermann von der Buchhandlung Herdecke und Tim Eisenblätter von der Vinothek Christho in Wetter (Ruhr) wollten ihren Kunden trotz Corona-Beschränkungen etwas bieten. Neben der Optimierung des eigenen Online-Shops haben sie daher in den sozialen Medien beispielsweise Online-Lesungen organisiert oder sogar eine Online-Weinprobe mit vielen Infos und Fachwissen angeboten. Die Weinprobe dazu wird den Kunden zuvor nach Hause gesandt.

„Viele Kunden nehmen die kreativen Ideen der Händler gerne an und nutzen die neuen Liefer- und Abholservices oder den direkten Versand nach Hause“, fasst Carolin Becker, Tourismusförderin der EN-Agentur, die Erfahrungen zusammen.

Gezeigt hätte sich zudem, dass viele Kunden ihre lokalen Geschäfte mehr wertschätzen, sich Gedanken über die Folgen der Krisenzeit machen und sich eine Innenstadt ganz ohne das Lieblingscafé, Buchhandel oder dem heimischen Bäcker nicht vorstellen möchten.

Das Interesse an einer „kontaktlosen“ Video-Konferenz der Händler war groß, auch wenn die meisten bereits vor Corona mit ihrem Angebot im Netz vertreten waren. Deutlich wurde auch, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, mit seinen Kunden in Kontakt zu bleiben als eine einfache Homepage.

Ob per WhatsApp, Facebook oder einer digitalen Weinprobe: „Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos und dank Fördermittel finanzierbar” so Dietrich Dinges, Fördermittelberater der EN-Agentur, der den Teilnehmer sein Beratungsangebot unterbreitete.

Das gestiegene Interesse an einer Präsenz im World Wide Web bestätigte auch Stephanie Erben von der SIHK zu Hagen. Sie arbeitet seit Jahren an dem Thema digitaler Einzelhandel. „Wo vorher Zurückhaltung herrschte, stehen jetzt die Türen weit offen.“

Da die Umsatzeinbußen der letzten Wochen nicht vollumfänglich aufgefangen, geschweige denn aufgeholt werden können, waren auch die Mieten der Ladenlokale Thema. Stefan Postert von der IHK Mittleres Ruhrgebiet konnte hier von einer Bewegung berichten. Diskussionen, ob Mieten verringert oder ausgesetzt werden können, seien in vollem Gange. Niemand will leere Innenstädte und freistehende Ladenlokale – darin waren sich alle Beteiligten einig.

Wichtig ist auch das Signal, nicht mit den Herausforderungen dieser Zeit alleine stehen zu müssen. „Wir haben den Wunsch nach einem regelmäßigen Austausch zu interessanten Themen abgefragt und freuen uns, dass die Einzelhändler mit uns in Kontakt bleiben wollen. Wir werden Informationen bündeln und die aktuelle Wirtschaftslage und Regelungen aufrufen und diskutieren”, reflektiert Katja Kamlage, Mitarbeiterin der EN-Agentur und Moderatorin der Konferenz.

Am Donnerstag, 2. Juni, soll die nächste virtuelle Veranstaltung für die Händler im Ennepe-Ruhr-Kreis stattfinden. Wer dabei sein möchte, meldet sich unter per Mail an. Die Zugangsdaten für den virtuellen Konferenzraum werden nach der Anmeldung zugesandt.

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