DIE MEISTEN GASTRONOMEN UND HOTELIERS MÖCHTEN LOSLEGEN

Lars Martin, DeHoGa Westfalen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Ennepe-Ruhr-Kreis/Hattingen- Wir treffen uns in der Gaststätte „Zur Glocke“ in der Hattinger Innenstadt. Für das RuhrkanalNEWS-Team ist es eine ganz ungewohnte Situation, denn ein Restaurant zu betreten, ist für betriebsfremde Menschen seit Wochen eigentlich nicht möglich. Und ein weiterer Punkt ist ungewohnt: Es ist still, sehr still. So still wie ein Raum wirken kann, der eigentlich dazu gedacht ist viele Gäste zu bewirten und fröhliche Runden zu versorgen. Während in der Küche Inhaber Antonios Protopapas den außer Haus Verkauf vorbereitet unterhalten wir uns im Schankraum mit dem stellvertretenden Hauptgeschäftsfüher des DeHoGa Westfalen über die Auswirkungen der Corona-Schutzmaßnahmen.

„Unsere Mitglieder warten darauf, dass sie endlich wieder loslegen können“, beschreibt Lars Martin die Situation. „Allerdings wird es auch Betriebe geben, die die lange Phase der geschlossenen Betriebe, mit entsprechend wenig Umsatz nicht überlebt haben.“ Umso wichtiger sei es, jetzt schnell den Weg in Richtung Normalität einzuschlagen. Viele Betriebe haben inzwischen ein Personalproblem. Oft sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die, meistens auf eigenen Wunsch, als 450 Euro Kräfte tätig waren, in andere Berufe abgewandert. Sie zurückzugewinnen, wird eine Herausforderung.

Der DeHoGa hat in einem Schreiben an die Landtagsabgeordneten und die Landesregierung daran appelliert, die Öffnung der Betriebe des Hotel- und Gaststättengewerbes wieder zu erlauben. „In anderen Bundesländern sind die Vorschriften schon wieder gelockert. Auch, weil die Betriebe Hygienemaßnahmen konsequent beachten und deshalb nicht zur Verbreitung der Corona-Pandemie beitragen oder begetragen haben. Das hat das RKI mehrfach bestätigt“, begründet Lars Martin die Forderung. „Außerdem hatte die NRW-Landesregierung versprochen einen Flickenteppich vermeiden zu wollen, trägt aber jetzt genau dazu bei.“

Die Wirte und Hoteliers benötigen für die Wiedereröffnung ungefähr eine Woche Vorlauf. So lange dauert es, nach vielen Wochen Stillstand, einen Betrieb wieder „hochzufahren“. Die Vorräte müssen gekauft werden, die Brauereien genügend Getränke liefern und die Mitarbeiter zurückgeholt werden. „Und viele Hotelbesitzer wissen aktuell nicht, wie sie mit Buchungen beispielsweise für Pfingsten umgehen sollen. Dürfen sie die bestätigen oder müssen sie ablehnen. Das Land muss einfach jetzt entscheiden, um nicht noch mehr Betriebe in die Pleite rutschen zu lassen.“ Denn auch wenn viele auf Außer-Haus-Geschäft umgestellt haben (Eine Bestellung in der Glocke ist übrigens unbedingt zu empfehlen! Anmerkung der verfressenen Red.), zum Überleben reicht das in der Regel nicht, so die Erfahrung des DeHoGa.

Lars Martin (DeHoGa Westfalen) im RuhrkanalNEWS-Interview, vor der Kabinettsitzung bei der über mögliche Lockerungen in NRW beraten wird
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