CORONA: ZAHL DER INFIZIERTEN STEIGT AUF 45-TESTAKTION IN WETTER UND HERDECKE

Kreishaus in Schwelm (Foto: Strohdiek)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Die Zahl der Corona-Fälle in Ennepe-Ruhr-Kreis liegt aktuell bei 45 (Stand: Donnerstag, 19. März, 15 Uhr). Die Betroffenen wohnen in Breckerfeld (1) Ennepetal (2), Gevelsberg (2), Hattingen (8), Herdecke (4), Sprockhövel (7), Wetter (6) und Witten (15).   Als begründete Verdachtsfälle gelten 454 Bürgerinnen und Bürger. Sie verteilen sich auf Breckerfeld (9), Ennepetal (32), Gevelsberg (44), Hattingen (80), Herdecke (56), Schwelm (32), Sprockhövel (55), Wetter (23) und Witten (123). Für die bestätigten Fälle sowie für die begründeten Verdachtsfälle ist häusliche Quarantäne angeordnet. Diese Vorgabe gilt darüber hinaus für 750 weitere Personen im Kreis. Hauptgrund hierfür: Sie hatten, so das Ergebnis der Ermittlungen des Gesundheitsamtes, Kontakt mit Menschen, die als begründeter Verdachtsfall gelten. Als geheilt, gilt zurzeit eine Person im Kreis.

Nachdem das Gesundheitsamt des Kreises am Montag für insgesamt 270 Schüler und Lehrer der zwei Grundschulen Hüllberg (Witten) und Werner-Richard (Herdecke) häusliche Quarantäne angeordnet hatte, wurden heute bei rund 80 Betroffenen Tests auf den Cornonavirus durchgeführt.  

„Zur Teilnahme aufgefordert hatten wir alle, die Symptome zeigen, die auf eine Corona-Erkrankung hinweisen“, erläutert Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein. Die Testabsage an diejenigen, die beschwerdefrei sind, führte durchaus zu Diskussionen und Nachfragen. „Grundlage unserer Entscheidung sind in diesem Fall wie in allen anderen Fällen aber die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts. Und diese bewerten Tests bei Menschen ohne Symptome als nicht zielführend“, so Dr. Klinke-Rehbein.   Um der aus drei Fahrzeugen bestehenden mobilen Diagnostikflotte des Ennepe-Ruhr-Kreises den Rücken freizuhalten, hatte der Krisenstab entschieden, die Schüler und Lehrer stationär zu testen. Dafür errichteten Feuerwehr, THW und Deutsches Rotes Kreuz am heutigen Donnerstag vorübergehend zwei Anlaufstellen in Witten und Herdecke.  

„Um sicher arbeiten zu können und dem Verschleppen des Virus vorzubeugen, haben wir Bereiche abgesperrt und auf ein sicheres „Drive in“ Einbahnstraßenprinzip gesetzt“, berichten die örtlichen Einsatzleiter Dirk Lieder (Witten) und Christian Arndt (Herdecke). Die Mehrzahl der zu Untersuchenden, die mit dem PKW kamen, musste so das Fahrzeug gar nicht verlassen. Aber auch auf die wenigen, die zu Fuß kamen, waren die Verantwortlichen entsprechend vorbereitet.  

Anhand der vom Gesundheitsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises vorbereiteten Listen und Untersuchungsmaterials verteilten die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes beziehungsweise der Johanniter Röhrchen nach Röhrchen. Den nötigen Abstrich machten die Betroffenen dabei jeweils selbst. Ganz oben auf der Liste stand für alle Beteiligten gründlichste Desinfektion und das Arbeiten mit Schutzkleidung und -maske.  

„Die damit verbundene Szenerie wirkt natürlich schon gespenstisch. An ihr führte aber kein Weg vorbei, der Schutz der Einsatzkräfte muss natürlich ganz oben stehen“, so Rolf-Erich Rehm, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung. Sein Fazit. „Das ´Drive-In´ Konzept hat gepasst, es wurde schnell und sehr gut umgesetzt, ein Rad hat ins andere gegriffen.“   Für eine notwendige Suche nach Kontaktpersonen hat im Nachhinein auch der „EN-Sportabend“ gesorgt. Einer der Gäste gilt inzwischen als bestätigter Fall. „Hier hat das Gesundheitsamt die namentlich festgehaltenen 176 Teilnehmer in zwei Kategorien eingeteilt. Für 86 haben wir Quarantäne angeordnet. Allen anderen haben wir aufgegeben, soziale Kontakte zu vermeiden. Grundsätzlich sollen alle auf Corona-Symptome achten“, berichtet Dr. Klinke-Rehbein.  

Die Grundlage für diese Entscheidung lieferten im wesentlichen Fotos der Veranstaltung. Sie machten es möglich, die Sitzordnung auszuwerten und daraus abzuleiten, für wen häusliche Quarantäne anzuordnen ist.

[Stand: 19. März 2020, 17 Uhr]

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