ALTSTADTGASTRONOMIE – ORDNUNGSAMT GREIFT DURCH

Aussengastronomie Symbolbild (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Freitagabend in der Hattinger Altstadt. Das Wetter ist schön und die Gastronomie ist gut besucht. Zu gut sogar, denn beim Blick auf den Außenbereich vieler Gaststätten gewinnt man den Eindruck, dass die Corona-Krise überstanden ist. Profitgier oder finanzieller Druck einzelner Gastwirte scheinen die Abstandsregeln außer Kraft zu setzen. So geschehen – zum wiederholten Mal – auch auf dem Kirchplatz. Doch einige Wirte haben die Rechnung ohne das Ordnungsamt gemacht, die gestern gemeinsam mit der Ersten Beigeordneten der Stadt verstärkt „auf Streife“ gingen. Stärkere Kontrollen waren ja bereits angekündigt worden und nun hat man den Worten auch Taten folgen lassen. 

„Ich habe die Erste Beigeordnete Christine Freynik gebeten, sich ein Bild von der Situation in der Altstadt zu machen,“ so Bürgermeister Dirk Glaser auf Anfrage von RuhrkanalNEWS und fügt weiter an: „Die Beschwerden der Anwohner nehmen wir sehr ernst und möchten Präsenz zeigen und werden nicht tatenlos zusehen wie zum wiederholten Male die verordneten Coronaschutzmaßnahmen ignoriert werden. Wenn Verwarnungen und Bußgelder nicht mehr greifen, gibt es Überlegungen über rechtliche Grundlagen. Das kann bedeuten, auch mal einen Betrieb schließen zu müssen.“

Viele Gastronomiebetriebe in Hattingen halten sich explizit an die Vorgaben. Die meisten Gastronomen wissen, was ihnen im schlimmsten Fall droht. Trotzdem gab und gibt es immer wieder Hinweise an das Ordnungsamt auf permanenten Verstoß zur Einhaltung der Coronaschutzmaßnahmen. Deshalb jetzt die angekündigten Kontrollen. Christine Freynik gegenüber RuhrkanalNEWS: „Das, was ich heute hier gesehen habe, ist eindeutig nicht zu verantworten und wir mussten einschreiten.“

Zu einer Handgreiflichkeit, die die Mitarbeiter des Ordnungsamt souverän im Griff hatten, kam es auf dem Kirchplatz, als gegen 22.30 Uhr ein Gastronom gegenüber den Ordnungsbeamten lautstark protestierte und dabei sogar mit Stühlen um sich warf. „Wir werden den Vorfall genauestens analysieren, den Gastronomiebetrieb weiterhin beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen“, so die Erste Beigeordnete.

Sabri Arslan, der die Altstadtlokale „Las Olas/Pintxos“  betreibt, erklärt indes: „Geld verdienen ist nicht alles. Wir wollen und brauchen die Unterstützung und das Verständnis unserer Gäste. Wir können die Gastronomie nur gemeinsam am Leben erhalten – Gast und Gastgeber.“

Zum RuhrkanalNEWS Kommentar

1 Kommentar zu "ALTSTADTGASTRONOMIE – ORDNUNGSAMT GREIFT DURCH"

  1. „[…] beobachten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen […]“
    Allen Ernstes? Da wirft einer, der im Unrecht ist (!) mit Stühlen um sich (!!) und wird mit solchen Samthandschuhen angefasst?

    Andererseits nur die konsequente Folge dessen, was seit Wochen in unserer Stadt abläuft. Da wird bemüht weggeschaut bei übervollen Restaurants, Friseuren ohne Mundschutz, in öffentlichen Mülleimern entsorgten Kontaktnachverfolgungslisten. Bis zum nächsten Lockdown, dann herrscht in Rat und Verwaltung wieder großes Rätselraten, wie das nur passieren konnte.

    Danke, dass wir für so dumm gehalten werden. Und das im Wahljahr. Aber jeder ist seines Glückes Schmied.

Kommentare sind deaktiviert.

%d Bloggern gefällt das: