Hattingen – Was ist echt? Was ist inszeniert? Und ab wann beginnt eine Geschichte, die sich nur scheinbar aus der Wirklichkeit speist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Ausstellung „Realität und Fiktion“, die vom 6. Juni bis zum 12. Juli im Stadtmuseum Hattingen zu sehen ist.
Gezeigt werden Arbeiten der Künstlerinnen Gudrun Kemsa und Martina Sauter. Beide arbeiten mit Fotografie, beide bewegen sich an der Grenze zwischen Beobachtung und Gestaltung – und doch nähern sie sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen.
Zur Eröffnung am Freitag, 5. Juni, um 19 Uhr findet im Stadtmuseum ein Gespräch mit den beiden Künstlerinnen und der Kunsthistorikerin Bärbel Möllmann statt.
Gudrun Kemsa richtet ihren Blick auf urbane Räume, Architektur und öffentliche Orte. Ihre fotografischen und filmischen Arbeiten zeigen Städte, Plätze und Strukturen nicht einfach als dokumentarische Abbilder. Vielmehr verdichten sich in ihren Kompositionen Zeit, Bewegung und Raum. Was vertraut erscheint, bekommt plötzlich eine andere Ordnung. Linien, Flächen, Licht und Perspektiven lassen die Wirklichkeit zugleich klarer und fremder wirken.
Martina Sauter arbeitet stärker mit erzählerischen Bildwelten. Ihre Fotografien bewegen sich zwischen Inszenierung, Erinnerung und medial geprägten Bildern. Rollenbilder, Identitäten und die Frage, wie Bilder unsere Vorstellung von Wirklichkeit beeinflussen, stehen dabei im Mittelpunkt. Realität und Fiktion lassen sich in ihren Arbeiten nicht sauber voneinander trennen – genau darin liegt ihre Spannung.
Im Zusammenspiel der beiden künstlerischen Positionen entsteht ein Dialog über Wahrnehmung, Konstruktion und Vorstellungskraft. Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzusehen: auf Bilder, auf Räume, auf Geschichten – und auf die eigenen Sehgewohnheiten.
Denn Fotografie gilt vielen noch immer als Beweis: So war es. So sah es aus. Doch gerade diese Ausstellung zeigt, dass jedes Bild auch eine Entscheidung ist. Ein Ausschnitt. Ein Blickwinkel. Eine Erzählung.
Zum Abschluss der Ausstellung findet am Sonntag, 12. Juli, um 12 Uhr eine Finissage statt. Geplant ist eine Videopräsentation der Künstlerin Myriam Thyes sowie ein Gespräch mit Gudrun Kemsa und Martina Sauter.
Ausstellung: „Realität und Fiktion“
Ort: Stadtmuseum Hattingen
Dauer: 6. Juni bis 12. Juli
Eröffnung: Freitag, 5. Juni, 19 Uhr
Finissage: Sonntag, 12. Juli, 12 Uhr


























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