Wenn der Drahtesel wieder rund läuft

Wenn der Drahtesel wieder rund läuft (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
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Hattingen – Besser hätte das Wetter für Radfahrer kaum sein können. Am Samstag (2. Mai 2026) lud der ADFC Hattingen von 11 bis 15 Uhr zum RadReparaturCafé ein – und viele nutzten die Gelegenheit, ihren geliebten Drahtesel mit kleinen und größeren Wehwehchen vorbeizubringen.

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Der besondere Fokus lag diesmal auf dem Radnachwuchs. Familien konnten ausrangierte oder defekte Kinderräder mitbringen, um sie gemeinsam mit den Helferinnen und Helfern des ADFC wieder fahrbereit zu machen. Denn gerade bei Kinderrädern lohnt sich oft der zweite Blick: Was auf den ersten Blick nach „geht nicht mehr“ aussieht, braucht manchmal nur einen neuen Schlauch, eine saubere Einstellung oder ein passendes Ersatzteil. Bei Bedarf stellte der Verein sogar notwendige Teile zur Verfügung, damit Kinder wieder sicher und mobil unterwegs sind.

Doch das RadReparaturCafé ist längst mehr als nur ein Ort, an dem Bremsbeläge gewechselt, Schaltungen eingestellt oder Fahrradschläuche erneuert werden. Das Fahrrad von heute ist nicht mehr nur Rahmen, Kette, Lenker und zwei Räder. Da kommen inzwischen Fahrradcomputer, Displays, Sensoren und allerlei technischer Schnickschnack dazu. Und so wurde nicht nur geschraubt, gepumpt und justiert, sondern auch geprüft, ob ein Fahrradcomputer vielleicht ein Update braucht, ob ein kleiner Software-Bug umgangen werden kann oder ob die Technik einfach nur einmal richtig erklärt werden muss.

Auf dem Hof herrschte reger Betrieb. Ein Mantel an einem Kinderrad war nicht mehr zu retten, da musste ein neuer her. An anderer Stelle wurden Bremsbeläge begutachtet, die gefühlt längst hätten gewechselt werden müssen – tatsächlich aber noch völlig in Ordnung waren. Die vorsorglich gekauften Beläge fanden trotzdem Verwendung: Bei einem anderen Besucher waren die Bremsen deutlich dringender dran, nur hatte er selbst das Problem noch gar nicht auf dem Schirm. Genau so funktioniert ein ReparaturCafé: Man kommt mit einem Problem, geht mit einer Lösung – und manchmal hilft das Ersatzteil, das man selbst nicht braucht, jemand anderem weiter.

Parallel standen die Fahrradrikschas auf dem Hof. Auch dort wurde gearbeitet. Bei einer Rikscha wurde ein fest verbauter Tacho montiert. Zwar lassen sich die Daten auch über das Handy anzeigen, doch dafür muss man sich jedes Mal erst mit der Rikscha verbinden. Und wenn unterwegs der Akku schlappmacht, ist ein fest installierter Tacho, der einfach immer funktioniert, die deutlich bequemere Lösung.

Wenn der Drahtesel wieder rund läuft (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Neben all der Technik blieb aber auch Zeit für Begegnung. Das RadReparaturCafé versteht sich bewusst nicht nur als Werkstatt, sondern auch als Treffpunkt. Bei Kaffee, Kaltgetränken und Gesprächen unter Gleichgesinnten wurde nicht nur über platte Reifen, quietschende Bremsen und hakelige Schaltungen gesprochen, sondern auch über Touren, Alltagserfahrungen und die kleinen Tricks, die das Radfahren leichter machen.

Und dann war da noch dieser Duft. In einer großen Pfanne wurden Hühnchenfleisch und Gemüse angebraten, später mit Reis bedeckt, mit Brühe aufgegossen und lange geköchelt. Auf dem Beistelltisch warteten bereits die Meeresfrüchte auf ihren Einsatz. Wer in die Nähe der Pfanne kam, musste nicht lange rätseln: Karsten bereitete eine Paella zu – in einer Pfanne, die nicht nur groß aussah, sondern auch genau das versprach, was die Nase schon vorab bestätigte: Das wird gut.

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