Hattingen – Der Ruhrverband beobachtet die Entwicklung der Wasserpflanzen in den Stauseen an der unteren Ruhr auch in diesem Jahr genau. Bereits im Frühjahr wurden die Seen betaucht, um den Pflanzenbestand unter Wasser zu erfassen. Eine weitere Untersuchung ist für Juli geplant.
In den vergangenen Jahren war vor allem die schmalblättrige Wasserpest, die sogenannte Elodea, ein Problem für Wassersportler. Aktuell zeichnet sich allerdings ab, dass ihr in einigen Seen andere Pflanzen den Rang ablaufen: Vor allem Kamm-Laichkraut und Krauses Laichkraut breiten sich aus.
Am Kemnader See dominieren derzeit Kamm-Laichkraut und Fadenalgen. In den kommenden Wochen könnte deshalb der Einsatz des Mähbootes „Manati“ notwendig werden. Natürliche Abflüsse können das Wachstum zwar bremsen, doch diese hängen stark von der Wetterlage ab. Die Möglichkeiten des Ruhrverbands sind daher begrenzt.
Auch am Baldeneysee in Essen zeigt sich ein ähnliches Bild. Dort gibt es zurzeit kaum Elodea-Bestände, dafür sorgt Krauses Laichkraut für Ärger bei den Wassersportlern. Weil diese Pflanze feiner und lockerer wächst als Elodea, lässt sie sich nicht ganz so gut mähen. Für den Einsatz stehen die Mähboote „Kaiman“, „Nimmersatt“ sowie ein Leasing-Boot bereit. Welche Bereiche gemäht werden, wird mit der Interessengemeinschaft Baldeneysee abgestimmt.
Anders ist die Lage am Harkortsee und Hengsteysee. Dort ist derzeit kein Laichkraut in Sicht. Am Harkortsee könnte sich allerdings Elodea stärker entwickeln; die Pflanzen sind aktuell etwa 40 Zentimeter hoch. Am Hengsteysee liegt die Wuchshöhe bei rund 30 Zentimetern. Auf beiden Seen kommt ein Motorboot mit sogenanntem T-Balken zum Einsatz. Das Schnittgut wird mit der Strömung zum Laufwasserkraftwerk transportiert und dort aus dem Wasser geholt. Die Mahd wird von den örtlichen Vereinen koordiniert.
Dass die Pflanzen so gut wachsen, hat auch mit der guten Wasserqualität der Ruhrstauseen zu tun. Klares Wasser lässt Sonnenlicht bis auf den Gewässergrund fallen. Für Wasserpflanzen sind das ideale Bedingungen. Eine genaue Vorhersage, welche Pflanzenart künftig dominiert, ist nach Angaben des Ruhrverbands derzeit kaum möglich.
Für Wassersportler bleibt es damit eine etwas paradoxe Situation: Die gute Wasserqualität freut Mensch und Natur – sorgt aber zugleich dafür, dass auf den Seen wieder gemäht werden muss.


























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