Hattingen – Zweiter Tag Vesperkirche. Mittags, so erzählen es viele, sei es bereits „wie aus dem Bilderbuch“ gelaufen: viele Gäste, viele Begegnungen, ein buntes Aufeinandertreffen – und zwischendrin dieses leise Gefühl von „Wir sitzen hier gerade einfach gemeinsam am Tisch“, auch wenn man sich vorher nicht kannte. Genau das ist der Geist der Vesperkirche: nicht nur satt werden, sondern zusammenkommen.
Am Nachmittag zeigte sich diese Idee nochmal in einer ganz eigenen, warmen Variante: beim interkulturellen Tee- und Kaffeetrinken. Fast alle Kulturen, die in Hattingen zu Hause sind, schienen vertreten. Besonders auffällig: türkische Frauen, die nicht nur mit guten Worten kamen, sondern mit Schalen voller türkischem Gebäck und Backblechen mit Kuchen. Es war bunt, duftete nach Gewürzen, nach Butter und Süße – und machte neugierig. Viele Gäste probierten, fragten nach, lachten, erzählten. Gespräche entstanden, die sonst vielleicht nie stattgefunden hätten: kleine Nachfragen über Zutaten wurden zu großen Geschichten über Herkunft, Alltag, Familie und das Leben in dieser Stadt.
Und dann war da diese Szene, die hängen bleibt: Eine Frau war mit ihrer Tochter aus Essen nach Hattingen gekommen – sie wollte ihren Besuch die Stadt zeigen. Eher zufällig entdeckten sie die Vesperkirche. Keine Hemmschwelle, kein „Darf man hier rein?“, kein Fremdeln. Sie setzten sich – und fühlten sich, so beschrieb sie es, sofort zuhause: mit all den anderen Gästen am Tisch. Als wäre das hier kein Programmpunkt, sondern ein Platz, an dem man einfach dazugehört.















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