VDK Sommerfest am Holschentor: Ein Nachmittag gegen die Einsamkeit

Vdk Sommerfest (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
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Hattingen – Es war kein lautes Fest. Kein Fest, das sich über Musik, Programm oder große Reden definierte. Das Sommerfest des VDK Sozialverbandes Ortsverein Hattingen auf der Terrasse des Holschentors war eher ein Treffen, bei dem schnell deutlich wurde, worum es eigentlich geht: um Menschen, Gespräche, persönliche Kontakte und um einen Nachmittag, der für viele mehr bedeutet als nur Bratwurst vom Grill und Kaffee auf der Terrasse.

Unter den großen Sonnenschirmen am Holschentor hatten die Mitglieder und Gäste des VDK am 9. Juli 2026 Platz genommen. Die Terrasse mit dem angrenzenden Gesellschaftsraum bietet für diese Veranstaltung fast ideale Bedingungen. Draußen genügend Platz für Tische, Stühle und Grill, drinnen die Möglichkeit, sich bei Bedarf zurückzuziehen. Genau dieser Ort wird vom VDK Hattingen sehr gerne genutzt. So gerne, dass eine vorherige Anmeldung notwendig ist. Denn die Plätze sind begrenzt, die Nachfrage aber groß.

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Der Ortsverein Hattingen zählt aktuell 1443 Mitglieder. Eine beeindruckende Zahl. Rein rechnerisch ist damit etwa jeder 40. Hattinger Mitglied im VDK. Und das Interesse reicht sogar über die Stadtgrenzen hinaus. Auch Menschen aus Bochum-Linden, Witten oder Sprockhövel würden gerne dem Hattinger Ortsverein angehören, berichtet die Vorsitzende Bianca Ciesla.

Einmal im Jahr organisiert der Ortsverein sein Sommerfest. Mitglieder stehen dabei im Mittelpunkt, Gäste sind ebenfalls willkommen, müssen allerdings einen kleinen Gästebeitrag leisten. Für Bianca Ciesla ist dieses Fest aber weit mehr als ein geselliger Termin im Jahreskalender. Es ist ein Angebot gegen Einsamkeit, ein Ort für Begegnungen und ein Nachmittag, an dem viele Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen.

VDK Sommerfest (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Und genau das war an diesem Tag deutlich zu spüren. An den Tischen wurde erzählt, gelacht und nachgefragt. Manche kannten sich seit Jahren, andere kamen neu dazu. Es wirkte intensiv, herzlich und vertraut. Für Außenstehende war schnell erkennbar: Hier geht es nicht nur darum, gemeinsam ein Sommerfest zu feiern. Hier geht es darum, nicht allein zu sein.

Dass so ein Fest stattfinden kann, ist nur möglich, weil viele ehrenamtliche Hände mit anpacken. Bianca Zistler sprach mit großem Respekt über das Team, das jedes Jahr zuverlässig beim Aufbau, bei der Organisation und beim Ablauf hilft. Peter und Willi gehören dazu, ebenso Martin, der Kassierer des Ortsvereins. Harry ist selbst kein VDK-Mitglied, unterbrach aber seinen Urlaub, um für das Sommerfest am Grill zu stehen. Auch das sagt viel über den Charakter dieser Veranstaltung aus.

Am Morgen hatte zudem ein jüngeres Mitglied spontan mitgeholfen und Bänke aus dem Keller getragen. Für Bianca Zistler ein kleines, aber wichtiges Zeichen. Der VDK werde häufig mit einem höheren Durchschnittsalter verbunden. Das stimme zwar in Teilen, doch jüngere Mitglieder seien ausdrücklich willkommen und würden gebraucht. Viele Menschen im mittleren Alter seien berufstätig und hätten wenig Zeit, trotzdem zeige sich immer wieder: Wenn man Menschen direkt anspreche, seien viele hilfsbereit.

Der VDK Ortsverein Hattingen ist jedoch nicht nur Veranstalter geselliger Nachmittage. In der Bismarckstraße unterhält der Verband eine Geschäftsstelle, die zweimal in der Woche ehrenamtlich als Anlaufpunkt für Mitglieder geöffnet ist. Dort geht es um Beratung, Orientierung und Unterstützung in sozialen Fragen. Der Ortsverein übernimmt dabei eine wichtige Lotsenfunktion.

Der VDK hilft seinen Mitgliedern unter anderem bei Anträgen und Verfahren, die im Zweifel vor dem Sozialgericht landen können. Das betrifft beispielsweise Pflegeleistungen, die Feststellung eines Grades der Behinderung oder abgelehnte Erwerbsminderungsrenten. Bei Antragstellungen unterstützt der Ortsverein, bei Widerspruchsverfahren kommen die Juristen des Kreisverbandes ins Spiel. Für viele Betroffene ist das eine wichtige Hilfe in Situationen, in denen Formulare, Bescheide und Fristen schnell überfordern können.

Das Sommerfest am Holschentor zeigte damit auf einfache Weise, was ein Sozialverband vor Ort leisten kann. Er ist Beratungsstelle, Interessenvertretung und Gemeinschaft zugleich. Er hilft bei schwierigen Verfahren, aber auch bei etwas, das sich nicht in Paragrafen und Aktenzeichen messen lässt: dem Gefühl, gesehen zu werden.

Am Ende war es ein Nachmittag mit Grillduft, Gesprächen und vielen persönlichen Begegnungen. Vor allem aber war es ein Fest, das zeigte, wie wichtig solche Orte des Miteinanders sind. Gerade für Menschen, die sonst vielleicht zu oft allein bleiben.

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