Hattingen – Mit Tango, Klezmer und Balkanmusik ist am Samstagabend (12. September 2026) die neue Spielzeit der St. Georgs-Konzerte gestartet. Das Ensemble Firasso mit Robert Beck an Klarinette und Bassklarinette, Marko Kassl am Akkordeon und Nils Imhorst am Bass nahm das gut besuchte Kirchenschiff mit auf eine musikalische Reise, bei der vertraute Klänge immer wieder überraschende Wendungen nahmen.
Es war ein Abend für ein kundiges Publikum, das nicht auf musikalischen Mainstream wartete, sondern ganz offensichtlich gerade die anderen Klänge suchte. Und davon hatte das 2015 gegründete Trio reichlich mitgebracht.
Die drei Musiker setzen sich souverän über Genregrenzen hinweg. Mal glaubte man, einen Tango klar erkannt zu haben, während das Akkordeon plötzlich fast französisch klang. An anderer Stelle entstand für einen Moment das Gefühl, eine bekannte Filmmusik vor sich zu haben. Doch kaum hatte man es sich in dieser akustischen Wohlfühlzone bequem gemacht, änderte die Musik ihre Richtung und weckte die Zuhörer sanft wieder auf.
Gerade die Eigenkompositionen lebten von diesem Spiel mit Erwartungen. Dabei harmonierten Klarinette, Akkordeon und Bass ausgezeichnet miteinander. Je nach Stück wechselten Stimmung und Klangfarbe, ohne dass die Musik ihre gemeinsame Sprache verlor.
Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS

Dass hinter den Stücken durchaus Geschichten stecken, erklärte das Trio selbst. So beschreibt eine Komposition das ziemlich alltägliche Drama eines Kaugummis, der plötzlich unter dem Schuh klebt. Der Versuch, ihn mit dem anderen Schuh abzustreifen, entwickelt eine ganz eigene Bewegung – und daraus wird schließlich beinahe ein kleiner Tanz. Andere Stücke spielten mit ungewöhnlichen Taktarten, musikalischen Bildern und Assoziationen an Filmszenen.
Dabei nahm sich das Ensemble selbst nicht zu ernst. Als es um die Vorliebe von Nils Imhorst für ungewöhnliche Taktarten und Tonarten ging, berichteten seine Kollegen augenzwinkernd, sie hätten sich irgendwann einfach einmal ein Stück in C-Dur und im Viervierteltakt gewünscht. Bekommen haben sie es tatsächlich – natürlich so, dass es sich nicht immer danach anhört.
Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS

So wurde der Auftakt der neuen St. Georgs-Konzertsaison zu einem inspirierenden Abend, der zeigte, wie spannend Musik werden kann, wenn sie sich nicht eindeutig in eine Schublade stecken lässt.
Die neue Spielzeit bietet in den kommenden Monaten erneut ein breites musikalisches Spektrum von klassischer und alter Musik bis zu ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen.


























Ein großartiges Konzert zum Spielzeitauftakt! Kompliment an das Ensemble und die Veranstalter.