SPORTLER TROTZEN CORONA: LEHRERPAAR WILL ZUM IRONMAN

Till Schaefer und Anna Schauerte im RuhrkanalNEWS-Interview (Foto: RuhrkanalNEWS)

Sprockhövel- „Ich durfte im letzten Jahr meinen Traum von einem Start beim Ironman Hawaii bereits wahr werden lassen. Das Erlebnis war unfassbar intensiv. Jetzt wäre ich gerne gemeinsam mit meiner Freundin Anna an den Start gegangen. Aber die Corona-Pandemie hat alle Qualifkationen bis auf weiteres gecancelt.“ Ob die Sprockhöveler Sportler Ironman Till Schaefer und Anna Schauerte in diesem Jahr nach Hawaii reisen ist noch völlig offen.

Für den Mathe- und Sportlehrer Till Schaefer ist der Ironman Hawaii ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. „Meine Freundin Anna hat mich 2019 begleitet. Wir haben uns vor 1 1/2 Jahren über den Sport kennengelernt. Damals sind wir im gleichen Wettkampf gelaufen, ich die olympische Distanz und sie die Mitteldistanz. Beide haben wir unsere Distanzen gewonnen und uns bei der Siegerehrung länger unterhalten“, erzählt Till Schaefer. Die Sportskanonen stellten schnell viele Gemeinsamkeiten fest – Gymnasiallehrer sind auch beide. Doch während Till neben dem Sport noch Mathe unterrichtet, ist es bei Anna Englisch. Am 10. Oktober 2020 woll(t)en beide erneut auf Hawaii sein. An diesem Tag – übrigens der 34. Geburtstag von Anna- soll der diesjährige Ironman stattfinden.

„Ob das allerdings so sein wird, ist zu beweifeln. Es laufen auch Gespräche darüber, den Iroman Hawaii auf Februar 2021 zu verschieben. Abgesagt ist er nicht. Entscheidend wird sein, ob man sich überhaupt vorher qualifizieren kann.“ Denn viele Sportveranstaltungen sind durch die Corona-Pandemie abgesagt.

Till Schaefer auf dem Fahrrad im Wettkampf (Foto: privat)

„Schon Ende März wurde für uns deutlich: Diese Saison wird anders als geplant verlaufen“, erzählen die beiden Sportler. „Neben den abgesagten Quali-Veranstaltungen veränderte sich natürlich auch das persönliche Training. Der Besuch im Fitness-Studio fiel weg. Hallen- und Freibäder für das Schwimmtraining waren Fehlanzeige. Wir leben in einer nicht so großen Wohnung mit Balkon, die zunehmend zum Trainingsraum umfunktioniert werden musste. Zugseiltraining ist da schwierig“, lacht Till Schaefer. Der intensive Workshop auf Mallorca – 2020 keine Chance. Zeit hätten die beiden gehabt – die Schule fand ja auch nicht statt. Aber nach Malle führte der Weg eben auch nicht. „Wir haben für unsere Schüler Sportvideos gemacht. Ich habe verschiedene Challenges erarbeitet, die sie mit ihren Familien machen sollten. Da habe ich sehr positive Rückmeldungen bekommen. Gemeinsam Sport machen – ich glaube, für viele der Schüler war das durchaus Neuland.“

Till und Anna selbst waren mit dem Fahrrad auf der Radtrasse unterwegs, im Sauerland, im Münsterland. „Till ist viel schneller als ich“, lacht Anna. „Aber wir sind oft ein paar Stunden zusammen im Training unterwegs gewesen und er hat manchmal dann einfach weiter gemacht. Ich habe mein Training dann beendet.“

Die Sponsoren der Sportler – ganz aktuell in diesem Jahr kam das Sprockhöveler Unternehmen WKT dazu – haben nichts beendet und blieben dem sympathischen Paar treu. Aufgegeben haben die beiden ihren Traum von einem gemeinsamen Start beim Ironman Hawaii auch nicht. „Spätestens 2021 werden wir das machen. Vielleicht fahren wir aber in diesem Jahr doch noch, denn für Ende November ist der Ultraman angesetzt. Nochmal eine härtere Variante. Dann wird die komplette Insel innerhalb von drei Tagen von den Sportlern umrundet. Das bedeutet 10 km Schwimmen, gefolgt von 145 km auf dem Rad am ersten Tag, 276 km auf dem Rad am zweiten und schließlich ein 84 km Lauf am letzten Tag.“ Eine Möglichkeit zur Teilnahme ist die persönliche Einladung aufgrund der eigenen Sportlerlaufbahn durch den Veranstalter. Da könnte Sprockhövels Bürgermeister Ulli Winkelmann seinem Freund Till helfen. Fünfzehnmal hat Winkelmann über diese Distanz das Ziel auf Hawaii erreicht. Anna wäre zwar nicht am Start. Mitkommen würde sie aber schon.

Till Schaefer und Anna Schauerte würden gerne auf Hawaii starten (Interview: RuhrkanalNEWS)

Ein Lehrerpaar mit großen sportlichen Ambitionen – für beide ist Bewegung ein wichtiger Bestandteil im Leben. „Natürlich haben wir mit dem Training in diesen schwierigen Zeiten nicht aufgehört“, sagt Till. Er weiß, wie wichtig die Regelmäßigkeit ist – hat der heute 35jährige doch eine große sportliche Pause in seinem Leben erlebt. „Das war 2011. Ich konnte keine halbe Stunde mehr laufen, ohne aus der Puste zu sein.“ 30 Kilogramm schwerer war er damals. Sein Fazit: Bewegung ist Leben – und muss nicht immer im Leisstungssport enden.

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