PODIUMSDISKUSSION „ORGAN-SPENDE“ GUT BESUCHT

CDU-Veranstaltung Organspende: Bürgermeisterin Sabine Noll ( 3.v.re.) begrüßte die anwesenden Referenten und Zuhörenden und betonte die Wichtigkeit der Organspende.(Foto: Höffken)

Sprockhövel – Der Sprockhöveler CDU-Stadtverband hatte zu einer Podiumsdiskussion über das Thema Organspende eingeladen. Rund 50 Teilnehmende waren am heutigen Donnerstag (8. Februar 2024) der Einladung in den Veranstaltungsraum der Sparkasse Schwelm-Sprockhövel zu diesem aktuellen Thema gefolgt.

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Der CDU war es gelungen, zur Podiumsdiskussion hochrangige Experten nach Sprockhövel einzuladen. Bundesgesundheitsminister a.D. MdB Hermann Gröhe stellv. Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Richard Viebahn, Leiter des Transplantationszentrums des Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, Stefan Palmowski, Vorstandsvorsitzender Netzwerk Organspende NRW e.V. und Dana Häniche als lebertransplantierte Patientin gaben den Teilnehmenden eindrucksvolle Rede- und Erfahrungsbeiträge.

Dr. Klaus Befelein (CDU) übernahm die Moderation und führte durch die Veranstaltung, nachdem Bürgermeisterin Sabine Noll die Referenten begrüßt hatte.

CDU-Veranstaltung Organspende: Rund 50 Interessierte waren der CDU-Einladung zur Podiumsdiskussion gefolgt. (Foto: Höffken)
CDU-Veranstaltung Organspende: Auch Bürgermeisterin Sabine Noll mit Ehemann, Sparkassendirektor Daniel Rasche und der frühere Bürgermeister Ulli Winkelmann (vorne v.li.n.re.) waren anwesend. (Foto: Höffken)

MdB Hermann Gröhe (CDU), der von 2013 bis 2018 Bundesgesundheitsminister war, gab den Anwesenden einen Überblick über das nationale und europäische Recht der Organtransplantation.

CDU-Veranstaltung Organspende: Prominente Referenten waren MdB Hermann Gröhe und Prof. Dr. Richard Viebahn vom Transplantationszentrum Uniklinik Knappschaftskrh. Bochum. (Foto: Höffken)

Eindrucksvoll schilderte Prof. Dr. Richard Viebahn, Leiter des Bochumer Transplantationszentrums, die Abläufe, wenn eine Organ-Transplantation bevorsteht. Im Jahre 2023 wurden im Transplantationszentrums des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum 75 Organtransplantationen durchgeführt.

Ist die sogenannte derzeitige Entscheidungslösung ein zu schwaches Instrument für die erforderliche Spendenbereitschaft? Dieses Gesetz stottert gewaltig in der Umsetzung: das geplante Spendenregister fehlt immer noch und die Informationsstrategie zur „Verbesserung der Spendenbereitschaft“ lahmt hinter den Erfordernissen her.
Verständlich, dass Alternativen wie in benachbarten EU-Ländern gefordert werden. Dort gilt längst die sogenannte Widerspruchslösung. Spender ist jeder – auch stillschweigend – es sei denn, er hätte zu Lebzeiten widersprochen. Im Klartext: Jeder muss sich irgendwann einmal mit dem Thema Organspende beschäftigt haben.

Diesem Modell konnten sich auf Befragung des Moderators Dr. Klaus Befelein dreiviertel der Anwesenden, einschließlich Podium, anschließen. Ungeklärt blieb der sozialethische Konflikt, der – so Hermann Gröhe MdB – beim Eingriff des Staates in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen bei der Widerspruchslösung entstünde. Allen war aber klar, dass für eine Lebenschance schwerkranker Menschen auf der Warteliste mehr gespendete Organe erforderlich sind. Die lebertransplantierte Dana Häniche beeindruckte mit ihrem authentischen Erlebnisbericht zwischen perfekter Medizinapparatur und Verletzlichkeit der Psyche.

Die Strukturen von Eurotransplant, einem grenzübergreifenden Zusammenschluss von acht EU-Staaten faszinierten die Anwesenden ebenso wie die Definition von Hirntod oder dem nahezu unbegrenzten Alter von Spendern. Immerhin ist der bis heute älteste Organspender 98 Jahre alt gewesen.

Während immer noch rund 8.400 schwerkranke Menschen in Deutschland auf eine Organspende warten, kann nicht genug dafür geworben werden, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen, Spenderwillige dieses dokumentieren und der Gesetzgeber deutschlandweit einheitliche und nachvollziehbar praktikable Regelungen beschließt. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen und diesbezüglich Antworten zu erhalten.

Zusammen mit dem ausliegenden umfangreichen Informationsmaterial war es eine gelungenen und informative Veranstaltung mit hochkompetenten Referenten zu einem aktuellen Thema.

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