PIRATEN BEKLAGEN IMPFMÜDIGKEIT IM ENNEPE-RUHR-KREIS

Piraten im Ennepe-Ruhr-Kreis (Grafik: Piraten EN)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Die Impfquote im Ennepe-Ruhr-Kreis bei Masern ist mit nur 63 % nach Angaben des Robert-Koch-Instituts die bei Weitem niedrigste in NRW. Auch mit Hinblick auf eine zukünftige Impfung gegen das neue Corona-Virus will die Piratenpartei mit einer jetzt eingereichten Anfrage erfahren, welche Ursachen es für diese große Impfmüdigkeit gibt. Außerdem will sie wissen, mit welchen Maßnahmen und Lösungsideen das Gesundheitsamt diesem Problem begegnen will.

„Zur Lösung der Corona-Krise mit ihren zahlreichen negativen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen wird wahrscheinlich letztlich eine ausreichende Impfquote mit einem hoffentlich bald zur Verfügung stehenden Impfstoff entscheidend sein. Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis müssen wir dann schnell den Schutz der Gemeinschaft herstellen!“, sagt Jörg Müller, Kreistagsmitglied der Piratenpartei und Spitzenkandidat für die Kreistagswahl am 13. September.

Eine große Rolle speziell im Ennepe-Ruhr-Kreis könnte die hier stark verbreitete Anthroposophie spielen. Der Gründer dieser esoterischen Weltanschauung, Rudolf Steiner, hatte zwar keinerlei medizinische Ausbildung, erklärte jedoch, dass Impfungen problematisch seien. Bis heute schüren anthroposophische Ärzte Zweifel an den offiziellen Impfempfehlungen. Daher ist es nicht überraschend, dass es an anthroposophischen Einrichtungen wie Waldorfschulen besonders häufig zu Masern-Ausbrüchen kommt. Deshalb wollen die Piraten vom Gesundheitsamt wissen, welche Erkenntnisse es über Impfquoten an anthroposophischen Einrichtungen im Ennepe-Ruhr-Kreis besitzt und wie die Situation auch im Hinblick auf die Corona-Krise verbessert werden kann.

Viele Menschen, die sich im Internet selbst über das Thema Impfen informieren wollen, landen leicht auf Seiten unseriöser Impfgegner, die Falschinformationen verbreiten. Die Piraten setzen sich dafür ein, dass die Menschen im Kreis auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse informiert werden und so selbstbestimmt eine Entscheidung für eine Impfung treffen. Sie schlagen deshalb vor diese Informationen auch in die Ennepe-Ruhr-Kreis-App aufzunehmen, die für Android und iOS zur Verfügung steht.

„Impfen ist ein Akt der Solidarität. So schützt man nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen vor gefährlichen Krankheiten. Fehlende Aufklärung, esoterische Glaubenslehren und Falschinformationen im Internet führen zu unnötigen menschlichen Leid. Das Gesundheitsamt muss diese Probleme ansprechen und Lösungen vorantreiben, auch damit der EN-Kreis gut aus der Corona-Krise herauskommt!“, so Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr.

Am Samstag findet in Witten auf dem Platz vor der Stadtgallerie ab 12 Uhr die Kundgebung „Solidarität statt Konkurrenz“ statt. Das breite Bündnis „Witten gegen Verschwörungswahn“, in dem auch die Piratenpartei mitwirkt, spricht sich damit für einen solidarischen und faktenbasierten Umgang mit der Corona-Krise aus.

1 Kommentar zu "PIRATEN BEKLAGEN IMPFMÜDIGKEIT IM ENNEPE-RUHR-KREIS"

  1. Robin Berg | 5. Juni 2020 um 11:53 |

    Das kann man so nicht stehen lassen. Im letzten Jahr hat die FDP im Kreistag einen Antrag gestellt die Impfquoten insbesondere bei den Kindern zu verbessern. Diese lag damals laut Kreisverwaltung bei knapp 91% und somit noch unter dem Ziel der WHO von 95%. Diesem Antrag wollten die anderen Fraktionen seltsamerweise nicht folgen woraufhin eine Arbeitsgruppe Impfen der Verwaltung eingerichtet wurde.
    Nun werden regelmäßig zur bessern Datenerhebung (diese ist nämlich auch laut RKI in Deutschland nicht einheitlich!) bei den Schuleingangsuntersuchungen die Impfpässe der Kinder kontrolliert. Zuletzt berichtete die Kreisverwaltung im Gesundheitsausschuss am 19.05. dass 1584 solcher Untersuchungen durchgeführt worden sind. Darunter fanden sich nur 5 sogenannte Impfgegner. In den meisten Fällen handelte es sich um das Vergessen des zweiten Impftermins. 93,7% hatten einen vollständigen Impfschutz. Damit sieht man schon jetzt eine leichte Steigerung. Seit Mai diesen Jahres gibt es erstmals ein postalisches Erinnerungssystem bei Impflücken, welches hoffentlich irgendwann auf digital umgestellt wird.

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