PIA IST MEHR ALS EIN NAME

Frank Mielke (SPD) stellte PiA vor (Foto: Pielorz)

Hattingen- Hinter PiA verbirgt sich mehr als ein weiblicher Vorname, der übersetzt „die Gottesfürchtige“, „die Achtbare“ und „die Fromme“ bedeutet. PiA steht für „praxisorientierte Ausbildung zum Erzieher“ und diese Form der Ausbildung gibt es jetzt auch in Hattingen. Begonnen hatte es 2012 in Baden-Württemberg: Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, wurde PiA entwickelt, eine Art duale Erzieherausbildung.

Anders als in der klassischen Ausbildung mit zweijähriger Vollzeitschule und einjährigem Praktikum werden bei PiA Praxis und Schule über drei Jahre gleichmäßig miteinander verbunden – daher auch der Name. Es handelt sich also nicht um eine verkürzte oder reduzierte Ausbildung. Lehrplaninhalte und Stundentafel entsprechen der herkömmlichen Fachschulausbildung. Gestartet wird mit drei Schul- und zwei Praxistagen in der Woche. Zudem erhalten die angehenden Fachkräfte über die gesamte Ausbildungsdauer eine Vergütung, ansteigend von 1450 Euro monatlich im ersten bis zu 1800 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Neben der bindenden Praxis ist auch das Gehalt von Anfang an (für deren Auszahlung in Hattingen die Stadt als Träger der beteiligten Kitas Zuschüsse aus Bundesmitteln erhält) für Auszubildende ein echter Pluspunkt. Baden-Württemberg, die mit PiA langjährige Erfahrungen haben, konnte mehr als 30 Prozent neue Absolventen gewinnen. Mehr als ein Viertel der PiA-Auszubildenden ist älter als 26 Jahre und bringt häufig Abitur, teilweise auch Hochschulabschlüsse oder eine Berufsausbildung mit. Der Männeranteil liegt mit ca. 15 Prozent um immerhin fünf Prozent über dem der herkömmlichen Ausbildung. Die mit Einführung von PiA bestehende Sorge um die Ausbildungsqualität hat sich nicht bestätigt. Der Evaluationsbericht des baden-württembergischen Kultusministeriums stellt fest, dass die Auszubildenden, Lehrkräfte und Träger das Konzept durchschnittlich mit der Note 2,0, die Praxisanleiter mit 2,6 bewerten. 84 Prozent der befragten Lehrkräfte und 69 Prozent der Praxisanleiter bejahen die Frage nach einer Verbesserung der Ausbildungsqualität durch PiA.

Für die Teilnahme an PiA, die in Hattingen im August 2020 starten soll und neben der Kita-Ausbildung auch ein sechs- bis achtwöchiges Praktikum beispielsweise in der Jugendhilfe oder im Offenen Ganztag anbietet, hat die Stadt Hattingen rund zwei Dutzend Bewerbungen erhalten. Die meisten Bewerber sind zwischen 25 und 35 Jahren alt. Bis 2022 soll jede der zwölf städtischen Kitas einen PiA-Auszubildenden beschäftigen. Die Ausbildung wird gemeinsam mit dem Berufskolleg Hattingen realisiert.

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