Hattingen/Sprockhövel – Wenn Andreas Fleer morgens sein Büro im Regionalbüro Hattingen des Ambulanten Hospizdienstes Witten-Hattingen aufschließt, weiß er selten, was der Tag bringt. Als Koordinator organisiert er dort gemeinsam mit seiner Kollegin Hannah Pfeiffer die ehrenamtliche Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in Hattingen, Witten und Teilen Sprockhövels – und steht damit für eine Arbeit, die oft im Verborgenen bleibt, aber für unzählige Familien der Region unverzichtbar ist.
Mehr als 60 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer sind im Ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen aktiv. Sie besuchen Erkrankte stundenweise zuhause, im Krankenhaus oder in stationären Einrichtungen, hören zu, halten Hände, schaffen Momente der Ruhe – und entlasten Angehörige in einer der schwersten Phasen ihres Lebens. Koordinatoren wie Andreas Fleer sorgen im Hintergrund dafür, dass diese Einsätze möglich werden: Sie schulen und begleiten die Ehrenamtlichen, vermitteln Kontakte zu Palliativmedizinern und Pflegediensten und stehen Betroffenen mit Rat und Zeit zur Seite. Auch die „Letzte-Hilfe-Kurse“, die der Hospizdienst regelmäßig anbietet, gehen auf seine Initiative zurück – Kurse, die Angehörigen praktische Sicherheit im Umgang mit Sterbenden vermitteln sollen.
„Sterben gehört zum Leben, auch wenn wir es gerne verdrängen. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass niemand in dieser Zeit allein bleibt – weder die Betroffenen noch ihre Familien. Jeder Einsatz, jedes Gespräch zeigt mir, wie viel es bewirkt, einfach da zu sein.“
– Andreas Fleer, Ambulanter Hospizdienst Witten-HattingenEin Tag, der diese Arbeit sichtbar macht
Genau diese oft unsichtbare Arbeit rückt am Samstag, 10. Oktober 2026, von 9.30 bis 16.00 Uhr in den Mittelpunkt: Anlässlich des Welthospiztages findet erstmals der Hospiz- und Palliativtag für Hattingen, Sprockhövel und Umgebung statt – in und um die Mehrzweckhalle des Haus Theresia, Hackstückstraße 37.
Die kostenfreie Infoveranstaltung richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die sich mit der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen im ambulanten und stationären Bereich auseinandersetzen wollen oder müssen. Ausdrücklich willkommen sind zudem Fachkräfte wie Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Altenpfleger/innen, Sozialarbeiter/innen und Palliative-Care-Fachkräfte.
Veranstaltet wird der Tag vom Ambulanten Hospizdienst Witten-Hattingen, dem Palliativdienst Ennepe-Ruhr und der Theresia Albers Stiftung.
Eröffnung und Unterzeichnung der Hospiz-Charta
Die Eröffnung übernehmen die Bürgermeisterinnen Susanne Noll (CDU) und Melanie Witte-Lonsing (SPD). Im Anschluss unterzeichnen die Westfalen Apotheke, die Theresia Albers Stiftung und der Evangelische Verbund Augusta Ruhr – zu dem unter anderem das EvK Hattingen und der AAPV Pflegedienst Ambulante Dienste Hattingen gehören – die Charta für schwerstkranke und sterbende Menschen. Wer den Evangelischen Verbund Augusta Ruhr konkret unterzeichnen wird, steht noch nicht fest und wird zeitnah nachgereicht.
Vorträge im Tagesverlauf
Im Anschluss an die Eröffnung erwartet die Besucherinnen und Besucher ein umfangreiches Vortragsprogramm:
- Versorgung durch den ambulanten Hospizdienst (Ambulanter Hospizdienst Witten-Hattingen e.V. und Ökumenisches Hospiz Emmaus)
- Versorgung im stationären Hospiz (Dominik Neuenhaus, Stationäres Hospiz St. Elisabeth Witten)
- Grundlagen der palliativmedizinischen Versorgung im Ennepe-Ruhr-Kreis (Palliativmediziner Dr. Franz Krizanits)
- Psychoonkologische Versorgung (Dipl.-Pädagogin und Psychoonkologin Sylvia Hoffmann-Krizanits)
- Vorstellung der Notfallbox (Tasso Weinhold, Westfalen Apotheke)
- Ehrenamtliche berichten – Mitglieder des Hospizdienstes Witten-Hattingen e.V. erzählen von ihrer Arbeit und persönlichen Erfahrungen
Zwischen den Vorträgen ist eine Mittagspause mit Mittagessen vorgesehen, zum Abschluss lädt die Veranstaltung zu einem kostenlosen Kaffee- und Kuchenbuffet für alle Besucherinnen und Besucher ein.
Workshops und Infostände
Ergänzend werden zwei Workshops angeboten: zur Aromapflege – ätherische Öle in der Palliativpflege sowie zur Logopädie in der Versorgung am Lebensende.
Nach den Vorträgen und Workshops können die Infostände besucht werden. Mit dabei sind:
- Alzheimer Gesellschaft e.V.
- Ambulanter Hospizdienst Witten-Hattingen e.V.
- ASB-Wünschewagen – Letzte Wünsche wagen
- Familienhilfe Sprockhövel
- Krebshilfe Sprockhövel/Hattingen e.V.
- Ökumenisches Hospiz Emmaus e.V.
- Seniorenbüro Stadt Hattingen
- Seniorenbüro Stadt Sprockhövel
- Traurig-mutig-stark / Trauerarbeit Hattingen e.V.
Anmeldung und weitere Informationen
Um eine Voranmeldung wird gebeten, sie ist jedoch nicht zwingend erforderlich und dient lediglich der besseren Einschätzung der Teilnehmerzahl. Die Anmeldung sowie weitere Informationen zum Programm sind im Internet abrufbar.


























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