Hattingen – Ein Dorffest. Das klingt vielleicht ein bisschen nach Bratwurst, Hüpfburg und ein paar Bierzeltgarnituren. Und genau das gibt es auch. Aber in Holthausen steckt deutlich mehr dahinter. Wenn von den rund 5.000 Einwohnern des Stadtteils im Laufe eines Nachmittags und Abends etwa 1.200 auf dem Heinz-Wittpoth-Platz vorbeischauen, dann trifft sich dort tatsächlich ein gutes Stück Holthausen.
Am Samstag (5. September 2026) wurde auf dem Heinz-Wittpoth-Platz zum vierten Mal gemeinsam gefeiert. Der Platz wurde für das Fest mit querstehenden Fahrzeugen geschützt und dahinter entstand für einige Stunden eine kleine Welt für sich. Kinder liefen von einer Aktion zur nächsten, Eltern trafen Bekannte, an den Tischen wurde geredet, gegessen und getrunken – und ständig kam jemand Neues dazu.
Es war ein Dorffest im besten Sinne des Wortes.
Mit dabei waren unter anderem die AWO Holthausen, Kitas, der örtliche Schützenverein und die Feuerwehr. Vereine, Verbände und Einrichtungen konnten sich präsentieren, informieren und vor allem mit den Menschen ins Gespräch kommen.
Und die Kinder brauchten nicht lange überzeugt zu werden. Hüpfburg, Ton-Werkstatt und Selfie-Box sorgten schon für reichlich Auswahl. Bei den Piraten wurde es dann endgültig schwierig, die Kinder wieder einzufangen. Sie gehörten einmal mehr zu den Höhepunkten des Nachmittags und zeigten, dass Kinderunterhaltung nicht kompliziert sein muss, wenn sie gut gemacht ist.
Dorffest Holthausen (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Aus einer Idee ist ein Verein geworden
Entstanden ist das Fest aus dem Wunsch heraus, den öffentlichen Raum in Holthausen wieder stärker zu beleben. Nachdem sich 2014 der Ring Holthauser Vereine aufgelöst hatte, fehlte dem Stadtteil über Jahre eine solche gemeinsame Veranstaltung. Gegen Ende der Corona-Zeit entstanden neue Überlegungen, wie wieder mehr gemeinsames Leben in den Ortsteil gebracht werden könnte.
Was zunächst als Initiative begann, entwickelte sich weiter. Inzwischen gibt es den gemeinnützigen Verein „Miteinander in Holthausen e.V.“. Er soll Veranstaltungen wie das Dorffest ermöglichen, aber auch Interessen und Bedürfnisse der Holthauser bündeln und gegenüber der Verwaltung vertreten.
Die Vereinsstruktur hat dabei auch ganz praktische Vorteile. Unternehmen können das Fest unterstützen und Spenden ordnungsgemäß abgewickelt werden. Unter anderem besteht eine Sponsorenvereinbarung mit den Stadtwerken. Denn eines soll das Dorffest ausdrücklich nicht werden: eine kommerzielle Veranstaltung. Es soll ein Fest mit den Bürgern und für die Bürger bleiben.
Und dieses Konzept geht auf. Am Nachmittag gehörte der Platz vor allem den Familien, später veränderte sich das Publikum.
Nach dem Familienprogramm gehörte der Platz nämlich den großen Kindern.
Mit Exback kam am Abend die Live-Musik auf den Heinz-Wittpoth-Platz. Die Coverband ist in Holthausen keine Unbekannte und sorgte mit Rockmusik dafür, dass aus dem Familiennachmittag ein langer gemeinsamer Abend wurde. Vor der Bühne wurde es ausgelassener und natürlich wurde auch getanzt.





































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