MUSIKSCHULE UNTERRICHTET DIGITAL

Die Musikschule unterrichtet digital (Grafik: Stadt Hattingen)

Hattingen- Gemeinsames Musizieren in Orchestern und Chören oder auch der wöchentliche Musikunterricht: all das ist momentan in der Chorona-Krise undenkbar. Um in diesen Zeiten wieder etwas Normalität in den Alltag der Menschen zu bringen, müssen kreative und schnelle Lösungen her. Das hat auch die Musikschule in Hattingen erkannt und bietet seit dem 17. März digitale Alternativen zum herkömmlichen Unterricht an. „Wir als Musikschule haben uns die Frage gestellt, was man alles organisieren kann, um auch weiterhin mit unseren Schülern in Kontakt zu stehen und das möglichst flexibel“, erklärt Peter Brand, Leiter der Musikschule. Damit steht die Musikschule in Hattingen nicht alleine da. Die öffentlichen Musikschulen in der Region stehen im regelmäßigen und kreativen Erfahrungsaustausch, um in der schwierigen und ungewohnten Lage bestmögliche Lösungen zu finden. Gemeinsames Suchen und Ausprobieren von Apps, Plattformen und Unterrichtsmethoden prägen derzeit den Alltag der Musikschulen. „Für uns waren die letzten zwei Wochen vor allem eine Experimentierphase. Es ist aber eine gute Möglichkeit praktische und sinnvolle Strukturen zu schaffen, falls die Krise länger andauern wird“, so Peter Brand.

Die Musikschule, die neben dem klassischen Instrumentalunterricht auch Kooperationen mit Kindergärten und Schulen betreut, steht dabei vor besonderen Herausforderungen. „Die Kinder in den Tageseinrichtungen und Schulen zu erreichen, ist besonders schwierig. Wir stellen Material wie Bastelanleitungen oder kreative Übungsblätter zur Verfügung, die dann von den Schulen und Kindergärten weitergeleitet werden“, so Peter Brand.

Der reguläre Musikunterricht lässt sich dagegen leichter und direkter organisieren. Die 800 Musikschüler, die regulär am Unterricht teilnehmen, wurden von den Lehrkräften kontaktiert und über die besondere Situation aufgeklärt. Rund 60 Prozent nehmen die verschiedenen virtuellen Unterrichtformen und kontaktlosen Austauschmöglichkeiten an. Ob Besprechungen der Musikhausaufgaben per Mail oder Tipps bei den Fingerübungen beim Saxofon spielen per Skype oder über andere digitale Plattformen: die Möglichkeiten sind vielseitig. „Das digitale Unterrichten ist nicht mit unserem regulären Musikschulalltag zu vergleichen. Bis jetzt haben wir aber nur positives Feedback bekommen. Viele Eltern sind dankbar dafür, dass ihre Kinder weiter gefördert werden und einen Ausgleich sowie ein Stückchen Normalität erhalten“, berichtet Peter Brand. Gleichzeitig ist ein hohes Maß an Flexibilität gefragt, von beiden Seiten. In den vergangenen zwei Wochen hat sich schnell herauskristallisiert, dass der Online-Unterricht zeitaufwendig in der Vorbereitung und Durchführung ist und ein hohes Maß an ergänzendem Kommunikationsaufwand bedeutet.

Die persönliche Begegnung beim Musizieren kann auf diesem Wege zwar nicht ersetzt werden, jedoch können die gewonnen Erfahrungen zu digitalen Angeboten auch nach der Krise fortbestehen und da bewährte traditionelle Angebot der Musikschule erweitern. Aktuell hat die Musikschule auf ihrer Homepage bereits die neue Rubrik „Musikalisch daheim“ eingerichtet, um den Zeitvertreib zu Hause musikalisch zu unterstützen. Außerdem wurden speziell für den Grundschulbereich Lehrvideos auf der Homepage der Musikschule zusammengetragen, die ein zusätzliches Angebot für zu Hause sind. Bei Fragen können sich Interessierte per Mail an die Mitarbeitenden der Musikschule wenden. Weitere Informationen zu den Angeboten der Musikschule erhalten Interessierte auf der Homepage der Musikschule.

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