INTERNATIONALER FRAUENTAG 2022

Hattingen/Sprockhövel – Heute (08. März 2022) ist der Internationale Frauentag. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung, um das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. Seit 1921 wurde sein Datum endgültig auf den 8. März gelegt.

Stellvertretend für die Vielzahl von Frauen in allen Berufsbildern, die unabdingbar allesamt wichtig sind, hat ruhrkanalNEWS bei der Stadt Hattingen, bei der Sparkasse Hattingen, bei der Stadt Sprockhövel, bei der Polizei und bei der Falck Rettungswache in Bredenscheid nachgefragt.

In Kommunalverwaltungen arbeiten bundesweit viele Frauen. So auch bei den Stadtverwaltungen Hattingen und Sprockhövel: In Hattingen liegt der Frauenanteil bei 69, in Sprockhövel bei 68 Prozent aller Beschäftigten. „Bei der Stadtverwaltung Hattingen liegt die Frauenquote bei allen Führungspositionen, außer beim Höheren Dienst, bei 50 Prozent“, teilte Hattingens Gleichstellungsbeauftragte Katrin Brüninghold RuhrkanalNEWS auf Nachfrage mit.

„Starke Frauenpower“ im Sprockhöveler Rathaus

„Bei Außenterminen wurde ich schon oft auf die geballte Frauenpower im Sprockhöveler Rathaus angesprochen. Während der Großteil der Teilnehmenden beim Unternehmensfrühstück im letzten Jahr männlichen Geschlechts war, war die Sprockhöveler Verwaltung ausschließlich mit Frauen vertreten. Das fällt den meisten dann sofort auf“, so Bürgermeisterin Sabine Noll in einer Presseerklärung. „Bei Neueinstellungen kommt es uns nicht auf das Geschlecht an, sondern es zählt einzig und allein die Qualifikation und die Leistung der Kolleginnen und Kollegen“, ergänzt sie.

„Die Quote der weiblichen Beschäftigten bei der Sparkasse Hattingen beträgt 58 Prozent und liegt damit genau im Bundesdurchschnitt“, teilte Sparkassen-Pressesprecher Udo Schnieders mit. Zahlreiche Führungspositionen bei der Sparkasse Hattingen sind mit weiblichen Mitarbeiterinnen besetzt.

„Auch bei der Polizei hat sich die Einstellung weiblicher Beamtinnen bewährt“, so Polizei-Pressesprecherin Sonja Wever. Die Beamtinnen wirken bei Einsätzen oft deeskalierend und tragen mit dazu bei, eine erfolgreiche Arbeit der Polizei-Teams zu gewährleisten.

Auch beim Rettungsdienst sind oftmals weibliche Beschäftigte anzutreffen. „Die Frauenquote bei der Falck-Rettungswache in Bredenscheid ist inzwischen auf 37,5 Prozent gestiegen, so Prof. Dr. Klaus Runggaldier, Geschäftsführer der Falck-Gruppe zu RuhrkanalNEWS.

 Führungspositionen: Noch Luft nach oben
„Der analytische und rationale Blick, der als Voraussetzung für Führungstätigkeiten gilt, wird Frauen leider noch oft abgesprochen. Stattdessen seien sie zu emotional, zu sprunghaft zu wenig durchsetzungsfähig. Gerade im Technik- und Finanzbereich, der klassischerweise Männern zugeschrieben werden, sind Frauen in Deutschland flächendeckend unterrepräsentiert. Oft müssen sie sich besonders beweisen und es fehlt an weiblichen Vorbildern. An weiblichen Vorbildern mangelt es allerdings bei der Sprockhöveler Stadtverwaltung nicht, da hier mehrere Führungsstellen mit weiblichen Bediensteten besetzt wurden, “, erklärt Maren van Norden, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Sprockhövel.

„Zurzeit machen Frauen 14,2 Prozent der Verwaltungsspitzen in Kreisangehörigen Kommunen in NRW aus. Zur Unterstützung ist der Ennepe-Ruhr-Kreis Teil des neuen Förderprogramms Kommune – Frauen in die Politik, welches in den kommenden Monaten implementiert wird. Wir haben zwar in Sprockhövel einige Frauen in Führungspositionen, doch auch bei uns haben wir noch keine paritätische Besetzung der höchsten Führungspositionen erreicht. Vorbilder und der Abbau von Geschlechterstereotypen sind das eine, eine große Rolle spielt auch das Thema Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf unter anderem in Bezug auf die gerechte Verteilung von Sorgearbeit und die explizite Förderung von Nachwuchskräften“, so Maren van Norden von der Stadtverwaltung Sprockhövel in ihrer Presseerklärung. Hier möchten Personalabteilung, Bürgermeisterin und Gleichstellungsbeauftragte auch in Zukunft an einem Strang ziehen, offen sein, dafür Rahmenbedingungen und Strukturen hinterfragen und Beschäftigte weiterhin in ihren Bedürfnissen unterstützen.

Der Internationale Frauentag trägt dazu bei, bisherige Fortschritte und Erfolge zu feiern, aber auch daran zu erinnern, was es noch viel zu erreichen gilt, bis hin zu einer geschlechtergerechten Arbeitswelt.

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