INKLUSION: BARRIEREN ABGEBAUT – FREUNDSCHAFTEN GESCHLOSSEN

Wappen des Ennepe-Ruhr-Kreis (Grafik: WIKIPEDIA)

Gevelsberg / Schwelm – Inklusion beginnt in den Köpfen und in den Herzen der Menschen. Der Schlüssel dazu liegt in persönlichen Begegnungen. „Im Mai fand der offizielle Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Heute wollen wir gemeinsam hier auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Denn: alle Menschen sollen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben. Dafür setzen wir uns ein.“ Mit diesen Worten empfing Landrat Olaf Schade, gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin aus Gevelsberg, Annette Steudtner, am 1. Juni eine 14-köpfige Delegation aus Frankreich im Kreishaus der Stadt Schwelm.

Die „etwas verspätete“ Aktion zum Europäischen Protesttag fand in diesem Jahr im Rahmen der Feierlichkeiten zum 45-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum zwischen Gevelsberg und Vendôme statt und war eine Kooperation zwischen dem Ennepe-RuhrKreis, federführend der AWO Wohnhäuser mit großzügiger Unterstützung des Ortsvereins Gevelsberg, der Stadt Gevelsberg und ihrer Behindertenbeauftragten Gabriele Schumacher, Bethel Gevelsberg, FTB/Agentur Barrierefrei Wetter sowie der KISS EN. Im Vordergrund stand dabei vor allem ein Kennenlernen sowie der Austausch untereinander, welches sich in einem bunten, vielfältigen und informativen Programm widerspiegelte.

So berichteten Patricia Riesner (Inklusionsbeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises) und Daniela Alze (Seniorenbeauftragte der Stadt Gevelsberg) – in Vertretung für Gabriele Schumacher – zum Beispiel über die Umsetzung der UN BRK im Kreis sowie auf kommunaler Ebene, man stellte den Gästen INWERK vor, die Austausch- und Beratungsstelle für Lehrkräfte im Ennepe-Ruhr-Kreis, und Jutta Sudek präsentierte zudem die vielfältigen Wohnangebote der AWO. Nach einem gemeinsamen Mittagessen bei Bethel, stand für alle eine Besichtigung des Drevermann Stifts sowie ein Besuch des Hauses Im Stift auf dem Programm.

Landrat Olaf Schade (Foto: Ennepe-Ruhr-Kreis)

Im direkten Anschluss ging es nach Wetter, wo sich die  Agentur Barrierefrei den Gästen näher vorstellte. Deren vielfältige Informations- und Beratungsangebote tragen dazu bei, die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen zu verbessern. Ein Abstecher in den freundlichen Frischemarkt „CAP … der Lebensmittelpunkt“, rundete die ganztägigen Programmpunkte ab. Zum Abend hin besuchte die deutsch-französische Gruppe selbstverständlich das große Feierareal am Ennepebogen, wo sie von Bürgermeister Claus Jacobi und seinem Vendômer Amtskollege Pascal Brindeau persönlich begrüßt wurden. Ein Abend voll guter Laune und mit einer ausgelassenen Stimmung.

Im Rahmen der Programmpunkte zum Protesttag berichtete Loïc Tytgat, Direktor des Vereins „L’Association pour personnes handicapées du Perche“, am darauffolgenden Tag, in den Räumlichkeiten der KISS EN, über die einzelnen Einrichtungen und Dienstleistungen seiner im Jahre 1981 gegründeten Organisation. Man will gemeinsame Werte teilen, die klar zum Ausdruck bringen, das es keinerlei Barrieren zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen. „Wir kümmern uns um das Wohlergehen aller Menschen“ so Loïc Tytga, „da alle Projekte die wir durchführen auf einem partizipativen Ansatz basieren.“ Ein besonderes Highlight war wenig später der Auftritt als deutsch-französischer Chor, der bei der feierlichen Einweihung des blumigen Gastgeschenkes auf dem Rathausvorplatz mehrsprachig das Lied „Bruder Jacob“ anstimmte. Da sangen nicht nur die Bürgermeister von Gevelsberg, Vendôme und Butera kräftig mit, auch der Bundestagsabgeordnete und AWO-Vorsitzende René Röspel schmetterte aus voller Kehle. Nach einem Mittagessen im Vicus-Treff der AWO, welches der AWO-Ortsverein Gevelsberg gemeinsam mit der Einrichtung ausgerichtet hatte, stand ein Besuch der AWO Frühförderstelle in Asbeck auf dem Programm. Der große Festabend am Ennepebogen mit einem Open Air-Konzert der Band „Caravan“, bei dem alle ausgelassen tanzten, sowie ein atemberaubendes Musikfeuerwerk, am Ufer der Ennepe, bildeten schließlich den krönenden Abschluss für alle Beteiligten

Acht Teilnehmer der französischen Delegation waren im AWO Wohnhaus in Silschede untergebracht und sie zeigten sich begeistert vom positiven und herzlichen Engagement der Mitarbeiter, Bewohner und des Wohnhausbeirates, aber auch über die tägliche Begleitung durch einige ehrenamtliche Mitglieder des AWO-Ortsvereins Gevelsberg. „Unsere Bewohner, die an der Gestaltung des dreitägigen Programms beteiligt waren, und wir als gastgebende Familie mit all unseren Wohnformen, waren schon ein wenig aufgeregt, was diese Tage betrifft“, sagte Jutta Sudek (Leitung „Wohnen in Vielfalt“) am Sonntagmorgen beim abschließenden Frühstück, doch diese sei binnen kürzester Zeit verflogen, da alle auf einer Wellenlänge lagen. Es wurden nicht nur Telefonnummern ausgetauscht, man vereinbarte für die Zukunft auch gegenseitige Besuche. Und damit die französischen Gäste ihre deutschen Freunde in guter Erinnerung behielten, gab es für jeden noch ein Abschiedsgeschenk, das die Gäste vom Vicus-Treff gestaltet hatten. Au revoir, chers amis – à bientôt.

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