IM GEDENKEN AN WILHELM KRAFT – „STOLPERSTEIN“ IN SPROCKHÖVEL VERLEGT 

Künstler Gunter Demnig (knieend vorne) hat den ersten "Stolperstein" in Sprockhövel verlegt. (Foto: Höffken)

Sprockhövel – Am heutigen Samstag (03. Dezember 2022) wurde in Sprockhövel der erste Stolperstein verlegt – im Gedenken an Wilhelm Kraft, der aufgrund seiner politischen Haltung als Opfer des Nationalsozialismus zu Tode gekommen ist.

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Das Wetter war winterlich, trotz der Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten sich Samstagmorgen rund 60 Teilnehmende in Haßlinghausen auf der Mittelstraße versammelt. Andreas Bühne vom Bauhof der Stadtverwaltung hatte bürgersteig- und straßenseitig alles vorbereitet, so gut, dass der Kölner Künstler Gunter Demnig mit der Verlegung des ersten Stolpersteines in Sprockhövel früher fertig war, als das Ende der würdigen Gedenkstunde, was nach seinen Angaben sonst in anderen Städten nicht der Fall ist.

60 Teilnehmende waren bei winterlichen Temperaturen zu der würdigen Gedenkstunde gekommen. (Foto: Höffken)

Bürgermeisterin Sabine Noll begrüßte alle Anwesenden und dankte für das zahlreiche Erscheinen der rund 60 interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertretern aus Vereinen, Politik, Schulen und Presse.

Wilhelm Kraft war Gemeindevorsteher in Haßlinghausen

Anschließend folgte die Vorstellung des Lebens von Wilhelm Kraft mit einem Gedicht, welches von Tom Gramse, einem Schüler der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule Sprockhövel, vorgetragen wurde. Wilhelm Kraft gehört zu den Personen, die aufgrund ihrer politischen Haltungen im Zeitraum von 1933 bis 1945 als Opfer des Nationalsozialismus zu Tode gekommen sind. Er war Gemeindevorsteher in Haßlinghausen – dem heutigen Bürgermeisteramt entsprechend.

Der Gedenkstein für Wilhelm Kraft, der erste verlegte „Stolperstein“ in Sprockhövel. (Foto: Höffken)

Cornelia Witzmann, Lehrkraft der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule, stellte einige Briefe während des Termins vor, die im Rahmen eines Projekts zum Thema Wilhelm Kraft von Schülerinnen und Schülern verfasst wurden. Schulleiter Jens Mäkelburg berichtete in seinem Wortbeitrag über die Namensänderung der Gesamtschule, die im Jahr 2006 erfolgte. Markus Fergin und Benjamin Schwermer von der Musikschule der Stadt Sprockhövel begleiteten die Gedenkstunde vor Ort musikalisch.

Bürgerin Amelie Köhler (mit Mikrofon) hatte die Idee des Stolpersteins für Wilhelm Kraft. (Foto: Höffken)

Und auch Stolpersteinpatin Amelie Köhler, die die Kosten des ersten Stolpersteines übernimmt, hielt eine Rede zu ihrer Intention dieser Stolpersteinpatenschaft für Wilhelm Kraft. Bereits im Juli 2021 nahm Amelie Köhler Kontakt mit der Bürgermeisterin mit dem Wunsch auf, eine Stolpersteinpatenschaft für Wilhelm Kraft übernehmen zu dürfen. Unmittelbar danach wurde seitens des städtischen Archivs die Verlegung von Stolpersteinen, insbesondere, welche Persönlichkeiten für eine solche Verlegung in Frage kommen, geprüft.

Gleichzeitig wurde Kontakt zu dem Künstler Gunter Demnig aufgenommen, der entsprechende Steine schon in vielen Städten verlegt hat. Zwischen den Stadtarchiven Hattingen und Sprockhövel und den Gesamtschulen in beiden Städten lief im Februar ein gemeinsames Kooperationsprojekt zum Thema Wilhelm Kraft an.

Andreas Bühne vom Bauhof der Stadtverwaltung hatte Winterdienst und für die Verlegung alles bestens vorbereitet. (Foto: Höffken)

Da sich Stolpersteine zu einem wichtigen Bestandteil der Erinnerungskultur entwickelt haben, ist langfristig geplant, nach diesem ersten Auftakt weitere Stolpersteine verlegen zu lassen.

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