Hattingen – Es fehlte eigentlich nur noch das Seepferdchen-Abzeichen. Beim 21. Hattinger Hüttenlauf am Sonntag (13. September 2026) meinte es der Wettergott mit den Sportlern nicht besonders gut. Regen, noch mehr Regen und zwischendurch Wasser wie aus Eimern. Trotzdem kamen 505 Läufer und Walker ins Ziel – und bewiesen neben sportlicher Ausdauer vor allem eines: Sie sind ziemlich wetterfest.
Dabei stand zeitweise sogar die Frage im Raum, ob der Hüttenlauf überhaupt stattfinden sollte. Starkregen war angekündigt, eine Verlegung in den Oktober wurde diskutiert. Und wer am Sonntagmorgen aus dem Fenster schaute, hätte vermutlich Verständnis dafür gehabt, wenn viele der gemeldeten Teilnehmer lieber zu Hause im Trockenen geblieben wären.
Doch dann ein völlig anderes Bild an der Henrichshütte: In der Eingangshalle drängten sich die Menschen. Läufer, Eltern, Kinder – mittendrin jede Menge Bambinis, die sich anmelden und vor allem eines wollten: laufen.
Damit war die Entscheidung gefallen. Der 21. Hüttenlauf findet statt.
Und so gingen als Erste die Jüngsten hinaus in den Regen. 106 Bambinis im Alter zwischen drei und acht Jahren machten sich auf den Weg. Trocken kam da kaum jemand wieder zurück. Nach dem Zieleinlauf hätte man manchen kleinen Läufer wahrscheinlich am liebsten mit zwei Wäscheklammern an eine Leine gehängt. Aber die Medaille hing um den Hals – und das war offenbar wichtiger als trockene Kleidung.
Überhaupt schien das Wetter an diesem Tag erstaunlich wenige Menschen zu beeindrucken. Auch die Zuschauer waren gekommen, standen mit Regenschirmen an der Strecke und feuerten die Läufer an. Gute Laune mit Schirm, Charme und Laufschuhen. Die Henrichshütte bekam an diesem Sonntag zwar reichlich Wasser von oben ab, aber die Stimmung ließ sich davon nicht wegspülen.
Nach den Bambinis wurde es sportlich ernst. Beim Jugendlauf über 1.300 Meter kamen 86 Teilnehmer ins Ziel. Schnellster war Erik Block in 5:13 Minuten, gefolgt von Bastian Dörr und Oskar Podlech. Bei den Mädchen lagen drei Läuferinnen des TuS Hattingen vorne: Hannah Theis gewann in 5:54 Minuten vor Ida Viktoria Fricke und Lia Marie Schmidt.
21. Hüttenlauf mit einer beeindruckender Kulisse (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Die größte Startgruppe bildeten die Teilnehmer über fünf Kilometer. 146 Läufer und 27 Walker gingen auf die Strecke. Andreas Wundersee absolvierte die fünf Kilometer in 16:51 Minuten und war damit schnellster Mann. Bei den Frauen erreichte Elea Sophie Ackermann nach 22:03 Minuten als Erste das Ziel. Beim Walking siegten Stefanie Wünnenberg in 37:26 Minuten und Ulrich Krause in 39:45 Minuten.
Beim 10-km-Sparkassen-Hauptlauf gingen schließlich 140 Sportler auf die nasse Strecke. Yann K. Jarosch vom TV Hasslinghausen gewann in 35:30 Minuten. Nur 37 Sekunden später folgte Kiano Wilk, Dritter wurde Jens Matzick. Bei den Frauen setzte sich Triathletin Anke Trilling mit 45:01 Minuten vor Amelie Weimann und Rosalie Weiß durch.
Eine Prämie gab es außerdem für die teilnehmerstärksten Gruppen unter den Voranmeldungen. Mit 54 Sportlern sicherte sich der TuS Hattingen den ersten Platz. Auch der Mortimer English Club Hattingen und Maxi Pflege wurden ausgezeichnet.
Doch dieser Hüttenlauf war nicht nur wegen des Wetters ein besonderer. Für Robert Laube war es der letzte in seiner Funktion als Direktor des LWL-Museums. Vor 21 Jahren hatte er den Hüttenlauf mit ins Leben gerufen und die Veranstaltung seitdem begleitet und als Organisationsleiter unterstützt. Nun geht Laube in den Ruhestand. Für die Hüttenlauf-Familie war das ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Und während Läufer und Zuschauer irgendwann wieder trockene Kleidung anziehen konnten, standen zahlreiche Helfer weiter draußen. Sie sicherten im strömenden Regen die Strecke und sorgten dafür, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte.
Der Regen hörte übrigens auch zum Ende nicht wirklich auf. Vielleicht war das an diesem Sonntag aber irgendwann auch egal. 505 Menschen kamen ins Ziel. 505 Beweise dafür, dass ein Sportfest nicht unbedingt Sonnenschein braucht.
Für den 22. Hattinger Hüttenlauf am 12. September 2027 darf es trotzdem gerne wieder etwas trockener sein.
Die Schnellsten im Überblick
Jugendlauf – 1.300 Meter, Jungen
- Erik Block – 5:13 Minuten
- Bastian Dörr – 5:22 Minuten
- Oskar Podlech – 5:29 Minuten
Jugendlauf – 1.300 Meter, Mädchen
- Hannah Theis – 5:54 Minuten
- Ida Viktoria Fricke – 6:05 Minuten
- Lia Marie Schmidt – 6:08 Minuten
5 Kilometer – Laufen
Männer: 1. Andreas Wundersee – 16:51 Minuten
Frauen: 1. Elea Sophie Ackermann – 22:03 Minuten
5 Kilometer – Walking
Männer: 1. Ulrich Krause – 39:45 Minuten
Frauen: 1. Stefanie Wünnenberg – 37:26 Minuten
10 Kilometer – Männer
- Yann K. Jarosch – 35:30 Minuten
- Kiano Wilk – 36:07 Minuten
- Jens Matzick – 38:12 Minuten
10 Kilometer – Frauen
- Anke Trilling – 45:01 Minuten
- Amelie Weimann – 48:11 Minuten
- Rosalie Weiß – 48:24 Minuten

































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