Der Kommentar von Claus J. Barteczko über die Pressemitteilung von Hattingen Marketing „20 Jahre Hattingen Marketing“ vom 10. August 2026 und deren Einordnung.
Hattingen – Die jüngste Meldung zu „20 Jahre Hattingen Marketing“ zeichnet ein durchweg positives Bild der vergangenen zwei Jahrzehnte. Was darin jedoch fehlt, ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Problemen, die sich seit der Übernahme durch Georg Hartmann nach Ansicht vieler Beobachterinnen und Beobachter verstärkt haben: sinkende Strahlkraft, ausbleibende Innovationen, abnehmende Beteiligung und ein Stadtmarketing, das den Anspruch an eine lebendige, moderne Innenstadtentwicklung immer weniger eingelöst hat. Sachliche Pressemitteilungen sollten die wichtigsten Fakten und Einordnungen zuerst nennen, statt vor allem lobende Selbstdarstellung zu transportieren.
20 Jahre Hattingen Marketing: Viel Selbstdarstellung, wenig selbstkritische Bilanz
Die vorgelegte Darstellung erweckt den Eindruck einer ungebrochenen Erfolgsgeschichte. Tatsächlich steht die Arbeit von Hattingen Marketing seit Jahren auch in der Kritik. Wiederholt wurde bemängelt, dass eigene Ideen kaum konsequent umgesetzt, Impulse aus der Stadtgesellschaft nur unzureichend aufgenommen und kritische Rückmeldungen selten ernsthaft aufgearbeitet wurden. Ein Stadtmarketing, das auf Dialog angewiesen ist, muss sich an Ergebnissen messen lassen – nicht an wohlklingenden Rückblicken.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung aus Sicht vieler Hattingerinnen und Hattinger beim Altstadtfest. Aus einem prägenden Veranstaltungsformat sei im Laufe der Jahre ein deutlich austauschbareres Straßenfest geworden, dem es an Eigenständigkeit und Profil fehle. Gerade bei einer Veranstaltung mit solcher Bedeutung für die Stadt wäre mehr Mut zu neuen Ideen, stärkeres Qualitätsbewusstsein und eine klar erkennbare Handschrift erforderlich gewesen. Wenn ein zentrales Stadtfest über Jahre kaum weiterentwickelt wird, ist das kein Zeichen von Erfolg, sondern von Stillstand.
Auch im Verhältnis zu Teilen der Stadtgesellschaft scheint Hartmanns Führungsstil nicht immer vermittelnd gewesen zu sein. Aus dem Umfeld von Gastronomen, Musikern und anderen Akteuren wird seit Längerem berichtet, dass Kritik häufig abgeprallt sei und das Vertrauen in die Arbeit der Geschäftsführung gelitten habe. Stadtmarketing lebt jedoch von Akzeptanz und Zusammenarbeit. Wenn eine Leitungsperson als wenig offen für Einwände wahrgenommen wird, schwächt das nicht nur das eigene Amt, sondern auch die Zusammenarbeit für die ganze Stadt.
Die Frage, ob Hattingen Marketing in den vergangenen 20 Jahren tatsächlich einen nachhaltigen Modernisierungsschub ausgelöst hat, bleibt deshalb berechtigt. Eine sachgerechte Bilanz müsste auch benennen, wo Chancen verpasst wurden, wo Beteiligung zu kurz kam und wo sich die Stadtentwicklung unter dem Strich nicht so dynamisch entwickelt hat, wie es in der Eigenbeschreibung behauptet wird. Für Hattingen wäre es jetzt vor allem wichtig, dass mit neuer Führung frische Ideen, mehr Offenheit und ein echter Neuanfang möglich werden.
Einordnung
Die vorgelegte Jubelmeldung arbeitet stark mit positiven Zuschreibungen und persönlichen Rückblicken, bleibt aber bei den kritischen Punkten vage. Genau das widerspricht dem Anspruch an eine glaubwürdige Pressemitteilung, die neutral, konkret und faktenorientiert sein sollte. Wer über 20 Jahre Verantwortung übernommen hat, sollte nicht nur Erfolge hervorheben, sondern auch Fehler, Grenzen und versäumte Entwicklungen transparent benennen.


























Ich habe Hattingen Marketing immer als Veranstaltungsverein wahrgenommen. Mir fehlen die viel wichtigeren Impulse etwa für den heimischen Einzelhandel. Mit ein paar verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr ist es nicht getan. Das zeigt auch der zunehmende Leerstand in der Innenstadt. Sicher ist die Lage des Einzelhandels nicht allein ein Hattinger Problem, aber hier helfend durch Aktionen einzugreifen sollte ein vordringlicheres Handeln von Stadtmarketing sein als nahezu ausschließlich eine austauschbare Veranstaltung an die andere zu reihen!
Der Grund für die Fremd- und Selbstbeweihräucherung des Hattingen Marketing – Leiters war mir immer ein Rätsel.
Diese „Einordnung“ war längst überfällig und hätte viel eher kommen müssen!