Gruseln

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Nebenbei bemerkt…

… geht mich das Ganze ja irgendwie nichts an. Aber: Was halten Sie eigentlich vom Gruseln? 

Nein, nein, nicht dass wir uns missverstehen. Ich denke dabei nicht an so hausgemacht-braven Pseudo-Grusel wie das importierte und schnell kulturell angeeignete Halloween. Vielmehr meine ich den wohligen Grusel, der einen befällt beim Sehen eines guten Films oder beim Lesen eines spannenden Buches zum Thema – das alles gern auch mit ein wenig Gänsehaut garniert.

Beim Stichwort Film, da fallen einem natürlich gleich Brian de Palma und sein großes Vorbild Alfred Hitchcock ein und „Psycho“ mit dem genialen Anthony Perkins alias Norman Bates. Oder „Die Vögel“.

Kennen Sie eigentlich (noch) Richard Laymon, den Altmeister jener Literaturform, die Alltägliches zum Alptraum-Szenario gedeihen lässt? Nichts gegen Edgar Allan Poe, der im selben Genre unterwegs ist/war. Doch Richard Laymon ist mir als Vertreter der Jetztzeit doch näher als ein Poe im 19. Jahrhundert. 

Das Genie Laymon, der (un)passenderweise ausgerechnet am Valentinstag 2001 verstorben ist, beeinflusste Top-Autoren wie Stephen King oder auch Dean Koontz. Ersterer ließ beispielsweise einen lieben Familienhund zur Bestie mutieren oder einen Clown zum Killer werden. Dean Koontz hingegen schuf als ähnlich fleißiger Vielschreiber etwa einen Jungen, der im Regen nie nass wurde, weil er zwischen den Tropfen zu laufen wusste.

Es gibt aber auch Grusel ganz anderer Art. Der befällt mich, wenn in der Tagesschau Meldungen gesendet werden über einen größenwahnsinnigen Golfer aus Florida und seine Machenschaften vor allem zur eigenen Bereicherung. Oder über den Kriegstreiber aus Moskau…

Musikalisch ist meine Schmerzgrenze in Sachen Grusel tatsächlich bereits überschritten, denke ich an manchen deutschen Schlager und besonders jene Klanggebilde, die Möchtegern-SängerInnen am Ballermann grölend aus sich röhren. Mit Musik jedenfalls hat das nichts zu tun, ist nur ein Abschöpfen noch der letzten Euros jener bedauernswerten Trunkenbolde ohne Benimm, die Urlaubserholung mit Gelage oder Orgie verwechseln, findet sicher nicht nur Ihr und euer Schorsch auffem Kirchplatz

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