GRÖNEMEYER SCHWÄRMT FÜR DAS MUSIKFORUM

Unser "Musiker" vor Ort, Lutz Deterra (Foto: Lutz Deterra)

Unser „Musiker“ vor Ort, Lutz Deterra (Foto: Lutz Deterra)

Bochum – Nach fast 15 Jahren Arbeit, unzähligen Aktionen und Benefizveranstaltungen, Hilfe vieler Förderer und Unterstützer und des bürgerschaftlichen Engagements der über 20.000 Spender ist es endlich soweit: Das Anneliese Brost Musikforum Ruhr öffnet seine Pforten!

Fast nichts erinnert mehr an ehemalige Messen in der Marienkirche. Alles ist neu. Alles ist hell. Alles ist aufregend. Viele Besucher schieben sich durch das Foyer des neuen Bochumer Musikforums, machen große Augen und staunen was nach so langer Bauzeit hier am Bermudadreieck entstanden ist.

Schon das erste Eröffnungskonzert am Donnerstag war ein großartiges Fest und ließ die investierten 38 Millionen Euro für den Neubau heute einmal vergessen, denn darüber waren sich alle schnell einig, das neue Musikforum Ruhr ist ein Akustik-Tempel für alle Bürger geworden. Und auch das Bürgerfest am Wochenende stieß auf ein überwältigendes Interesse.

Mit beinahe 10 Minuten stehenden Ovationen haben die geladenen Gäste am Freitagabend im neuen Musikforum, die Bochumer Symphoniker und deren Generalmusikdirektor Steven Solange so richtig abgefeiert. Und auch nach der Aufführung der Kantate „Gesegnest Seist Du, Herr“ des Bochumer Komponisten Stefan Hecke war die Stimmung großartig und man ließ es sich bei Fingerfood und Freigetränken so richtig gutgehen.

Den Abend eröffnete jedoch nicht Musik, sondern eine halbe Stunden Reden. Sonderapplaus gab es für die ehemalige Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, die damals den Grundstein für das Anneliese Brost Musikforum Ruhr gelegt hatte.

Die neu gestaltete Hallendecke, hell, freundlich, großartig. (Foto: Lutz Deterra)

Die neu gestaltete Hallendecke, hell, freundlich, großartig. (Foto: Lutz Deterra)

Viele sind bereits eine Stunde vorher gekommen, um sich in Ruhe umzusehen. Denn neugierig waren alle Besucher. Gleich beim betreten des neuen Musik-Komplexes beeindruckt das Foyer, welches das gesamte Kirchenschiff ausfüllt. Im strahlend anmutenden weißen Raum der Marienkirche, in dem die Glocke des Bochumer Vereins zum Einlass schlägt, wurde eine neue Decke eingezogen. Ein Highlight hier, das im Originalzustand gelassene Eingangstor zur Kirche im Übergang zum großen Saal. Und der Saal selbst wirkt wie eine hölzerne Schatztruhe. Edel, elegant aber man fühlt sich irgendwie gefesselt und geborgen. Das der Saal beim ersten begehen ein wenig kleiner erscheint als er in Wirklichkeit ist, hat auch etwas gutes. Selbst in der letzten Sitzreihe hat man das Gefühl, der Bühne ganz nah zu sein. Und in dieser Nähe ist die Akustik hervorragend, was nicht zuletzt auch an den verwendeten edlen Materialien liegt, die verbaut wurden. Ob man sich nun für den großen oder den kleinen Saal entscheidet, richtet sich nach dem musikalischen Angebot. Die Konzerte mit den Bochumer Symphonikern werden im großen Saal stattfinden, der kleine Saal ist da schon eher etwas für die Kammermusik. In jeden Fall aber ist hier ein Musiktempel erschaffen worden wo man Musik nicht nur hören, sondern auch erleben wird, und das mit allen Sinnen.

Der große Konzertsaal (Foto: Lutz Deterra)

Der große Konzertsaal (Foto: Lutz Deterra)

Stimmen des Abends:

Herbert Grönemeyer, Sänger: „Das Musikforum ist sehr schön geworden! Sein Klang ist sehr klar und leicht, hat eine helle Wärme, etwas Optimistisches, er ist transparent und – federnd. Es ist ein wunderbarer Raum für Bochum, er passt zur Leichtigkeit und dem Humor der Menschen und ist ein Symbol für ihre Fähigkeit, etwas anzupacken und zu Ende zu bringen. Wenn man in die Gesichter der Menschen blickt, denke ich, das ist angekommen.“

Norbert Lammert, Bundestagspräsident: „Der Raum ist noch schöner geworden als ich es erhofft und erwartet habe. Seit heute wissen wir, dass er auch so gut klingt wie wir uns alle erhofft haben. Es ist hoffentlich für Steven Sloane eine besondere Genugtuung, dass nach einem solchen Triumph sicher alle immer schon für den Bau gewesen sind.“

Thomas Eiskirch, Bochumer Oberbügermeister: „Dieses Haus ist eine Art Musik-WG – eine Wohn- und Wertegemeinschaft, die Musik von allen für alle bietet“,

Michael Groschek, NRW-Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr: „Die Bochumer Symphoniker haben für 50 Jahre Leidenszeit mindestens eine solche Akustik verdient. Die Menschen, die dieses Gebäude betreten, begreifen, dass auch Architekten Künstler sind. Dieses Haus ist ein bürgerschaftliches Kraftwerk.“

Am Samstag füllte sich der Musik-Komplex mit Bochumer Chören, verschiedenen Bands, dem Ensembles der Bochumer Symphoniker, Urbanatix sowie dem Varieté et cetera. Bis in die Morgenstunden feierte man mit Pamela Falcon und dem DJ Gärtner der Lüste. Und auch am Sonntag ging es mit den Feierlichkeiten weiter. Vor allem Gruppen von der Musikschule und den Bochumer Schulen rundeten das Gesamtprogramm ab.

Hell und freundlich wohin man auch sieht - gelungene Architektur im neuen Musikforum Ruhr (Foto: Lutz Deterra)

Hell und freundlich wohin man auch sieht – gelungene Architektur im neuen Musikforum Ruhr (Foto: Lutz Deterra)

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