Felix Freier zeigt „Fotobilder“ beim Kunstverein Hattingen

Felix Freier (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
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Hattingen – In der Galerie NEUE RÄUME des Kunstvereins Hattingen wurde am Sonntag (7. Juni 2026) eine neue Ausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Fotobilder – meine Bilder zeigen nicht das, was ist, sondern das, was ich sehe“ zeigt Felix Freier eine vielseitige Werkschau seiner fotografischen Arbeiten. Zu sehen sind Bilder, die über viele Jahre und Jahrzehnte entstanden sind – und genau das macht diese Ausstellung besonders spannend.

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Denn diese Schau ist keine Ausstellung aus einem Guss. Sie ist eher ein Gang durch verschiedene Zeiten, Arbeitsweisen und Blickrichtungen. Fotografien, fotografische Arbeiten, Fotobilder, grafisch bearbeitete Motive, Natur, Menschen, Architektur, Stillleben und fast schon skurrile Bildfindungen begegnen den Besuchern in den Räumen an der Bahnhofstraße. Man sieht den Wandel, man sieht unterschiedliche Stile, und man erkennt auch die handwerkliche Erfahrung, die noch deutlich aus analogen Zeiten stammt.

Felix Freier nutzt Fotografie nicht nur, um einen Moment festzuhalten. Seine Aufnahmen sind für ihn oft Ausgangsmaterial. Er bearbeitet, verfremdet, reduziert, hebt hervor, lässt verschwimmen und schafft daraus neue Bildwelten. Genau deshalb nennt er seine Arbeiten nicht einfach Fotografien, sondern „Fotobilder“.

Bei der Eröffnung begrüßte Corinna Serres, Vorsitzende des Kunstvereins Hattingen, die Gäste und führte in das Werk des Künstlers ein. Bereits Anfang vergangenen Jahres war Felix Freier dem Kunstverein bei einer Gruppenausstellung aufgefallen. Damals zeigte er unter anderem eine Brotscheibe mit wenig Belag und ein fein inszeniertes Drei-Gänge-Menü. Der trockene Humor der Bildtitel blieb hängen – und der Wunsch, diesen Künstler einmal ausführlicher zu zeigen, gleich mit.

Felix Freier zeigt „Fotobilder“ beim Kunstverein Hattingen (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Felix Freier ist im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. Er studierte an der Ruhr-Universität Bochum und arbeitete unter anderem als Fotojournalist, Publizist und Fotodozent. Von 1985 bis 2017 war er künstlerischer Leiter des Bereiches Fotografie am Musischen Zentrum der Ruhr-Universität Bochum. Dort unterrichtete er über 6000 Studierende und organisierte zahlreiche Ausstellungen und Projekte.

In Hattingen zeigt er nun eine große Bandbreite seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie. Da gibt es Naturmotive, die durch Bearbeitung fast fremd und rätselhaft wirken. Da erscheinen Früchte plötzlich wie kleine Wesen aus einer anderen Welt. Eine Drachenfrucht bekommt tentakelartige Formen, eine Ananas trägt fast so etwas wie eine Frisur. Daneben hängen bearbeitete Bildserien, bei denen Schärfe und Unschärfe gezielt eingesetzt werden. Einzelne Punkte treten hervor, anderes verschwindet im Ungefähren. So lenkt Freier den Blick auf das, was für ihn wichtig ist.

Felix Freier zeigt „Fotobilder“ beim Kunstverein Hattingen (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Immer wieder geht es in seinen Arbeiten auch um Wahrnehmung. Was sehen wir wirklich? Was ergänzen wir selbst? Welche Geschichte entsteht im Kopf des Betrachters? Gerade bei den Bildern mit Menschen bleibt vieles offen. Stehen die Personen miteinander in Beziehung? Gehen sie aneinander vorbei? Wohin führen ihre Wege? Die Antworten gibt die Ausstellung nicht vor. Sie lässt Raum für eigene Gedanken.

Felix Freier selbst bedankte sich bei der Eröffnung beim Kunstverein Hattingen und bei allen, die beim Aufbau und bei der Vorbereitung geholfen haben. Besonders dankte er seiner Frau Babett Sprungheuer, die ihn bei vielen Details der Ausstellung unterstützt habe. Er wünsche sich, dass seine Bilder die Wahrnehmung der Besucher aktivieren, sagte Freier. Sie sollen Neues sichtbar machen oder Bekanntes neu erscheinen lassen. Und wenn manches irritiere, dürfe genau das ruhig spannend sein.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 19. Juli 2026, in der Galerie NEUE RÄUME, Bahnhofstraße 18a, zu sehen. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 16 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Felix Freier ist zudem am Samstag, 20. Juni, und am Sonntag, 5. Juli, jeweils von 15 bis 18 Uhr persönlich vor Ort.

Begleitend zur Ausstellung gibt es am Donnerstag, 25. Juni, von 18 bis 19.30 Uhr eine Sonderveranstaltung. Unter dem Titel „199 Jahre Fotografie – wie alles anfing“ hält Felix Freier einen unterhaltsamen Vortrag über die Geschichte der Fotografie. Dazu bringt er Stücke aus seiner antiquarischen Sammlung mit, darunter eine hölzerne Plattenkamera, Glasnegative und historische Blitzgeräte. Zum Anschauen – und vorsichtigen Anfassen.

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