EIN NEUER ITALIENER „ISST“ IN DER STADT

Saltimbocca alla romana (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Zugegeben, wir Autoren von RuhrkanalNEWS sind keine Restauranttester oder gar Kritiker und wollen auch keine sein. Dazu müssten wir alle Gastronomiebetriebe in Hattingen besuchen um einigermaßen objektiv berichten zu können. Das wollen wir bei weitem nicht, denn auch in unserer Heimatstadt soll es Gastronome geben, die leider bei der Berufswahl sich dem kulinarischen zu widmen, total daneben lagen. Über die dann auch berichten zu müssen, würde uns schwer im Magen liegen. Doch hin und wieder gönnt man sich ja das eine oder andere Lokal und wenn, wie in diesem Fall, wir angenehm dabei überrascht werden, ist es auf jeden Fall eine Meinung wert. So geschehen gestern im neuen Ristorante Bascone la Vineria im Steinhagen, denn das ehemalige Altstadttreppchen hat einen neuen Inhaber. 

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Nach großem Reinemachen und einer schönen Umgestaltung betreibt nun Giacomo Bascone dieses Restaurant im Herzen der Altstadt und es fällt auf, Bascone ist präsent. Er bedient, räumt ab, hält einen netten Plausch mit den Gästen, das alles sehr dezent nicht zu aufdringlich aber aufmerksam. Bascone hat den Laden im Griff, denn auch der Umgang mit seinen Mitarbeiten ist vorbildlich und für den Gast angenehm zu beobachten. Nie hatte ich das Gefühl zu einem guten Wein überredet zu werden, sondern verfolgte gespannt Giacomos Erzählungen über die speziellen Regionen und den Geschichten über seinen Wein. Denn das Ristorante Bascone la Vineria, wie aus dem Namen schon zu erkennen ist, hat über 140 Sorten erlesene Weine, die dann auch stilecht in einer Dekantierkaraffe dem Gast kredenzt wird. Für Bascone selbstverständlich, denn „das Dekantieren, also das Umfüllen eines Weines aus der Flasche in eine Karaffe, bietet sich bei vielen meiner Weine an. So kommt Sauerstoff an den Wein, und das Aroma entfaltet sich dadurch besser.“

Neuer Akzent: Pinsa

Bascones Pinsa mit frischer Salami (Foto: RuhrkanalNEWS)

Und kaum eröffnet, setzt der Chef Giacomo Bascone gleich auch mal einen deutlichen Akzent: Im La Vinera gibt es keine Pizzen, das Zauberwort heisst Pinsa. Pinsa kommt vom lateinischen Wort „pinsere“, was so viel heißt wie zerquetschen oder zerdrücken und sich auf das zerdrückte Getreide beziehen sollte, das angeblich bereits vor mehreren Jahrhunderten zur Herstellung verwendet wurde. Aber wie immer die kulinarische Köstlichkeit auch heißen mag, sie schmeckt einfach sehr gut, kein Vergleich zur Flachpizza aus dem Holzofen, einige Meter weiter. „Der Unterschied zwischen Pinsa und Pizza liegt darin, dass der Pinsa-Teig sehr lang geht“, verrät uns Bascone und „das mindestens 3 Tage der Teig bei ihm ruhen muss. So geht er vollständig auf und die Pinsa wird besonders bekömmlich und leicht verdaulich, weil es im Magen nicht mehr zu Gärungsprozessen kommt.“ 

Saltare i Bocca

Saltimbocca alla romana, so wie es sein muss (Foto: RuhrkanalNEWS)

Zum Hauptgang gönnte ich mir eine Ursprünglichkeit aus der römischen Küche. Etwas was so lecker ist das es quasi in den Mund springt (saltare i bocca), das vielgeliebte Saltimbocca alla romana. Meines Erachtens DAS Gericht um einen „guten Italiener“ zu beurteilen. Denn wenn ein Ristorante dieses Nationalgericht nicht hinbekommt oder sogar wie bei Bascones Vorgänger selber schon erlebt, statt 5mm feinstes Kalbfleisch ein dickes Schweineschnitzel serviert bekommt, sollte alle anderen Speisen auf der Karte erst gar nicht mehr probieren und die Lokalität zügig verlassen. 

Bei mir wurde diese Köstlichkeit zum Höhepunkt des Abends. Grandiose Zubereitung, zart geklopftes Kalbfleisch ummantelt mit einem Hauch von luftgetrockneten Parmaschinken, das Aroma von frischem Salbei, abgelöscht von einem frischen Weißwein in Butter gelöst. Ein Gedicht. Das die Rosmarin-Kartöffelchen mit dem gedünsteten (al dente) Gemüse ebenso den Gaumen erfreute, ist ebenfalls erwähnenswert. Die Abstimmung passte einfach. So muss eine Saltimbocca schmecken.

Dolce vita

Nachtisch perfekt arrangiert (Foto: RuhrkanalNEWS)

Abschließend sei noch gesagt, dass die Nachtischvariation von Tiramisu und Co ebenfalls seinesgleichen suchen. Köstlich bis zum Schluss. Ein perfekt zusammengestellter Nachtisch nach einem sehr leckeren Essen in einem tollen neuen Ambiente.

An vergangene Kochkunst zu Zeiten Basileas erinnert, ist mein persönliches Fazit eindeutig – Ein kulinarisches Highlight und ein weiterer echter Italiener mitten im Herzen der Hattinger Altstadt.

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