Hattingen – Bei einem Drohneneinsatz der Rehkitzrettung Hattingen am vergangenen Montag (22. Juni 2026) zu einer ungewöhnlichen Entdeckung, die nicht nur für Wildtiere von Bedeutung war. Während die ehrenamtlichen Helfer wie gewohnt Wiesenflächen nach Rehkitzen absuchten, stießen sie auf ein kleines Zelt mitten im hohen Gras – und verhinderten damit möglicherweise Schlimmeres.
Der Einsatz fand im Ennepe-Ruhr-Kreis statt und gehört laut den Beteiligten zu den außergewöhnlichsten Erlebnissen der laufenden Saison. Eigentlich dient der Drohneneinsatz dazu, junge Rehkitze vor Mäharbeiten zu schützen. Doch diesmal zeigte sich, dass die Technik auch in anderer Hinsicht Leben retten kann.
Das entdeckte Zelt stand auf einer Wiese, die noch in derselben Nacht gemäht werden sollte. In der Dämmerung und zwischen dem dichten Bewuchs wäre es für den Landwirt kaum sichtbar gewesen. Die Helfer suchten daraufhin die Camper auf und baten sie, die Fläche umgehend zu verlassen.
Zwar sind die Einsatzkräfte bereits auf verschiedenste ungewöhnliche Funde gestoßen – darunter zurückgelassene Gegenstände, Fahrzeuge oder sogar romantische Treffen im Grünen – doch ein Zelt auf einer Mähwiese war bislang neu.

Mäharbeiten in den Abendstunden (Foto: Mail-Thiemo Wolters)
Nach Einschätzung der Rehkitzretter hätte die Situation gefährlich enden können. „Wäre das Zelt unentdeckt geblieben, hätte es von landwirtschaftlichen Maschinen erfasst werden können. So jedoch konnte nicht nur ein mögliches Unglück verhindert werden, sondern auch der Schutz von Wildtieren gewährleistet werden“ so Maik-Thiemo Wolters von der Rehkitzrettung Hattingen.
Die Organisation weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass das Betreten landwirtschaftlicher Nutzflächen während der Wachstums- und Erntezeit grundsätzlich untersagt ist. Diese Regelung dient nicht nur dem Schutz der Natur, sondern auch der Sicherheit von Menschen und der Qualität von Futtermitteln.
Ein weiteres Problem stellt insbesondere Hundekot auf Futterwiesen dar. Verunreinigungen können Krankheitserreger in Silage oder Heu eintragen, was bei Nutztieren zu schweren Erkrankungen führen kann. Für Landwirte bedeutet dies zudem oft erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Die Rehkitzrettung appelliert daher eindringlich an Spaziergänger, Hundebesitzer und Camper, ausschließlich ausgewiesene Wege zu nutzen und Wiesen nur mit Erlaubnis zu betreten. Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Abkürzung oder ein idyllischer Lagerplatz erscheint, ist in Wirklichkeit häufig ein sensibler Lebensraum und eine wichtige Grundlage für die Landwirtschaft.
Am Ende verlief der Einsatz glimpflich – für die Tiere, die Camper und den Landwirt gleichermaßen.


























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