Ende September verlegt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rahmen der „Ortszeit Deutschland“ seinen Dienstsitz nach Hattingen. Welche Chance das für die Stadt und das Ruhrgebiet bedeutet und warum einige schon erste Schwierigkeiten verursacht haben, beschreibt RuhrkanalNEWS-Redakteur Frank Strohdiek in seinem Kommentar.
Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für drei Tage nach Hattingen kommt (hier geht es zum RuhrkanalNEWS-Bericht), ist das eine Chance für die Stadt und die Bevölkerung. Der Besuch wird Effekte haben, die über den Aufenthalt hinaus überregional als lebenswerter Ort zu präsentieren, in der Ehrenamt einen hohen Stellenwert hat und das den Ort lebenswert macht. Hier funktioniert vieles, was eigentlich die Stadt aus ihrem Etat finanzieren sollte, es aber schon länger nicht mehr kann, da die Pflichtaufgaben den Spielraum immer weiter einschränken. Dank engagierter Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Freizeit Aufgaben erledigen und sich einbringen, können diese Angebote trotzdem aufrechterhalten werden. Neben den Sportvereinen, in denen jeden Tag Jugendarbeit geleistet wird, stehen Institutionen wie das Bürgerzentrum Holschentor oder Initiativen wie die Kleine Affäre oder der Feierabendmarkt stellvertretend für viele andere.
SPD-Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing wird die Gelegenheit nutzen, die mediale Aufmerksamkeit auch auf den Wirtschaftsstandort Hattingen zu lenken. Sie wird dabei sicher positive Dinge herausstellen, ohne Probleme zu verschweigen. Nicht nur, wenn der Bundespräsident gemeinsam mit ihr Unternehmen besucht. Die Arbeit der hwg bei der zeitgemäßen Modernisierung ihres Wohnungsbestandes wird sicher dafür sorgen, dass Menschen aus anderen Städten sich nach Wohnungen in unserer Stadt erkundigen werden. Es wird viele Möglichkeiten geben, Hattingen für Bewohner und Unternehmen als die attraktive Stadt zu zeigen, die sie ist. Die Fraktionsvorsitzenden aus dem Stadtrat werden die Chance wahrscheinlich ebenfalls dazu nutzen, Hattingen bei allen Problemen gut dastehen zu lassen.
Einen kleinen Schatten im positiven Gesamtbild haben einige durch ihr wenig zurückhaltendes Verhalten aber bereits im Vorfeld geworfen. Dass ein Hotelchef, dessen Branche auch davon lebt, dass sich Gäste auf Diskretion verlassen können, seit Wochen in der Stadt offen darüber spricht, dass der Bundespräsident bei ihm übernachtet, kam weder in Berlin noch im Rathaus gut an. Vor allem, weil sich daran auch nach deutlichen Hinweisen aus dem Bundespräsidialamt und der Stadtverwaltung wenig änderte. Auch einige Verantwortliche verschiedener Stationen des Besuchsprogramms taten sich sichtlich schwer, ihre Vorfreude auf den Besuch nicht allzu offen zu zeigen. Das ist der Sache nicht ganz angemessen und sorgt bei den Sicherheitskräften, die den Bundespräsidenten begleiten, für unnötigen Mehraufwand.


























Normalerweise wird von Hotelverwaltung und Firmenchefs der Besuchsstationen erwartet, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben.
Entweder ist das hier unterblieben und das BKA trifft die Schuld, oder es wurde gegen die unterzeichnete Erklärung verstoßen.
Mich würde aber gerne interessieren, welche Besuchs-Betriebe gegen die Anweisungen verstoßen haben. Wieso sollte man dort Geschäfte machen, wenn der Datenschutz dort anscheinend irrelevant ist.
Wieso benötigt der allseits beliebte Bundespräsident überhaupt Personenschutz?
Er ist doch einer von uns und wir haben auch keinen.
@immanuel kant
Wegen rechtsextremer Attentäter. Schon Walter Lübcke vergessen?
Wieso brauchen Weidel und Höcke Personenschutz?
Können die nicht mit gutem Beispiel voran gehen und auf den Schutz verzichten?
Vermutlich diese?
[Wir haben einen Link entfernt (FS)]
Das Hotel wurde auf der offiziellen Seite des Bundespräsidenten bereits am 08.09.26 erwähnt.
https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/09/260907-OZ-Hattingen.html
[Das war, nachdem der Besuch am 7. September 2026 offiziell bekannt gegeben worden war. Seitdem ist es kein Problem mehr, die Unterkunft und Besuchsstationen zu veröffentlichen. Vorher sollte es nach RuhrkanalNEWS-Informationen aus Sicherheitsgründen unterbleiben. (FS)]